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Wikirating – Mit Schwarmintelligenz Kreditwürdigkeit bewerten (mit Video)

[imgr=01-Wikirating_Mit-Schwarmintelligenz-Kreditwuerdigkeit-bewerten-mit-Video-Logo-200.png]01-Wikirating_Mit-Schwarmintelligenz-Kreditwuerdigkeit-bewerten-mit-Video-Logo-200.png?nocache=1327419102075[/imgr]Seit Ausbruch der Finanzkrise sind die Rating-Agenturen in aller Munde. Fast täglich ist in den Abendnachrichten von AA+ oder Ramschstatus die Rede – es geht um Kreditwürdigkeit von Staaten und deren Bewertung durch die drei großen Agenturen Fitch, Moody's und Standard & Poor's . Wikirating will eine Alternative zu den kommerziellen Agenturen bieten und setzt dafür auf das Wissen von Freiwilligen. Supportnet stellt das Projekt auch im Video vor.

Einleitung

Das Wiki-Prinzip bedeutet üblicherweise den Einsatz von „kollektiver Intelligenz“. Im Fall von Wikirating bewerten also registrierte Nutzer Länder und Unternehmen, beruhend auf ihrer eigenen Einschätzung. Dies funktioniert per Mausklick und natürlich kann die Einschätzung später auch korrigiert werden. Jedem Nutzer steht aber nur eine Stimme zur Verfügung, was über ein Auslesen der IP-Adresse garantiert werden soll.

Dabei reicht das Spektrum wie bei den drei großen US-Agenturen von AAA (höchste Bonität) bis D wie sicherer Ausfall. Das Rating von Fitch, Moody´s und Standard & Poor'sbeeinflusst die Zinsraten für Staatsschulden auf den Kapitalmärkten – so viel Einfluss würde Wikirating einmal auch gerne erreichen. Die geballte Weisheit von vielen Menschen sollte es doch mit dem in Verruf geratenen Sachverstand weniger Experten aufnehmen können – so die Theorie dahinter.

Internationale Aufmerksamkeit erzeugt

Im Herbst 2011 startete das Projekt – mittlerweile haben internationale Medien darüber berichtet und die Besucherzahlen schnellen offenbar in die Höhe. So kommen auch immer mehr Stimmen zusammen und das Rating basiert dadurch auf mehr Abstimmungen.
 
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Trotzdem bietet die Webseite aber auch noch zwei weitere Bewertungsinstrumente, die auf öffentlich zugänglichen Basisdaten beruhen. Sie nennen sich Sovereign Wikirating Index und Sovereign Point Index und bilden die Kreditwürdigkeit von Staaten anhand von Staatsverschuldung, Zahlungsbilanz, Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP), Arbeitslosenquote und Inflation ab.

Sprache der Webseite ist übrigens Englisch, wie auf den internationalen Märkten üblich. Neben der Kreditwürdigkeit von Ländern will die Webseite auch Material und Meinungen zu großen Firmen und Finanzmarktprodukten sammeln. Wie bei jeder Wiki sind Diskussion und Eigeninitiative zur Erstellung von neuen Inhalten ausdrücklich erwünscht.

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Wenn erst einmal genug Internet-User mitmachen, so versprechen die Initiatoren, sollen eventuelle Erlöse unter ihnen verteilt werden. Denn in Zukunft, so ist man sich bei Wikirating sicher, werde es Raum für ein kommerzielles Benutzermodell geben. Schon jetzt haben die großen Agenturen und diverse öffentliche Einrichtungen Interesse an dem Projekt bekundet.

Fazit

Gute Idee, ordentliche Umsetzung – aber noch hat Wikirating die kritische Masse von Benutzern nicht erreicht. Um wirklich transparente und unabhängige Ratings zu erstellen, wird es notwendig sein, wesentlich mehr Menschen als bisher zum Mitmachen zu bewegen. Ob  dies gelingt, hängt wohl davon ab, ob sich ein Schneeball-Effekt einstellt und so mehr und mehr Bürger ein bisschen von ihrer Freizeit dafür aufwenden. Wer sich im Englischen einigermaßen sicher fühlt, sollte sich Wikirating ruhig mal anschauen. Denn im Endeffekt könnte es eine Möglichkeit darstellen, die Marktmacht der US-Rating-Agenturen einzuschränken.

Hier dazu ein Supportnet-Video:

Weitere aktuelle Tipps und Infos finden Sie hier.

Von |2012-01-24T16:41:39+00:00Januar 24th, 2012|Kategorien: SN Intern|3 Kommentare

Über den Autor:

3 Comments

  1. Friedel 25. Januar 2012 um 7:36 Uhr

    Schon alleine die Idee, anhand der IP fest zu stellen, ob der Besucher schon eine Bewertung abgegeben hat, ist imho sinnlos. Ich wurde gleich beim ersten Besuch mit der Feststellung begrüßt, dass mit meiner IP zu viele Bewertungen für Deutschland abgegeben wurden. Für Frankreich soll ich angeblich mit 48% bewerten haben. Eine Korrektur war nicht möglich, obwohl ich ja angeblich als der 48%-Bewerter (den ich nicht kenne) identifiziert worden bin. Es funktioniert also nicht. Es hätte mich auch gewundert, wenn sowas funktionieren würde. Eine Identifikation des Surfers anhand der IP ist schlicht und einfach Unsinn. Jetzt im Moment sind sehr wahrscheinlich in paar Hundert Surfer mit der selben IP wie ich online. Diese IP hatten in den letzten tagen einige Tausend Surfer. Und die meisten von ihnen haben, wie ich, die IP in den letzten Tagen oft gewechselt.

  2. JakobL 26. Januar 2012 um 17:02 Uhr

    Hallo Friedel,

    danke für den Hinweis. Bei meinem Versuch lief alles glatt. Aber die Problematik mit der IP-Adressen-Methode ist ja nachvollziehbar und im text angedeutet.

    Wir werden voraussichtlich bald den Wikirating-Gründer im Video-Interview begrüßen dürfen und ich gebe die Frage dann weiter. Hat vielleicht noch jemand Fragen an die Wikirating-Macher?

    Viele Grüße,
    Jakob

  3. JakobL 30. Januar 2012 um 14:41 Uhr

    Hallo Friedel,

    wir haben jetzt nachgehakt (http://www.supportnet.de/faqsthread/2398565) bei Wikirating und die Gründer sagen, dass das IP-Problem mittlerweile behoben wurde. Also einfach nochmal versuchen.

    Freundliche Grüße,
    Jakob

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