Supportnet / Forum / Webseiten/HTML
LTD. Gründen
Frage
Hallo Freunde,
ist zwar etwas off topic, aber ein mittel zum zweck "webseite ";)
ich will bald (also ende dieses jahres) ein portal starten.
ein großes musik portal soll es sein, bands, die nicht bei der gema sind, können (und wollen auch ) ihre lieder dort vorstellen und präsentiern.
so, mit der haftung, ich will nicht haftbar gemacht werden können, sollte aus irgendwelchen gründen (keine ahnung warum, aber man sollte immer auf den ernstfall vorbereitet sein ;) ) eine abmahnung kommen.
nun kam ich auf die idee, eine englische ltd. zu gründen, also das, was in deutschland eine gmbh ist ;)
in england sind die haftungseinsätze aber um einiges geringer, ich würde dann 5€ einsetzen und wäre somit aus dem schneider, sollte etwas passieren.
da ich eu-bürger bin, sollte das eigentlich kein problem darstellen, nun meine frage, weiß einer von euch wie man sowas macht?
was ist zu beachten?
muss der "firmensitz" in england sein?
wäre nett wenn ihr antwortet ;)
fragenfruger
Antwort 1 von Ingolf
Über das Thema "Ltd. nach englischem Recht" gibt es mittlerweile eine Fülle von Publikationen im Internet. Interessant ist, daß die Befürworter der Ltd. zum Großteil aus dem Beratungs- und Juristenumfeld kommen. Klar, denn diese Kreise verdienen z.T. VIEL Geld mit mehr oder weniger seriösen Angeboten zur Gründungshilfe.
Meine Empfehlung (bin selbst als Freiberufler selbständig) - laß es.
Zu Deinen konkreten Fragen:
- Firmensitz in England: Ja
- Kosten für die Gründung: ab EUR 500 - unendlich
- Laufende Kosten: Wenn Du in der Lage bist, Rechnungslegung, Publikation und Bilanzierung nach englischem Recht vorzunehmen, dann beschränken sich die Kosten auf Deinen Aufwand. Ansonsten - die "Berater" kosten Geld (und wenn Du Pech hast, übersehen die Berater bestimmte Punkte und Du bist der Dumme, da Du gegen das Recht verstoßen hast).
- Haftung und "aus dem Schneider sein": Es ist ein Mythos, daß z.B. bei der deutschen GmbH nur mit der Einlage gehaftet wird. Bei nachweislichem Verschulden des Geschäftsführers kann dieser auch mit seinem Privatvermögen zur Haftung herangezogen werden. Da Du im Bereich der Medien Dein Portal ansiedeln willst, mußt Du davon ausgehen, daß "schwarze Schafe" in dieser Branche, die Dir schaden wollen, Deine Ltd. kurz überrollen werden und sich direkt an Dich wenden.
Noch mal. Die Ltd. mag für manche Unternehmen sinnvoll sein. Um Geld zu sparen (Einlage) oder um der Haftung zu entgehen (geringe Einlage), ist die Ltd. einfach nur ein Trugschluß.
Sorry, daß ich Deine Illusionen ein wenig getrübt habe, aber wenn ich z.T. sehen muß, wie sich manche durch das Ltd.-Beratungsumfeld ausnehmen lassen, da kann man nur den Kopf schütteln.
Gruß, Ingolf.
Meine Empfehlung (bin selbst als Freiberufler selbständig) - laß es.
Zu Deinen konkreten Fragen:
- Firmensitz in England: Ja
- Kosten für die Gründung: ab EUR 500 - unendlich
- Laufende Kosten: Wenn Du in der Lage bist, Rechnungslegung, Publikation und Bilanzierung nach englischem Recht vorzunehmen, dann beschränken sich die Kosten auf Deinen Aufwand. Ansonsten - die "Berater" kosten Geld (und wenn Du Pech hast, übersehen die Berater bestimmte Punkte und Du bist der Dumme, da Du gegen das Recht verstoßen hast).
- Haftung und "aus dem Schneider sein": Es ist ein Mythos, daß z.B. bei der deutschen GmbH nur mit der Einlage gehaftet wird. Bei nachweislichem Verschulden des Geschäftsführers kann dieser auch mit seinem Privatvermögen zur Haftung herangezogen werden. Da Du im Bereich der Medien Dein Portal ansiedeln willst, mußt Du davon ausgehen, daß "schwarze Schafe" in dieser Branche, die Dir schaden wollen, Deine Ltd. kurz überrollen werden und sich direkt an Dich wenden.
Noch mal. Die Ltd. mag für manche Unternehmen sinnvoll sein. Um Geld zu sparen (Einlage) oder um der Haftung zu entgehen (geringe Einlage), ist die Ltd. einfach nur ein Trugschluß.
Sorry, daß ich Deine Illusionen ein wenig getrübt habe, aber wenn ich z.T. sehen muß, wie sich manche durch das Ltd.-Beratungsumfeld ausnehmen lassen, da kann man nur den Kopf schütteln.
Gruß, Ingolf.
Antwort 2 von Mikoop
Hallo,
Ich stimme Ingolf zu. Zwar ist die Gründung einer LTD in England billiger und einfacher als in D, aber du musst nach englischen Recht bilanzieren und auch nach englischem Recht eine Steuererklärung abgeben. Das wird dann wesentlich teurer als bei uns, das dicke Ende kommt also nach einem Jahr...
Im SPIEGEL war da mal ein sehr interessanter Artikel dazu...
Gruss, Mikoop
Ich stimme Ingolf zu. Zwar ist die Gründung einer LTD in England billiger und einfacher als in D, aber du musst nach englischen Recht bilanzieren und auch nach englischem Recht eine Steuererklärung abgeben. Das wird dann wesentlich teurer als bei uns, das dicke Ende kommt also nach einem Jahr...
Im SPIEGEL war da mal ein sehr interessanter Artikel dazu...
Gruss, Mikoop
Antwort 3 von luke
mh...mal eine interessante frage mit interessanten aw´s...
was würdet ihr denn dem fragenfruger vorschlagen?
würde ich einfach mal so fragen, interessiert mich nämlich auch ;)
was würdet ihr denn dem fragenfruger vorschlagen?
würde ich einfach mal so fragen, interessiert mich nämlich auch ;)
Antwort 4 von Mikoop
Hallo nochmal,
Ich würde meine Gesellschaft in Deutschland gründen. In Frage kommt entweder eine GmbH oder ein Einzelunternehmer.
Der Einzelunternehmer haftet mit allem Eigentum das er hat.
Die GmbH haftet mit dem Stammkapital, i.d.R. 25000,-- Euro - theoretisch. In Wahrheit wird das Stammkapital meistens über die Bank finanziert, und die Bank sichert sich dafür den Zugriff auf das vorhandene Vermögen wie zB Grundstücke etc. Die Haftung hört also bei 25.000,-- Euro nicht unbedingt auf...
Hinzu kommt folgendes : Als Einzelunternehmer kannst du auch mal mehrere Jahre Verlust machen, wenn du genug Eigenkapital hat, um davon leben zu können. Eine überschaubare Krise lässt sich so evtl. überleben.
Eine GMBH muss sofort zum Konkursrichter, wenn die Schulden das Stammkapital überschreiten. Ansonsten ist das ein Betrugsstrafbestand - Insolvenzverschleppung. Deshalb ist auch eine besonders zeitnahe Buchführung notwendig.
Wenn ich vorhätte, mich in diese Richtung selbsständig zu machen, würde ich mich bei der Industrie- und Handelskammer beraten lassen - auch in Hinblick auf mögliche Fördermittel, zinsverbilligte Kredite etc.
Viel Erfolg, Mikoop
Zitat:
was würdet ihr denn dem fragenfruger vorschlagen?
würde ich einfach mal so fragen, interessiert mich nämlich auch ;)
was würdet ihr denn dem fragenfruger vorschlagen?
würde ich einfach mal so fragen, interessiert mich nämlich auch ;)
Ich würde meine Gesellschaft in Deutschland gründen. In Frage kommt entweder eine GmbH oder ein Einzelunternehmer.
Der Einzelunternehmer haftet mit allem Eigentum das er hat.
Die GmbH haftet mit dem Stammkapital, i.d.R. 25000,-- Euro - theoretisch. In Wahrheit wird das Stammkapital meistens über die Bank finanziert, und die Bank sichert sich dafür den Zugriff auf das vorhandene Vermögen wie zB Grundstücke etc. Die Haftung hört also bei 25.000,-- Euro nicht unbedingt auf...
Hinzu kommt folgendes : Als Einzelunternehmer kannst du auch mal mehrere Jahre Verlust machen, wenn du genug Eigenkapital hat, um davon leben zu können. Eine überschaubare Krise lässt sich so evtl. überleben.
Eine GMBH muss sofort zum Konkursrichter, wenn die Schulden das Stammkapital überschreiten. Ansonsten ist das ein Betrugsstrafbestand - Insolvenzverschleppung. Deshalb ist auch eine besonders zeitnahe Buchführung notwendig.
Wenn ich vorhätte, mich in diese Richtung selbsständig zu machen, würde ich mich bei der Industrie- und Handelskammer beraten lassen - auch in Hinblick auf mögliche Fördermittel, zinsverbilligte Kredite etc.
Viel Erfolg, Mikoop
Antwort 5 von Ingolf
Die Wahl der GmbH ist, wie Mikoop auch noch einmal betonte, nicht unbedingt die erste Wahl. Entweder ist das Geld für die Einlage als Eigenkapital vorhanden oder die Bank gibt was dazu (aber nur, wenn Sicherheiten dagegenstehen). Außerdem gestaltet sich die Verwaltung ein wenig aufwendiger (Bilanzierung etc.).
Die Wahl, das Unternehmen als Einzelunternehmer zu führen (bin ich als Freiberufler auch), birgt Risiken (Haftung mit Privatvermögen).
Die Bedenken von Fragenfuger hinsichtlich der Risiken sind nicht von der Hand zu weisen, da die Medienbranche z.T. absurde Prozesse anstrengt. Der entscheidene Punkt zu einer Gründung ist (aus meiner Sicht) der Wille und der Mut diese Risiken einzugehen. Eine Garantie, daß es gut geht, gibt es leider nicht. Dem Vorschlag von Mikoop, Beratungsleistungen von IHK oder Gründerzentren in Anspruch zu nehmen, ist voll zuzustimmen.
Gruß (und auch von mir), viel Erfolg.
Ingolf.
Die Wahl, das Unternehmen als Einzelunternehmer zu führen (bin ich als Freiberufler auch), birgt Risiken (Haftung mit Privatvermögen).
Die Bedenken von Fragenfuger hinsichtlich der Risiken sind nicht von der Hand zu weisen, da die Medienbranche z.T. absurde Prozesse anstrengt. Der entscheidene Punkt zu einer Gründung ist (aus meiner Sicht) der Wille und der Mut diese Risiken einzugehen. Eine Garantie, daß es gut geht, gibt es leider nicht. Dem Vorschlag von Mikoop, Beratungsleistungen von IHK oder Gründerzentren in Anspruch zu nehmen, ist voll zuzustimmen.
Gruß (und auch von mir), viel Erfolg.
Ingolf.

