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Computer und die Einsamkeit ...





Frage

Mit 5 saß ich zum ersten Mal vor einem Computer und spielte meine ersten Spiele (Digger, Frogger, Paratrooper, JBird, PacMan, etc.). Meine Eltern hatten keine Zeit für mich, deshalb haben sie sich diesen Computer ausgeborgt. Später in der Schule (ich war 7, vielleicht 8) fand ich Freunde - sie kamen immer zu mir, weil sie auf meinem Computer spielen durften. Aber wenn wo eine Feier war, wurde ich nicht eingeladen - nie. Ich ging aufs Gymnasium, die Klasse hatte was gegen mein Aussehen. Mein einziger Freund war mein Computer. Ich spielte Monkey Island, mehrere Larrys, Prince of Persia - und Freunde hatte ich keine. Ich wechselte auf eine höhere technische, dort fand ich einen Freund - wir spielten oft zusammen Mortal Combat, später Duke 3D, Blood, Command and Conquer... Doch als mein PC kaputt wurde, hatte ich plötzlich keinen Freund mehr. Ich machte mein Abitur und verließ einsam die Schulzeit. Meine Freunde waren all die Jahre nur meine Computer. Der Zivildienst folgte, andere gingen fort - ich verbrachte meine Freizeit mit meinem Freund, einem Pentium II und einigen Spielen. Ich baute mir ein Netzwerk auf, verwandelte einen der PCs in einen Fernseher, bastelte viel ... aber für wen ? Ich verließ den Zivildienst, ließ all die Menschen hinter mir, mit denen ich mich ein Jahr lang abgab und denen ich vergeblich bemühte, etwas über Computer zu vermitteln. Die technische Uni folgte - neue Spiele, neue Computer waren angesagt. Während andere irgendwo Parties und Spaß hatte, saß ich zu Hause mit meinen Freunden: meinen PCs ! Auch ich hatte eine Party, allerdings niemals mit anderen Menschen - nur mit Maschinen ! Gesprochen hab ich auf der Uni mit niemandem, ich bin sehr unkommunikativ, kann mich schlecht artikulieren. Ich schäme mich, wenn ich reden muß, also schweige ich. Ich verließ die Uni und wechselte auf die Fachhochschule, wo ich heute bin. Ich hab mich auf Netzwerke spezialisiert. Und wann immer ich Zeit hab, spiele ich. Was bleibt mir sonst ? Manchmal spiele ich alte Games: erobere als Guybrush Threepwood die Islands, kämpfe mich in Carmageddon durch die Straßen, erschaffe in Civilisation ein Weltreich, überlege mir für Stunts Straßen, spiele Missionen von GTA oder erobere in MadTV das Herz von Betty, der hübschen Ansagerin. Schade, daß ich noch nie wirklich ein Mädchenherz erobert habe - was gäbe ich darum ? Nur ein einziges Mal, ich war 20, da sprach mich ein Mädchen an, aber ich redete nicht mit ihr, weil ich nicht wußte worüber. Sie plauderte, vielleicht war sie selbst einsam. Sie hatte ein schönes Gesicht, eine hübsche Figur, aber außer über Spiele und Computer konnte ich über nichts reden, also schwieg ich. Sie sagte nur, daß es schade ist, daß ich nicht mit ihr rede, weil ich süß wäre - und dann ging sie und ich stand im Regen :-( Ich hab in meinem Leben etwa zwischen 3000 bis 4000 Spiele gespielt (die ganz alten dazugezählt), vielleicht auch viel viel mehr, davon hab ich zwischen 1000 und 2000 ausgespielt - oder waren es 3000 ? So viele Jahre und so viele Spiele und ich kenne jedes einzelne. Aber wenn ich noch einmal 5 Jahre alt sein könnte, hätte ich diese Höllenmaschine NIEMALS eingeschalten und ich wünschte, ich hätte Freunde oder Freundinnen, wie andere auch und ich könnte lässig sein und fortgehen und das Gefühl haben, jemanden zu haben ... Den Menschen, der ich bin, finden alle komisch und weltfremd, ich lebe in meiner eigenen Welt voller Pixel und Polygone. Nur wenn ich ein Spiel spiele, kann ich mich entspannen und abschalten. Nur wenn ich spiele, bin ich wirklich gut ! Schade, daß mich niemand dafür lobt... Bitte werdet niemals so wie ich ! Verschwendet Euer Leben nicht wie ich, kuschelt mit Euren Freundinnen und geht dorthin, wo Ihr Spaß habt. Ich lebe in meiner Wolfshöhle umringt von meinen einzigen Freunden, meinen Computern ! Denkt nach, was Ihr für ein Glück habt, Euer einsamer Wolf Nachtrag: dieser Beitrag ist nicht erfunden und soll Euch dazu anregen, weniger Zeit mit dem Computer, sondern mehr mit anderen Menschen zu verbringen !!!

Antwort 1 von murphy8119

hmm einsamer Wolf

werde deinen Rat gerne befolgen, aber was ich dir sagen wollte meine mail steht dir gerne offen und wer weiß.
Des weiteren wirst du bald arbeiten und dort zwangsläufig mit Arbeitskolegen in Kontakt treten müssen, siehe das als Chance, dort kann man auch Freunde finden zumindestens habe ich das immer so gehandhabt, da es auch günstiger für das Bertribsklima ist. Und mein gott weltfremd, lol, meine Mutter ist Psychiater, da bekommt das Wort wetfremd ne ganz andere Dimension.

In dem Sinne alles liebe

murphy

Antwort 2 von der aus dem nichts kam

hallo einsamer wolf,

dein beitrag hat mich sehr beeindruckt, um nicht zu sagen sehr nachdenklich gemacht. hast du dir früher nie schonmal gedanken darüber gemacht, ob es gut ist, die jugend so wegzuwerfen? wieso bist du nicht auch mal mit schulfreunden mitgegangen auf partys um halt mal unter menschen zu sein. ich kann dir das aber gut nachempfinden, auch deinen appell an andere, die diesen fehler eben nicht machen sollen. ich war früher auch ziemlich menschenscheu und schüchtern aber dann habe ich überlegt, woran das liegt. und ich habe festgestellt, daß es gut tut, sich aus diesem teufelskreis zu befreien und sich trotz anfänglicher schüchternheit immerwieder selbst zu packen und dabei zu ertappen, einen fehler gemacht zu haben, indem man sich z.B. wieder in die eigenen 4 wände zurückzieht, ja regelrecht verschanzt, nach außen hin abschottet. das ist gift und macht einen kaputt. ich bin jetzt 38 Jahre alt (wie alt bist du wenn ich fragen darf?) und bin ca. seit 15 jahren ein mensch, der es aus eigener kraft geschafft hat, sich um 180° zu wenden. ich habe gemerkt, daß es mir gut tat, auf andere menschen zuzugehen und sie anzusprechen. ich lernte bald darauf meine jetzige frau kennen, was mir vorher nie gelungen wäre in diesem kargen leben. wolf, ich wünsche dir wirklich von ganzem herzen alles gute. welch tiefgehendes thema zu später stunde in diesem forum.

der aus dem nichts kam

Antwort 3 von Joe_69

Hi einsamer Wolf!
Ich kann Dir nur sagen, Dein Artikel hat mich echt gerührt. Falls Du noch irgend etwas erzählen möchtest, dann mail mir. Ich würde mich freuen!

Viele Grüsse - Joe

Antwort 4 von Kollege

Hallo EinsamerWolf!

Diese Vita ist mir sehr bekannt. Ich stecke in demselben Schlamassel! Ich denke aber, dass es für Dich/mich/alle anderen wenig relevant gewesen wäre, die "Höllenmaschine" ausgeschaltet zu lassen. Du bist auf bestimmte Art und Weise erzogen worden - damit meine ich nicht nur Eltern, sondern die gesamte Umgebung. Ich bin immer öfter der Meinung, dass man halt irgendein (un)bewusstes Merkmal hat(te), durch das man sich von anderen unterschied. Dies bemerkt man dann (Menschen mit solchen Problemen sind in der Regel hypersensibel), und reagiert darauf mit eigener Abgrenzung. Man beginnt, sich mit dem Außenseitertum zu identifizieren, ihm etwas Gutes abzugewinnen. Unbestritten ist es ja auch ein schönes Gefühl zu "wissen", dass man ja selbst der/die eigentlich Überlegene ist... - Das könnte man ewig weiterführen (vielleicht hier im Forum?!?)... Was ich sagen will: Wäre es nicht Dein Rechner gewesen, dann mit Sicherheit etwas anderes (Glotze, Bücher, Kochtöpfe...), kurz: alles, was Dich ausfüllt und Dir "positive Rückmeldungen" hätte geben können. - Was meinst Du dazu???

S.

Antwort 5 von peter

hallo!

auf solche postings antworte ich normalerweise nicht, aber da ich denke, daß dir es wirklich ernst ist, möchte ich doch:

erstens:
jeder neue tag ist auch ein neuer anfang!

zweitens: du beschäftigst dich so lange mit pc´s. hast du noch nie daran gedacht, über´s net jemanden kennen zu lernen? ich denke da an icq, kontaktanzeigen, chatträume etc.

wenn ich mich bei mir im betrieb (mittelständisch) umsehe gibt es durchaus frauen, die ebenfalls interesse am pc und internet haben. allerdings nicht ausschließlich. deshalb mein tipp: beschäftige dich ruhig mit deinen kisten, aber geh auch mal aus, ohne besondere erwartungen. denn: kontakte knüpfen kann man halt nur, wenn man sich dafür auch zur verfügung stellt.
da man an deinem posting merkt, daß du mit deiner situation nicht zufrieden bist, mußt du den ersten schritt tun. und das notwendigerweise immer wieder.

zum schluss möchte ich noch anmerken, daß ich dir nicht glaube wenn du schreibst, daß du nicht reden kannst. wer worte beim schreiben findet, findet sie sonst auch. probiers mit kleinem smaltalk, banales lässt sich doch ganz leicht bequatschen. steigere dich dann in den Themen. und, was man nicht vergessen darf: höre zu! am leichtesten lernt man menschen kennen, wenn man ihnen zuhört.
also los!!

Gruß

Peter

Antwort 6 von Spookie

Tja Mann, frische Luft ist für den Geist genauso nützlich wie Bytes.
Tote materie ist kein Freund.
Auch Ich war so ein Mensch (mit 4 ein Atari. Otello, Space invaders, etc),
Meinen Eltern Geld geklaut um täglich in die Spielhallen zu gehen.
(Auf Street Fighter bin ich mega!) Commodore, DOS..
Allerdings hatte Ich aussenseiter als Freunde.
Es gibt viele Menschen die das Leben und der realität nicht das Gesicht zeigen und sich dafür schämen, Ich auch. ;)
Allem in allem ist es nicht schlecht, sei stolz auf Dich, Du kannst was.
Und nimm es nicht übel wenn Du in vergessenheit gerätst.
Du bist doch glücklich wenn man dich anspricht, vielleicht sogar zu der Party< eingeladen hätte? Hast Du keine Ideen? Was möchtest Du tun?
(ein Kaffee trinken, In die Beiz eins saufen, Am Wochenende ins Kino, Party<, Disco, (?) vielleicht was grösseres unternehmen wie Skifahren Wandern oder schwimmen (?) )
People are people.
Schon so.-
Not too bad at all…
Go ahead, i know you can make it.
viel glück,

Spookie




Antwort 7 von Spookie

@Einsamer Wolf
zieh dir diese konkret krasse Seite mal rein :)+-<

http://www.smilenet.ch/smile10_99/peopko
l.htm

gruss

spookie

Antwort 8 von HAL3000

Hey Wolf, *maleintemporeicht*
hoffe das da noch Platz für kritische Äusserungen ist.

1. rhetorisch hast Du es ja einiger Maßen drauf, also geh auch mal auf Leute zu, statt Dich in Selbstmitleid vor der Kiste zu vergraben.

2.Ist es ja auch clever und bezeichnend sein posting hier anonym abzugeben.

und als Tipp: Suche Dir Leute im Chat. Da sind genug Menschen, denen es ähnlich, wenn nicht genau so, geht (Samstags abends z.B., die daheimgebliebenen) und quatsche Dir den Frust vom Leib.
Vorteil: Du kannst auch dort Deine Anonymität waren. Aber wenns denn passt dich "real" mit denen treffen, telefonieren oder sonstwas.

Ich selbst verbringe seit urzeiten meine Zeit am Rechner (damals ATARI), aber soziale Kontaktschwierigkeiten hatte ich bis dato glücklicher Weise noch nicht.
Und "Freunde" die PC Schwierigkeiten haben, habe auch ich genug. Weiß diese aber auch zu schätzen. ;-)

Ich habe sogar mal eine Freundin wegen eines neuen PCs sausen lassen. Der konnte eben mehr-und das auf Tastendruck.


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