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An die Germanisten und Etyhmologen





Frage

Bearbeite gerade einen Text (1921) mit folgendem Inhalt: "Die Leitung aber, die jetzt die Partei hat, die, das glaube ich mit Bestimmtheit sagen zu können, führt in einem Zeitraum von 6 Monaten längstens zum völligen Zusammenbruch der Kommunistischen Partei, und diese Tatsache veranlaßt mich und der ganze Ernst, mit dem ich hienach die Situation sehe, drängt dazu, mich an Sie zu wenden" Dieses >hienach< finde ich in keinen alten Duden oder Wörterbuch der dt. Sprache (1907). Ist dies ein Druckfehler oder eine Abschleifung von>hiernach<. Wäre für eine Belehrung und Aufklärung wirklich dankbar. Gruß

Antwort 1 von Althusser

Etymologen ohne h in der Überschrift

Antwort 2 von oaie

scheint besonders in der Schweiz vorzukommen.

Antwort 3 von Althusser

Und es ist eine Abschleifung von >hiernach<???

Antwort 4 von SvenjaK

Ja, scheint eine Schweizer Spezialität zu sein und so viel zu heißen wie "folgende".

Antwort 5 von 12345

Schlimmer gehts nimmer.
Wenn Du es wünscht, schreibe ich hier Deinen Text nochmal rein. Im Wortlaut, aber anders.



Antwort 6 von oaie

ich habe leider nicht so viel
Gefühl für die deutsche Sprache, ich würde aber schon eine andere Nuance erkennen(mit meinen beschränkten Mitteln)!

Antwort 7 von want2cu

Hallo Althusser,

Duden-Sprachberatung:
Tel.: 0190 8 70098
(1,86 €/Min.)
Montag bis Freitag
9:00 bis 17:00 Uhr

wenn es einer weiss, dann die Duden-Sprachberatung. Ist aber leider nicht kostenlos :-(

Was Besseres habe ich zu diesem Thema noch nicht gefunden.

HTH+CU
Klaus

Antwort 8 von elianna

Taucht in meinem"Neues Deutsches Wörterbuch" folgendermaßen auf:

"hie: (süddeutsch für)hier* hiebei;hiebevor; hiedurch; hiegegen; hieher; hiemit; hienach"

gruß, elianna

PS: aber die Satzstellung und Aufbau ist ja verquarzt ;-)

Antwort 9 von SvenjaK

Ähem, das "folgende" passt wohl nicht ganz in deinen Text. In diesem Fall wohl doch eher "hiernach".

Antwort 10 von Althusser

Ach ja, danke. Sehr gut!!!!!

PS:Dieser Text ist übrigens sehr interssant und beschäftigt sich mit "Putschismus".

Antwort 11 von Althusser

interessant

Antwort 12 von 12345

Ok, ein paar Minuten.

Antwort 13 von oaie

hienach=in folge dessen
hiernach=demnach
Merkt da jemand einen Unterschied? Ich auch nicht!

Antwort 14 von oaie

Putchismus, aha, habe schon am lebendem Leibe er(über)lebt! Oder war es eine Revolution? 1989, Rumänien!

Antwort 15 von Althusser

@12345

das ist ein historischer Text und kann nicht einfach verändert werden.

Danke für eure Mühe



Antwort 16 von Redschina

"Die angeborne Eitelkeit, die besonders hinsichtlich der Verstandeskräfte reizbar ist, will nicht haben, daß was wir zuerst aufgestellt, sich als falsch und das des Gegners als Recht ergebe. Hienach hätte nun zwar bloß jeder sich zu bemühen, nicht anders als richtig zu urteilen: wozu er erst denken und nachher sprechen müßte."

Arthur Schopenhauer
(1788 in Danzig geboren, 1860 in Frankfurt am Main gestorben)

Antwort 17 von 12345

Ich schreibe hier einen Rat bezügl. der Ausdrucksform. Ich kenne weder Inhalte noch Bezugnahmen.

Text:

Die jetzige Leitung der Partei, da bin ich sicher, führt in einem Zeitraum von max. 6 Monaten zum völligen Zusammenbruch der KP, und dieses veranlasst mich, in vollem Ernst angesichts der angespannten Situation, Sie nunmehr anzuschreiben.

Antwort 18 von 12345

Es gibt Leute, die haben es einfach nicht drauf. Das, was Althusser schrieb, ist der Ruin der deutschen Sprache.

Antwort 19 von Althusser

@Redschina, ich habe ein feines Gespühr für Doppelbödigkeiten!!!

@12345,

auf meiner HP (siehe Visitenkarte)unter Paul Levi >Brief an Lenin< zu lesen.

Antwort 20 von 12345

Wenn Du ein Roter bist, dann hätte man Dir früher empfohlen, Dich doch in die UDSSR zu verpfeifen. Heute sind die Russen nicht mehr rot. Die DDR ist im Eimer. Und die KPD auch. Geh in den Wald, dort sind Füchse. Die sind rot und das sollte Dich trösten. Deutsche Eichen verzeihen auch, wenn sich ein Roter daran reibt.

Antwort 21 von Redschina

hi althusser,

das war bei meiner suche über gugl der ERSTE (m.e. brauchbare) text, der mir "übern weg gelaufen" ist :-)

eigentlich wollte ich durch die daten über schopenhauer andeuten, dass das wort "hienach" nicht unbedingt aus der schweiz stammt.

aber jetzt, wo du es so erwähnst... netter text ;-)

gruss, redschina

Antwort 22 von toutdesuit

Hi Red,

also das mit "gestorben in Ffm" ist irgendwie deprimierend :-)))

Jürgen

Antwort 23 von nighty

hi alle

prima ich versteh nur bahnhof fangen wir damit an was heisst das bitte uebersetzt Etymologen ???

gruss nighty



Antwort 24 von Leany

E|ty|mo|lo|ge <gr.-lat.> der; -n, -n: Wissenschaftler, der die Herkunft u. Geschichte von Wörtern untersucht.

(c) Dudenverlag.

Zumindest sagt das das LexiRom!

LG
Leany

Antwort 25 von sicci

Hallo Althusser,

hier die (abgeschriebene!, weil nur in Papierform vorhanden!) Erklärung des GRIMMschen Wörterbuchs:

HIENACH: adv. neben, hiernach, nach diesem:

1) auf den Ort bezogen: wie hienach geschriben stat. urk. des grafen Philipp des jüngern zu Rineck von 1467; mit abgeschwächtem Sinn des hie: und bedunkt mich das best, dasz ihr all die ritter, so ir antreffen, wendig machen, dieweil, ob schon dem könig mit viel leuten sol geholfen werden, schon mehr hienach sein, denn nicht von nöten ist. Amadis 379.
2) auf die zeit bezogeneines tags hienach ist er wol gerüst und wol beritten ausz seinem schlosz gezogen. Amadis 270.
3) grund und ursache bezwichnend: also bin e.g. ich gegeben und zugestelt worden, und habe deszhalben mich hienach für den ewern gehalten. Amadis 55. --von hienach ist unterschieden hinnach, s.d.

HIE: adv. ibi, die gekürzte form zu hier, wie da (th. 2,646) aus dar entspringt. die kürzung läszt sich seit dem 9. jahrh. nachweisen, ahd. seltener neben hiar (MÜLLENHOFF U. SCHERER S. 280), später seit dem 10. jahrh. hie (das. 205, 63-67), im mhd. in der letzteren form; in der modernen sprache veraltet, obwol noch bei GÖTHE oft genug begegnend. es steht, gemäsz seinem ursprunge aus dem demonstrativstamme hi, zuerst local in dem sinne an diese4m (einem sprechenden nächst liegenden) orte, dann auch temporal.
1).. -6)

<-- solltest Du Interesse an den nachfolgenden Beipielen haben (sind 11/2 mini gedruckte Spalten), nenn mir eine Fax-Nr. Könnte es Dir am Mo. zufaxen.

Gruß sicci

P.S.: Hab mich um Tippfehlerlosigkeit bemüht :-)

Antwort 26 von sicci

..
Die Uni Leipzig hat ein sehr empfehlenswertes Sprachschatz-Lexikon im Netz: http://wortschatz.uni-leipzig.de/ - nachschlagen unter "hie"

Gruß sicci

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