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Herr der Ringe - Die Gefährten - Kritik
Frage
Schon komisch: Von den Büchern habe ich nur das erste gelesen, und das kaum zur Hälfte. Doch natürlich hatte ich eine Vorstellung vom Auenland und von Mittelerde generell. Diese Welt war nun im Kino zum Leben erweckt. Von kleinen Details abgesehen so, wie ich es mir vorstellte. Stoff gewordene Fantasie.
Ein Film darf man nicht wie ein Buch bewerten, das ist klar. So war die Filmhandlung gehörig komprimiert. Zahllose mehr oder weniger wichtige Personen wurden ersatzlos gestrichen. Doch darf man das Wort "gestrichen" verwenden? Man sollte "Der Herr der Ringe - Die Gefährten" wohl als Film für sich betrachten. Dessen Handlung eben nach einem Buch erzählt wird.
Ich erwartete das Kino-Ereignis meines Lebens. Geboten bekam ich einen anständigen Abenteuer-Fantasy-Film. Kein Über-Werk. Weder so perfekt ausgearbeitet wie es Stanley Kubrik konnte. Ebenso keine perfekten Spezial-Effekte wie sie ILM bietet. Und doch empfand ich eine neue Qualität.
Es ist dem Film gelungen, glaubwürdig eine epische Breite zu schaffen. Angesichts der Vielzahl an Charakteren konnten nur die wichtigsten näher beleuchtet werden. Das ist verständlich. Ich hätte mir gewünscht, wenn die Reise mehr im Mittelpunkt gestanden hätte. So sind die Gefährten plötzlich auf Schnee bedeckten Gipfeln und kurz darauf auf einer Graslandschaft zu sehen. Kurz, sie werden von einer Gefahr in die nächste gescheucht. Trotz der schon jetzt gewaltigen Länge bin ich der Meinung, 15 bis 30 Minuten mehr hätten dem Film gut getan. Offenbar wurde er nach gängiger Praxis einem Testpublikum gezeigt, wonach nochmals zur Schere gegriffen wurde.
Man muss positiv anmerken, dass die Darstellung der Gefahren eindeutig eine Stärke des Filmes ist. Ohne ins Horror-Genre abzugleiten wird doch gelegentlich eine Stimmung wie in Horror-Filmen erzeugt. Dabei kam "Der Herr der Ringe" ohne übertriebene Splatter-Szenen aus.
Die Gefahr durch Sauron und die Verführung und das Elend durch den Ring wurden überzeugend dargestellt. Menschen und Elben standen im Mittelpunkt, Zwerge waren kaum zu sehen. Schade!
Gandalf stellte ich mir zwar hagerer vor, ist jedoch eindeutig bestens besetzt. Bilbo und Frodo sind ebenso glaubwürdig wie Legolas und Streicher. Für Arwen hätte ich mir eine zierlichere Schauspielerin gewünscht. Als sie einen Zauberspruch wirkte, überzeugte mich das längst nicht so, als wenn Gandalf die Kräfte der Magie nutzt. Galadriel war als eine Königin der Elben sehr übezeugend.
In den Szenen, wo man Massen von computergenerierten Arbeitern sah, wurde eine Schwäche der Spezial-Effekte deutlich: Sie bewegten sich unnatürlich, typisch computeranimiert. Ein Motion Capture Verfahren wäre aufwändiger, aber die glaubwürdigere Lösung gewesen. Vermutlich ist das nur im Kino zu sehen, auf DVD sollte es kaum auffallen.
Auf der positiven Seite sind Details zu erwähnen, die einem nicht direkt auffallen. So überzeugte jede Rasse durch ihren eigenen Stil. Sowohl, was die Architektur, als auch Kleidung betrifft. Was hier so einfach dahin geschrieben wurde, hat vermutlich sehr viel Arbeit gekostet. Und die hat sich gelohnt.
So erscheint eine DVD zu klein, um dieses filmische Werk aufzunehmen: Gewaltige Bauten, fantastische Welten, riesige Ungeheuer, mächtige Zauberer, heldenhafte Krieger: Um Boromir zu bezwingen, musste ein Monster schon drei Pfeile mit einer Armbrust auf ihn abfeuern. Selbst dann war noch nicht entgültig besiegt.
Fazit: Man hätte sich einige Stellen zum Ausruhen und zur Besinnung gewünscht, in denen auf weniger wichtiges eingegangen wird. Unterm Strich bleibt aber ein sehr empfehlenswerter Film. Es ist nicht nur "der" Film zu "dem" Buch, sondern auch für sich ein gelungenes Werk.
aths, 28.12.01
Antwort 1 von Krischi
Ähm... jo, hab das Buch nicht gelesen, kann deshalb den Inhalt nicht aus dieser Warte kommentieren. Ich sag einfach mal, dass ich den Film unterhaltsam, imposant irgendwie und mitreißend fand. Mehr aber nicht. Gibt es da überhaupt mehr?
Ciao...
Ciao...
Antwort 2 von Jens
Neue Diskussionsgruppe "Filmkritiken"?
Ich schau ihn mir trotzdem an.
Und dann poste ich! ;o)
Gruß
Jens
Ich schau ihn mir trotzdem an.
Und dann poste ich! ;o)
Gruß
Jens
Antwort 3 von toutdesuit
Hi,
im großen und ganzen fand ich den Film sehr gut, bloß die Auslassungen wichtiger Schlüsselpositionen und mancher Szenen wo es eigentlich nicht nötig gewesen wäre ist ärgerlich.
Die beiden begleitenden Hobbits (die Tucks) wurden völlig falsch dargestellt. Die Reise nach Breh ließ den Bombadil völlig aus (was eigentlich sehr schade war) Aragon wurde falsch angelegt und die Vorgeschichte wie der Ring in die Hand Isildors gelangt ist und das er an dem Vulkan versagt hat kommt überhaupt nicht in dem Original vor. Auch wurde das Schwert Andoril von den Elben neu geschmiedet und nicht auf einem Altar bewundert.
Gandalf, Sarumann, Legolas, der Zwerg, waren sehr gut dargestellt und die Bilder der Minen von Moria sowie der Troll waren schon beeindruckend. Ebenso Isengard, die Nebelberge, der Adler etc. etc.
Was ich immer bei manchen solcher Buchverfilmungen nicht verstehe, ist das der Regisseur oder der verantwortliche Schreiberling immer schlauer sein will als der eigentliche Autor des Stückes und eigene Interpretationen einfügt die meiner meinung nach eher einen Verlust als einen Gewinn darstellen.
Dagegen fand ich die Romanverfilmung (60ziger jahre) der Schatzinsel von R. L. Stevenson noch mit die genaueste und beste Buchverfilmung die ich gesehen habe. Auch ohne die Hilfsmittel der Computertechnologie.
Jürgen
im großen und ganzen fand ich den Film sehr gut, bloß die Auslassungen wichtiger Schlüsselpositionen und mancher Szenen wo es eigentlich nicht nötig gewesen wäre ist ärgerlich.
Die beiden begleitenden Hobbits (die Tucks) wurden völlig falsch dargestellt. Die Reise nach Breh ließ den Bombadil völlig aus (was eigentlich sehr schade war) Aragon wurde falsch angelegt und die Vorgeschichte wie der Ring in die Hand Isildors gelangt ist und das er an dem Vulkan versagt hat kommt überhaupt nicht in dem Original vor. Auch wurde das Schwert Andoril von den Elben neu geschmiedet und nicht auf einem Altar bewundert.
Gandalf, Sarumann, Legolas, der Zwerg, waren sehr gut dargestellt und die Bilder der Minen von Moria sowie der Troll waren schon beeindruckend. Ebenso Isengard, die Nebelberge, der Adler etc. etc.
Was ich immer bei manchen solcher Buchverfilmungen nicht verstehe, ist das der Regisseur oder der verantwortliche Schreiberling immer schlauer sein will als der eigentliche Autor des Stückes und eigene Interpretationen einfügt die meiner meinung nach eher einen Verlust als einen Gewinn darstellen.
Dagegen fand ich die Romanverfilmung (60ziger jahre) der Schatzinsel von R. L. Stevenson noch mit die genaueste und beste Buchverfilmung die ich gesehen habe. Auch ohne die Hilfsmittel der Computertechnologie.
Jürgen

