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RAM: Was ist wichtiger, Takt oder Latenzzeiten?





Frage

Liebe Spezis, für mein neues System möchte ich mir guten DDR2-RAM zulegen (2 x 2 GB). Bei dem zugrundeliegenden Board und CPU stellt sich die Frage nach dem Takt, also ob DDR2-800 oder DDR2-1066. Dass 1066 MHz schneller sind als 800, war mir eigentlich von vornherein klar, deshalb wollte ich eigentlich die nehmen, da Board und CPU das hergeben. Jetzt bin ich allerdings auf die Speichertimings/Latnezzeiten gestoßen. Dabei wusste ich noch nie, wie wichtig das ist (nur, dass kleiner schneller, also besser ist). Ich hab mich mal ein bisschen umgeschaut und mir jetzt mal den Reaper-Speicher von OCZ ausgeguckt. Es gibt: 1066er mit CL5-5-5-18, 800er mit CL4-4-4-15. Worauf kommt es also mehr an? Nutzen möchte ich das System eigentlich ausschließlich zum Spielen, also aufwendige 3D-Games, insbesondere STALKER (+ Prequel), das ja für seine gigantischen und arbeitsspeicherintensiven Kartem bekannt ist. Der preisliche Unterschied macht immerhin gute 20 Euro aus. Daran soll es aber nicht liegen. Dass man den 800er auch durchaus auf 1066 übertakten kann, habe ich bereits gelesen (wobei das wohl wiederum nur mit geringeren Timings geht). Inwieweit man den 1066er übertakten kann, weiß ich allerdings nicht. Hat vielleicht jemand einen Tipp oder Erfahrungen, was wichtiger ist, Timings oder Takt? Danke schonmal...

Antwort 1 von Chris2134

Hallo Hellcat,

Du kannst Dir das Übertakten, Heruntersetzen der Speichertimings und ähnliches eigentlich sparen. Der, ausschließlich durch Speicherbechmarks, messbare Geschwindigkeitsgewinn liegt im günstigen Fall bei ca. 2%.
Im Gesamtsystembenchmark fällt der Unterschied dann so gering aus, daß es in die Kategorie "potentielle Messungenauigkeit" fällt.
Ganz zu schweigen natürlich davon, daß Du praktisch selbstverständlich überhaupt keinen Unterschied bemerken würdest.

Aber um Deine Eingangsfrage zu beantworten: schneller ist trotz der höheren Timings der 1066er RAM-Riegel. Allerdings wirst Du zwischen diesem und dem 800er genausowenig einen Unterschied feststellen können.

Gruß
Chris

Antwort 2 von Hellcat

Hallo Chris, danke für Deine Antwort.

Dann stellt sich mir natürlich die Frage: Wieso verkaufen die so viele unterschiedlich getaktete Arten von RAM, die jedenfalls nicht unerhebliche Preisunterschiede haben, wenn der Leistungsunterschied nur bei einigen wenigen Prozent liegen soll?

Gute Nacht nach da draußen...

Antwort 3 von Chris2134

Hallo Hellcat,

weil einerseits durch ein geschicktes Marketing, bei dem die höheren MHz-Zahlen im Vordergrund stehen, dem unbedarften Anwender suggeriert wird, daß der Geschwindigkeitsvorteil weitaus größer wäre.

Und andererseits gibt es scheinbar genug enthusiastische Overclocker, die sich nur mit dem schnellsten und besten zufrieden geben und für die 2% Zuwachs in einem synthetischen Benchmark ein enormer Erfolg bedeuten.
Man schaue sich hierzu nur einmal die ganzen Benchmarkvergleiche verschiedener privater Rechner im Netz an. Ein Overclocker, der etwas auf sich hält, muß bei so einem Wettbewerb natürlich weit oben stehen. Auch wenn sich der Geschwindigkeitsunterschied der ersten hundert Plazierten im Bereich von lediglich 1,8% bewegt.

Aber bei den CPUs sieht es ja auch nicht viel anders aus. Die nächstteurere Variante einer CPU bringt in den allermeisten Fällen auch nur einen maximalen Zuwachs von unter 10%. Auch dies ist in der Regel nicht spürbar. Es ist halt in erster Linie eine Frage des Marketings.

Die einzigen Hardwarekomponenten, bei denen die Leistung wirklich abhängig vom Preis stark differiert sind momentan Grafikkarten. Hier machen 50€ mehr oder weniger schon ein praktisch spürbares Ergebnis aus.

Gruß
Chris

Antwort 4 von Hellcat

Ich habe gerade nochmal nach dem Thema gegoogelt und sehr viele Forenthreads gefunden, die im Ergebnis das Gleiche sagen wie Du, Chris.

Allerdings waren die alle schon über ein Jahr alt. Ist das, was Du sagst, auch wirklich heute noch so mit aktuellen Boards und CPUs (in meinem Fall Asus M3A78-T & Phenom X4 9950 BE)?

Antwort 5 von Chris2134

Hallo Hellcat,

ja, das gilt absolut uneingeschränkt auch heute noch. An der RAM-Technologie für Desktop-PCs hat sich in dem letzten Jahr nichts verändert.

Das liegt hauptsächlich daran, daß, im normalen PC Alltag, die Übertragungsrate des RAM-Speichers nahezu niemals den Flaschenhals bildet, sondern vielerlei andere Komponenten, die baubedingt weitaus langsamer sind.
Hier ist nur die Menge an RAM ausschlaggebend. Diese dafür aber signifikant.

Und bei den so tollen "synthetischen Benchmarks" wird natürlich nur der theoretisch mögliche Geschwindigkeitszuwachs ermittelt, der zum tragen kommt, wenn die Speicherbandbreite bis ans Limit ausgeschöpft wird.
Da dies mit normalen Applikationen aber heutzutage so gut wie unmöglich ist, ist natürlich hiervon nichts zu spüren.

Gruß
Chris

Antwort 6 von Hellcat

Ja, ich hab schon verstanden was Du meintest. Deswegen fragte ich ja, ob mit den mittlerweile erschienenen CPUs (insbesondere Phenoms B3) ein Flaschenhals weggefallen ist, so dass der schnellere RAM allmählich zum Tragen kommt.

Außerdem weiß ich nicht ganz, was Du mit "PC-Alltag" meinst. Ich bin gerade am Zusammenstellen der Komponenten. Die Kiste soll wie gesagt zum Spielen eingesetzt werden, d.h. es werden nach Möglichkeit nur die schnellsten Übertragungswege genutzt (Laufwerke & Festplatte S-ATA, schnelle Grafikkarte usw.). Mehr als 4 GB RAM machen doch zu diesem Zweck eh keinen Sinn, weshalb also nicht lieber möglichst schnellen?

Was sind denn Deiner Meinung nach die andere Flaschenhälse (Komponenten/Schnittstellen), die das Erreichen der theoretisch möglichen Datentransferrate praktisch verhindern?

Antwort 7 von uwei

Ich spiele gerade Clear Sky mit im Schnitt 50 fps, alles auf Max + vsync + AA halbe Skala(optimale Qualitätseinstellungen im Treiber).
In meiner Visi siehst du das System. 2GB RAM reichen mir völlig(bei XP).
Da ruckelt nichts und dauert auch nichts ewig beim Laden.
Entscheidend ist die Grafikkarte. Vorher hatte ich im gleichen System eine 7950 GX2 drin, da war kein spielen möglich mit den gleichen Einstellungen, auch ohne AA nicht.

Crysis Warhead, Treiber wie gehabt, 1920x1200, vsync an, Gamereinstellungen + 4xAA min20fps, im Schnitt 25-35fps. Flutscht.
Mit der alten Karte hätte ich da gar nicht starten brauchen, da reißt kein RAM irgendwo was raus.

Der RAM läuft mit 800 MHz und der einzige Grund dafür ist, dass er syncron mit meinem FSB läuft (eine alte Gewohnheit als Intel-Nutzer).

Ich schließe eigentlich aus, dass ich mit höherem RAM-Takt oder niedrigeren Latenzen irgendwo auch nur ein frame mehr erreichen würde oder sich beim Laden was ändert, was ich spürbar bemerken würde.
1066er RAM würde ich allenfalls in Betracht ziehen, wenn ich die CPU noch weiter übertakten wollte. Aber kaufen würde ich deswegen keinen, solange der RAM auch mit 800 stabil läuft.
Wichtig sind mir Kompatibilät zum Board, Stabilität und Zuverlässigkeit des Systems.

Nichtsdestotrotz nehme ich natürlich optimale Latenzen mit und schaue mir z.B. bei neuer Hardware die Auswirkung verschiedener Einstellungen mit dem Cache+Memory Benchmark in Everest an.
Man will ja nichts unnötig verschenken. ;)
Mehr aber auch nicht.

Wie Chris schon sagt, gehört das dann wohl schon eher in den Performance-Enthusiasten-Ecke ohne wirklich relevante Leistungssprünge, schon gar nicht beim spielen.

Uwe

Antwort 8 von Chris2134

Hallo hellcat,

die Antwort von Uwe sagt eigentlich alles. Genauso sehe ich das auch.
Bei Spielen dürfte, bei einigermaßen schnellem Prozessor, Grafikkarte und ausreichend RAM, der hauptsächliche Flschenhals die Festplatte darstellen.
Wenn´s wirklich einmal ruckeln sollte, liegt es dann mit Sicherheit an einem Festplattenzugriff. Daher ist auch die Menge an Speicher so wichtig. Umso mehr RAM, umso weniger muß nachgeladen werden.
Aber das wird Dir ja wahrscheinlich auch schon klar gewesen sein.

Verbessern könntest Du hier nur etwas mit sehr schnellen Festplatten, wie z.B. der Velociraptor von Western Digital oder sogar SSD-Festplatten.
Aber besonders letzteres ist momentan noch eine enorm kostspielige Angelegenheit.

Gruß
Chris

Antwort 9 von Hellcat

Okay, danke Ihr beiden.
Festplatte hab ich gerade heute gekauft, immerhin mit 32 MB Cache. RAM ja dann wie gesagt 4 GB, sollte also kein Problem darstellen. Schnelle Grafik kommt sowieso. ;)

@ Uwei: STALKER ist einfach nach wie vor genial, was? Freu mich schon darauf, auf meinem neuen System nochmal das Original und danach Clear Sky zu zocken... die Atmosphäre ist einfach einmalig...

Und dann kann Far Cry 2 kommen...

Antwort 10 von uwei

Kann ich dir nur zustimmen. War gleich wieder begeistert. Ich hoffe nur, dass bei Clear Sky kein Bug irgendwann die Stimmung trübt. ;)