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"rückwärtsebay" für handwerker?????





Frage

hi, hab mal irgendwo gesehen, dass es ne seite gibt, wo man anfallende bauarbeiten reinstellen kann und sich verschiedene hanwerker gegenseitig "runterbieten"§ können, so dass man als hausherr den billigsten ordern kann. weiss jemand wie diese seite heisst???? thx...

Antwort 1 von Lutz1965

Antwort 2 von junkie

undertool.de

Antwort 3 von tschonn

Danke lutz, auf dich ist verlass, ebenso danke an junkie, hab meine aufträge eingestellt, mal sehen was draus wird....

Antwort 4 von aua

ja, solche seiten rocken. da kann man sich als handwerker gleich verschenken. für das geld würde ich nie einen auftrag annehmen

Antwort 5 von Locke

Tja, wenn ich da sehe das da einer für momentan 2800 € in einem haus eine komplette Neuinstallation incl. Material anbietet, frage ich mich schon wie das am Ende ausgeführt ist und wie oft ich aus die Schalter drücken darf ohne das diese gleich kaputt sind.
hmmmm......
das sind laut Angebot rund 50 Steckdosen, 10 Schalter, Lampenanschlüsse, komplette Kabel usw.....
Da muss ein Handwerksbetrieb das alles in 50 Arbeitsstunden ohne berechnete Anfahrten erledigen um kostendeckend zu arbeiten......
Da frage ich mich nicht mehr warum das deutsche Handwerk zu Grunde geht bei sochen Preisen.

Gruß
Locke

Antwort 6 von roko

Hallo,
@Locke,

... ich möchte noch nicht mal sagen, dass die Ausführung und die Qualität darunter leiden müssen.

Ich arbeite in einer Elektrogroßhandlung und bekomme diese "Jammerei" der Meisterbetriebe fast täglich mit.

Auch Fach-Installationsbetriebe unterbieten sich gegenseitig bis zum "Geht nicht mehr".
Hauptsache, man hat erst mal seine zwanzig Leute am Arbeiten.
Spekuliert wird viel auf Nachtragsarbeiten, die nicht im LV stehen, und die entsprechend höher abgerechnet werden können.
So läuft nun mal das Prinzip der freien Marktwirtschaft.
Stimmt der Preis erhälst du den Auftrag.
Man muss heutzutage fast seine Arbeitskraft verschenken, um überhaupt noch einen Auftrag zu erhalten. Das ist wohl war. Von richtig Verdienen kann heute keine Rede mehr sein.
Der Preiswerteste erhält den Zuschlag. Aber wie oben erwähnt, und darauf wollt ich eigentlich auch nur hinaus, darunter muss nicht zwangsläufig die Qualität der Arbeit leiden, und auch nicht die Qualität der verarbeitenden Materialien.

mfg

Antwort 7 von Timid

Zitat:
ich möchte noch nicht mal sagen, dass die Ausführung und die Qualität darunter leiden müssen.

Ich habe (frag mich nicht auf welchem Sender) letztens einen Bericht über diese Dienstleistungsauktionen gesehen. Dort wurde u. a. ein Zimmer tapeziert. Zuerst mal waren die Leute, die kamen gar keine richtigen Maler. Ich glaube einer davon war Glaser (hm, ich hätte besser aufpassen sollen ;-). Aber ist ja auch egal, wenn die arbeiten trotzdem fachgerecht wären. Bei diesem Zimmer kamen dann am nächsten Tag teilweise die Tapeten wieder runter, die Arbeit war also nicht wirklich das, was ich erwarten würde, wenn ich eine Firma damit beauftrage. So könnte man es schließlich auch selbst.

Zitat:
Auch Fach-Installationsbetriebe unterbieten sich gegenseitig bis zum "Geht nicht mehr".

Das stimmt so nicht. Wenn man wirkliche Fachmänner haben will dann muss man auch heute dafür noch einiges auf den Tisch legen (glaubs mir, meine teuren Handwerker kommen morgen ;-).
Firmen, die wirklich konstant gute Qualität bieten können es sich leisten teurer zu sein. Aber dann läuft es, wie du schon sagtest, auf Folgeaufträge hinaus. Ich seh es ja im Moment selbst, wir haben eine Firma beauftragt, die 60 km weit weg sitzt, weil die vorher hier und damals (in der Stadt wo sie sitzen) mehrfach gute Arbeit geleistet haben.

Zitat:
Der Preiswerteste erhält den Zuschlag.

Nicht unbedingt. Wir hätten die Arbeiten hier für einige hundert Euro weniger vergeben können aber s.o., bei diesem Betrieb weiß man, dass man gute Qualität für sein Geld bekommt.

Aber man muss auch die andere Seite sehen. Eine Arbeit muss erledigt werden, aber das Geld ist knapp: Was soll man tun außer dem günstigsten Angebot zu nehmen? Das Dach zB nicht decken lassen und es reinregnen / reinschneien lassen? Das ist keine Alternative.

Liebe Grüße,
Sue

Antwort 8 von tschonn

ok an alle, es handelt sich lediglich um die fertigung einer schiebetür und deren montage. selbst dabei ist vom handwerker gewährleistung zu geben.
@aua: du hast recht, aber der auftraggeber zwingt ja niemanden dazu sich unter wert zu verkaufen.
@locke: deswegen geht das deutsche handwerk sicherlich nicht zugrunde, denn sind wir doch mal ehrlich, was rechtfertigt ne gesellenstunde von 55 euro und mehr. wieviel bekommt denn der geselle davon ab und wieviel sein chef und wie hoch ist die gewinnspanne beim material?????? da sollte der hebel angesetzt werden....

Antwort 9 von Locke

@tschonn
Ich kann Dir sagen das hier im Umkreis (und das ist auf dem Land wo die Mieten billig sind) die Gesellenstunde 38.- € kostet muss zur Eigendeckung. Was drüber geht bringt erst Gewinn für den Chef.
Diese Information habe ich von der Handwerkskammer die wiederum diese Berechnung aus Daten von umliegenden Betrieben hat.
In den größeren Städten ist das entsprechend höher anzusetzen.
Ich habe hier mehrere Berechnungen mit solchen Zahlen liegen.
Ich kann Dir da mal ein paar Zahlen nennen die Dir wohl Deiner Vermutung das hier viel Geld gemacht wird widersprechen.
Demnach erwirtschaften kleine Betriebe mit bis zu 5 Angestellten einen Jahresüberschuss von 17000 Euro.
Ich hatte nämlich gerade eine ausführliche Existenxgründungs - Beratung, da wurden alle möglichen Zahlen belegt.
Schau Dir doch mal das Beispiel oben von mir oben an. 2800 Euro für ein ganzes Haus.
Ich kann Dir z.B. sagen das ich mein Haus hier selbst umgebaut habe und mehr als 2000 Euro allein für das Elektro - Installations - Material (ohne Lampen und Geräte) bezahlt habe. Und das bekam ich über eine Elektrofirma vom Großhändler mit super guten Prozenten.
Die Kalkulation der 2800 Euro würde ich gerne mal sehen..........
Vermutlich ist da kein deutschsprechender Geselle am Werk sondern angelernte Billigkräfte die nicht mal ne Prüfung haben die unter "Aufsicht" arbeiten für 3 Euro die Stunde.

Gruß
Locke

Antwort 10 von gast18

Holt euch halt 1€uro-chobber!!

Antwort 11 von roko

Hallo @tschonn,

Zitat:
...was rechtfertigt ne gesellenstunde von 55 euro und mehr?

Verwechsle bitte nicht den Stundenverrechnungssatz mit dem Stundenverdienst.

Zitat Anfang:

Der vom Handwerker geltend gemachte Stundenverrechungssatz ist nicht mit dem Stundenlohn eines Monteurs, schon gar nicht mit dem erzielten Gewinn eines Betriebes gleich zu setzen. Eine Vielzahl von Positionen sind bei der Kalkulation zu berücksichtigen und bei der Berechnung des betriebswirtschaftlichen Gewinns in Abzug zu bringen, so daß dieser entgegen der weit verbreiteten Einschätzung sehr gering ausfällt. Der Stundenlohn eines Gesellen stellt also nur einen relativ geringen Anteil der pro Handwerksstunde zu berücksichtigenden Betriebskosten dar. Nicht unerhebliche Kostenfaktoren bilden daneben die Lohnzusatzkosten im weiteren Sinne und die im Betrieb anfallenden Gemeinkosten für die Verwaltung des Betriebes, Miete, Reparaturen usw. Der verbleibende Gewinn muß dabei grundsätzlich auch die nicht einkalkulierbaren Risiken abdecken. Durchschnittlich setzt sich ein Stundenverrechungssatz wie folgt zusammen:

Die Kalkulation sähe bei einem Stundenverrechnungssatz von € 55,- wie folgt aus.

Stundenlohn.......... Anteil von 31%
Gemeinkosten...... Anteil von 33%
Lohnnebenkosten... Anteil von 33%
Gewinn........................Anteil von 3%
Stundenverrechnungssatz
ohne MwSt..................Anteil von 100%

Dieses Beispiel zeigt, daß der Handwerker aus betriebswirtschaftlichen Gründen einen Stundenverrechnungssatz verlangen muß, der weit über dem Gesellenlohn liegt. Qualität hat tatsächlich ihren Preis.

Zu den Gemeinkosten gehören die Personalkosten für die Verwaltung, Kraftfahrzeugkosten, Versicherungen, Kosten für Strom, Gas und Wasser, Reparaturen an Maschinen, Werkzeugen und Gebäuden, Mietkosten, Porto und Telefonkosten, Werbekosten, Steuerberatungskosten usw.

Lohnnebenkosten umfassen die Arbeitgeberanteile zur Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung, Beiträge zur Berufsgenossenschaft, Sonderzahlungen (Weihnachtsgeld), zusätzliches Urlaubsgeld, Lohn für gesetzliche Feiertage, Krankheitstage, Urlaubstage und nicht direkt verrechenbare Anwesenheitsstunden usw.

Zitat Ende

Du siehst also, dass dem Betrieb von den scheinbar so hohen Stundenverrechnungssätzen gar nicht mehr all zu viel an reinem Nettoverdienst übrig bleibt.
Frag mal Selbstständige, und Du wirst Dich wundern, was denen unterm Strich noch verbleibt.

mfg

Antwort 12 von tschonn

@roko: will das ganze ja nicht ins unermessliche treiben, aber die gemeinkosten sind doch bei vielen betrieben nur eine art deckmantel. wenn zu mir ein handwerker kommt und eine tür, welche er fertig geliefert bekommen hat, bei mir montiert, wieso muss ich extra anfahrtskosten zahlen, die wären doch bei den 33 % gemeinkosten enthalten. und woher soll er stromkosten, gas usw. haben, die maschinen steckt er in meinem haus in meine steckdosen. maschine und werkzeuge sind abschreibungsobjekte.
im grunde genommen ist mir das alles egal, nur kann ich das gejammer von selbstständigen nicht mehr hören. man könnte ja meinen, dass sie monat für monat draufzahlen. dann müssen sie eben in eine fabrik gehen und dort arbeiten, aber auch dort geht es ja jedem schlecht. wir sind ein volk von weicheiern und jammerern, included me, denn ich jammer ja auch, dass die meisten handwerker zu teuer sind. aber solange das so ist, wird sich nichts ändern, aber egal. hauptsache die schiebetür ist günstig, hält lange und kostet wenig ;-)

Antwort 13 von tschonn

@locke: mag hier jeder denken was er will, aber bei mir kommt kein nichtdeutschsprechender handwerker ins haus...

Antwort 14 von chäf

@tschonn

abschreibungsobjekte? kannst du mal erklären welche vorstellung du von abschreibungsobjekten hast? ich wette folgende vorstellung:

chef kauft eine borhmaschine für 300 euro und zieht diese 300 euro von der steuer ab!

hab ich recht? ist das deine vorstellung von abschreibungen?

chäf

Antwort 15 von tschonn

genau, klar bekommt er keine 300 € zurück aber er kann sie abschreiben, genauso wie seine edv-anlage, den firmenwagem etc. sag mir nicht dass das nicht stimmt, denn sonst wäre ich ja ein steuerbetrüger. kann halt nur keine holzschiebetür selbst herstellen, deswegen bin ich anscheinend schuldig und weil ich nen billigen anbieter will (nicht den billigsten). aber anscheinend kaufen hier alle beim teuersten anbieter, weil ihr alle wollt, dass der möglsichst viel von eurem geld bekommt. heuchler, nichts als heuchler......

Antwort 16 von Locke

@tschonn
Es ist unverkennbar das Du schon gewisse Dinge gehört hast, Dir es aber noch keiner richtig erklärt hat.

Ich nehme jetzt mal die Bohrmaschine die Du als Beispiel aufgeführt hast.
Anschaffungswert: 300.- €, damit zählt diese als geringwertiges Wirtschaftsgut und kann sofort abgeschrieben werden.
Das bedeutet eine minderung des zu verteuernden Umsatzes um 300€, bei einem Steuersatz von sagen wir mal 25% wären das 75 € die weniger bezahlt werden müssen.

Anderes Beispiel:
Hilti für 2000 €
Lineare Abschreibungsdauer 7 Jahre = eine Verminderung des zu versteuernden Umsatzes von 286 € pro Jahr.
Macht 71 €, oder 5,92 € pro Monat die weniger bezahlt werden müssen.

PC für 1000 €
Lineare Abschreibungsdauer 3 Jahre = eine Verminderung des zu versteuernden Umsatzes von 333 € pro Jahr.
Macht 83 €, oder 6,92 € pro Monat die weniger bezahlt werden müssen.


Super gelle? Kann man richt reich von werden

Gruß
Locke

Antwort 17 von tschonn

immerhin 83 €, ich kann gar nix davon absetzen und jammer trotzdem nicht.
ich bleib dabei, da ich mein selbstverdientes geld einem handwerker geben will, suche ich mir denjenigen aus, der mir fürs gleiche geld die annähernd gleiche qualität liefert.
ich sitze nicht mit der wumme hinter handwerksmeister müller und sage ihm, "los, biete auf meinen auftrag möglichst niedrig".
dafür bin ich jedoch auch nicht so einer, welcher sich auf diskussionen nach dem schema: wenn sie keine rechnung brauchen, kein problem" einlässt.
also, kleine zusammenfassung:
1. bei mir nur deutschsprechende facharbeiter
2. nur facharbeiter mit deutschem gesellenbrief (liess ich mir sogar schon zweimal vorzeigen)
3. keine schwarzarbeit
deswegen denke ich, dass es nur recht und billig ist, dass ich mir den betrieb raussuchen kann, denn auch öffentliche ausschreibungen sind nichts anderes, nur dass die anbieter die angebote der anderen nicht sehen (zumindest soll dies so sein, siehe allianz arena)
ich denke hiermit können wir das thema beenden, ich danke nochmals lutz für den tipp und in vier wochen ist die schiebetür drin....

Antwort 18 von chäf

locke hats verstanden,jedoch die meisten denken leider sehr oberflächlich darüber nach,deshalb folgende utopische beispiel zur verdeutlichung:

jahresumsatz 2005 incl. MwSt: 1000,- €

16% umsatzsteuerbelastung ans finanzamt : 137,93 €

sonst keine kosten: zu versteuerndes einkommen: 862,07 €


schafft das unternehmen jedoch in 2005 eine bohrmaschine an für 300 € incl. MwSt sieht das folgendermaßen aus:

man zieht aus 300 die MwSt raus = 41,38 und reduziert die an das finanzamt zu zahlende belastung dementsprechend:

16% umsatzsteuerbelastung jetzt: 96,55 €

der nettowert der bohrmaschine in höhe von 258,62 mindert das zu versteuernde einkommen um diesen betrag:

zu versteuerndes einkommen jetzt: 603,45 €


was ich damit sagen will?

es heißt immer so schön:ach du ziehst eh alles von der steuer ab (also im prinzip alles umsonst),blödsinn, denn die kosten bleiben kosten und müssen ja trotzdem bezahlt werden, das geld für die bohrmaschine muß also DOCH bezahlt werden,nur kosten reduzieren ein zu versteuerndes einkommen,sonst nix!

chäf

Antwort 19 von MCC1

Entscheidend ist jedoch, das man nur Steuern spart wenn auch ein Gewinn angefallen ist. Wenn in obigem Beispiel also weitere Kosten anfallen, die den Umsatz übersteigen oder nahe daran kommen, dann kann das zu versteuernde Einkommen schon bei null oder nahe dran sein. Dann ist eine Anschaffung voll vom Unternehmer zu bezahlen.

Im übrigen spricht natürlich nichts dagegen den billigsten Unternehmer zu nehmen. Teilweise sind die abgerechneten Kosten, wie in Lockes Beispiel, nicht voll kostendeckend. Ab und zu hat man halt das Glück (als Kunde) das ein Unternehmer ein Deckungsbeitragsgeschäft macht. Das heisst das Geschäft deckt die direkten Kosten (Material) und wenigstens einen Teil der Lohnkosten. Das ist manchmal besser als gar keine Arbeit. Ein Modell zum Überleben ist das aber nicht.
Ich persönlich bevorzuge gute Qualität und bin dann auch bereit einen etwas höheren Preis zu bezahlen, dummerweise ist ein hoher Preis auch keine Garnatie für gute Qualität.
Viel Spass mit deiner Tür tschonn.
Gruss
Stefan

Antwort 20 von erfrierender

das ist prostitution des handwerks.
ist zum kotzen!
ich frage lieber den handwerker hier um die ecke. sei es den elektromeister (okay, bin selber einer) und und...
bei mir bauen keine osteuropäischen möchtegernfachleute eine installation.!!!mein haus wird komplett deutsch! und da achte ich auch drauf! lieber etwas mehr ausgeben und dafür deutsche qualität!!!
ich will ein haus mit deutscher qualitätsnorm, da müssen die din und die vde eingehalten werden.
bin eben am bauen...
okay, es ist etwas teurer.

Antwort 21 von chäf

MCC1 schreibt: Dann ist eine Anschaffung voll vom Unternehmer zu bezahlen

nochmals:

eine anschaffung ist IMMER voll und ganz zu 100% vom unternehmer zu bezahlen.wer soll das denn sonst bezahlen,die putzfrau???

das ist es ja was ich meine:90% der leute kapierens einfach nicht und meinen,es wäre alles umsonst was "steuerlich absetzbar" ist.

sowas sollte man in der grundschule lehren!!

und übrigens:mein haus wurde auch nur von gelernten deutschen handwerkern errichtet mit rechnung usw. die biiligrumgurker machen doch eh nur alles kaputt,das haus UND die deutsche wirtschaft!!

chäf

Antwort 22 von spüli

Hallo,
ich als Kleinverdiener kann mir schon seit fünf Jahren keine Handwerker mehr leisten. Einer hat mal die Hauptsicherung (Lastschütz) im Haus ausgewechselt.
Material: 15 E, Anfahrt und Auswechseln: 40 Euro!?!).
War der Chef persönlich. Hat nur einige Minuten gedauert
Ich bin Dauergast im Baumarkt, mache fast alles selber, außer Starkstrom-Geschichten usw. Aber alle kleinen Reparaturen, egal ob Sanitär- oder Elektro-
arbeiten in Eigenleistung. In meinem kleinen Haus(BJ. 70er Jahre) gehen nach und nach alle "Verschleißteile" kaputt, einfach so ziemlich alles.
Ohne die Eigeninitiative wäre ich schon im Schuldenturm. Ich verstehe ja die Lage der Handwerksbetriebe, aber wenn den einfachen Leuten die Kohle ausgeht (Nullrunden beim Gehalt seit Jahren und ständig steigende Kosten) kann auch nix mehr für Handwerker ausgegeben werden. Die Kaufkraft ist einfach zu gering.
Und wartet mal, bis die neue MWST da ist; das ist wieder kontraproduktiv, denn was nützen mir die paar E, die ich von der Handwerker-Rechnung beim Finanzamt absetzen kann, wenn alles andere, von Telefonkosten bis Sprit usw. usw. mit 3% mehr besteuert wird und ich Ende des Monats einfach noch weniger cash zur Verfügung habe.

Antwort 23 von Timid

Zitat:
aber anscheinend kaufen hier alle beim teuersten anbieter, weil ihr alle wollt, dass der möglsichst viel von eurem geld bekommt. heuchler, nichts als heuchler......

Vielleicht nicht Heuchler, sondern gut durchgerechnet?
Wir haben zB einfach an anderen Ecken gespart, damit wir uns die Handwerker leisten können, viel ist auch Eigenleistung, in den Baumärkten in der Umgebung kennen wir uns auch inzwischen blind aus.

Ich kann dir ja mal unsere Überlegung erzählen: Bei uns war ein Teppich zu erntfernen, Teppichstripper ausgeliehen, viel damit geschafft (30 € / Tag), leider hat er bei Laufstraßen versagt (Gummierung blieb auf dem Boden), außerdem war er gegen den Teppichkleber machtlos. Wir haben uns in einem Zimmer mit Schabern auf die Knie begeben um den Kleber zu entfernen. Kosten 8 und 12 € für 2 Schaber und etwa 40 € nur für Klingen. Dazu kommen zwei Tage auf dem Boden rumkriechen.
Uns wurde gesagt man müsse den Kleber entfernen (geht am einfachsten mit Schleifen), vorher kann kein Parkett klebend verlegt werden. Das Parkett soll 30 Jahre liegen bleiben und dementsprechend kein Pfusch sein.

Um den Boden selbst zu schleifen hätten wir ein Gerät leihen müssen, was uns pro Tag 120 € Miete kostet (günstigstes Angebot!), die Schleifscheiben kosten pro abgenutztem Milimeter noch mal 100 €, zusätzlich bräuchten wir einen Transporter, weil die Maschine (plus Absaugvorrichtung - die allein ist in etwa so groß wie ein Sofa) beim besten Willen in keins der vorhandenen Autos passt. Dazu kommt die Zeit, die man investiert und die Gefahr mit dem Gerät (von Laien bedient) den Estrich zu beschädigen.
Dann Thema Grundierung: Nimmt man die falsche kann es sein, dass es anfängt zu stinken (unter dem Parkett), diesen Geruch kriegt man angeblich nie wieder weg, nur indem man Parkett und Grundierung wieder entfernt. Was das kostet will ich mir gar nicht ausmalen, also soll das gleich ein Fachmann machen, wenns dann stinkt wissen wir wer das zu regulieren hat und bleiben nicht selbst auf dem Schaden sitzen.
Obendrauf kommt das Thema Parkett verlegen, ich hab das zB noch nie gemacht, nur mal beim Verlegen von Laminat zugesehen (als Kind, vor 15 Jahren). Das Parkett soll außerdem nicht schwimmend verlegt werden sondern verklebt, der Kleber soll für Laien recht tückisch zu handhaben sein.
Wie auch immer, dafür, dass der Bodenbelag 30 Jahre liegen soll sind wir einfach zu sehr Laien, ich hätte zu viel Angst, was falsch zu verlegen o.ä.. Solange ich mich nur selbst drüber ärgere ist es ok, aber die Wohnung soll mit dem Parkett später verkauft werden. Dann das Parkett (was selbst auch nicht ganz billig ist) wieder entfernen wäre finanziell einfach nicht akzeptabel. Deswegen lieber Profiarbeit.

Wir haben also überlegt das Schleifen und Verlegen per Auktion zu versteigern. Deswegen habe ich mich auch etwas mit diesen Auktionen beschäftigt (btw: Googlestichwort Dienstleistungsauktion bringt mehr Ergebnisse als nur MyHammer und Undertool).
Mir graut es nur davor, den Handwerker, der die Auktion gewonnen hat dann auch wirklich nehmen zu müssen, man weiß über die Leute nichts, nichts über die Qualität, die sie bieten usw. Das Risiko dann ebenfalls Laienarbeit zu bekommen (allerdings für das Gehalt eines Profis, siehe den Bericht über die Tapeten) ist einfach zu groß. Also dann doch wirklich lieber die paar Hundert Euro mehr ausgeben und keine Überraschungen.
Wie du oben siehst gibt es einfach zu viele Punkte bei denen ein Laie viel kaputt machen kann und ich denke die Freude, ein bisschen Geld gespart zu haben überwiegt nicht den Ärger, wenn es plötzlich anfängt zu stinken oder wenn das Parkett irgendwo Wellen schlägt.

Übrigens, nochmal zum Vergleich selbst machen vs. Handwerker: Das Schleifen hat vom Handwerker jetzt etwa 150 € gekostet, dafür ist der Boden glatt, der Estrich unbeschädigt, den entstandenen Staub hat er auch noch weggesaugt (allein daran kann ein normaler Staubsauger ja schon mal den Geist aufgeben). Selbst gemacht hätten wir 120 € (ggf 240 €, wenn wir zwei Tage gebraucht hätten) plus 100 oder 200€ für die Abnutzung der Klingen, Kosten für den Transporter und die Zeit investiert. Es wäre also sehr wahrscheinlich teurer geworden. Und wenn Eigenleistung teurer wird als ein Handwerker lohnt das Selbstmachen einfach nicht.

@ Alle, die so stolz darauf sind, nur deutsche Handwerker zu beschäftigen:
Es ist Schwachsinn da zwischen Nationalitäten zu unterscheiden. Wenn ich eine Firma beauftrage, die keine Schwarzarbeiter etc hat kann es mir trotzdem "passieren", dass ein Ausländer auf meiner Baustelle steht. Das sagt aber nichts über die Qualität aus, es gibt nämlich massig Handwerker mit nicht deutscher Abstammung, die trotzdem ihr Handwerk in Deutschland gelernt haben und dementsprechend Qualität liefern.
Wenn diese Sprüche nur darauf bezogen waren keine Billigfirmen aus dem Ausland zu beschäftigen hab ich aber nichts gesagt.

Gruß,
Sue

Antwort 24 von tschonn

@ alle: stellt euch vor, habe den zuschlag nicht dem billigsten gegeben, sondern einem möbelhaus 20 km entfernt, bei denen ich schon mal ne küche gekauft und montieren habe lassen. nur wusste ich nicht, dass sie sich aufs schreinerhandwerk allgemein spezialisiert haben, damals war es ein reines küchenstudio....
@sue: kein mensch hat hier behauptet, dass er nur deutsche handwerker nimmt, so schnell wird man wieder mal ins "rechte" eck gerückt. ich sprach von deutschsprechende handwerker mit deutschem gesellenbrief, da ist ein gewaltiger unterschied zu deiner interpretation. wenn du willst, dass dir ein handwerker nicht einmal eine frage beantworten kann, weil er kein deutsch spricht, so ist das sicherlich dein ding, aber diese art von mediengewollter toleranz habe ich schon lange abgelegt....

Antwort 25 von Nessus

@Locke
Super erklärt und genau den Punkt getroffen

@tschonn
Bei deinen Ausführungen kann einen echt der Kragen platzen. Würdest du für Lau arbeiten?
Sicherlich nicht und wenn Du sagst, warum soll ich die Anfahrt berechnen bekommen, das Auto ist ein "Abschreibungsobjekt", das ist fast der Gipfel der Frechheit.

Was ist verwerflich wenn der Inhaber einer Firma auch an seinen Mitarbeitern Geld verdient?
Nichts, wenn er das nicht dürfte, würde es auch keinen Sinn machen Mitarbeiter einzustellen.
Dann würden div. Typen wieder jammern, weil in Deutschland dann die Arbeitslosigkeit bei 80% wäre und wir wieder in der Steinzeit leben.

Geiz ist nicht wirklich geil. IMHO macht dieser Geiz sogar die Wirtschaft noch ein Stück weit maroder.
Wenn ich eine Tätigkeit mir nicht zutraue, muß ich zum Fachmann, da beist die Maus keinen Faden ab. Auch da gilt der Spruch: Kaufst du billig, kaufst du mehrmals das gleiche.

Nessus

Antwort 26 von tschonn

@nessus: wer richtig liest, ist klar im vorteil. ich habe niemals geschrieben, dass ich die anfahrtskosten nicht zahlen will, weil das auto abschreibungsfähig ist. ich habe mich nur gefragt wieso diese anfahrtskosten einzeln auf der rechnung stehen, wenn laut roko die anfahrtskosten bereits im bereich gemeinkosten im stundenlohn enthalten sind.
ansonsten habe ich ja nen fachmann, siehe post 24.
wenn du mal ein eigenes haus hast, wirste aber sicherlich merken, dass es auch unter fachfirmen erhebliche unterschiede gibt und du nicht einfach sagen kannst, dass der teuerste die beste qualität herstellt.
also, wie gesagt, erst lesen, dann motzen und noch viel spass beim suchen des teuersten anbieters....
ansonsten habe ich noch ein kostenloses gästebuch, nen kostenlosen counter und such mir bei ebay immer die billigsten schnäppchen raus, jetzt kannste noch etwas weitermachen und mir deine verkorkste moral aufdrücken.

Antwort 27 von Nessus

Zitat:
wer richtig liest, ist klar im vorteil......

......wenn du mal ein eigenes haus hast, wirste aber sicherlich merken, dass es auch unter fachfirmen erhebliche unterschiede gibt und du nicht einfach sagen kannst, dass der teuerste die beste qualität herstellt.


Woher willst du wissen, das ich das nicht habe?
Lese mal mein Posting, habe ich da jemals erwähnt, das der Teuerste der Beste ist?


Zitat:
ansonsten habe ich noch ein kostenloses gästebuch, nen kostenlosen counter.......jetzt kannste noch etwas weitermachen und mir deine verkorkste moral aufdrücken.


Nö, sondern ich behaupte eher das du keine Ahnung davon hast sonst hättest du ein eigenes Gästebuchscript und einen eigenen Counter. Oder besser nichts von alledem, weil es eh Humbug ist.;-))
Bis denne

Nessus

Antwort 28 von Locke

@tschonn
Zitat:
ich habe mich nur gefragt wieso diese anfahrtskosten einzeln auf der rechnung stehen, wenn laut roko die anfahrtskosten bereits im bereich gemeinkosten im stundenlohn enthalten sind

Weil ein Rechtsanwalt für das Briefeschreiben auch Geld verlangt obwohl sein Kugelschreiber auch schon unter den Gemeinkoseten abgeschrieben sind.

Überlege Dir doch mal was da genau geschieht wenn ein Handwerker zu Dir kommt:

Der Geselle wird zum Chef gerufen und bekommt einen Auftragszettel.
Der Auftrag wird durchdiskutiert und evtl. Fragen oder Vorschriften die im Vorfeld auftauchen geklärt.
Im Routenplaner wird die Adresse rausgesucht falls nicht bekannt.
Dann einigt man sich auf das Material das benötigt wird.
Einen Großteil davon ist im Lager, spezielle Sachen holt man beim Großhändler.
Nun wird der Azubi eingeweiht und das Auto gepackt Material, Werkzeug ist ja normal drauf).
Jetzt geht es zum Großhändler.
15 - 20 Minuten warten ist da normal am Morgen, eher länger.
So, jetzt Teile einpacken und los.
Halbe Stunde oder Stunde im Berufsverkehr ist normal.
Und nun Ankunft beim Kunde.
Werkzeug und Material ausräumen, evtl einige Stockwerke hoch.
Der Geselle schaut sich jetzt nochmal an was zu tun ist, wahrscheinlich kommt auch gleich der Chef den er vorher angerufen hat das er jetzt gleich da ist, un zeigt nochmal alles vor Ort.

Die eigentliche Arbeit lassen wir jetzt mal weg und sind fertig.

Nun muss alles wieder weggeräumt werden. Restaterial und Werkzeug ins Auto.
Müll einsammeln, wegräumen.
Der Kunde bekommt die Fertigmeldung und alles wird zusammen nochmal kritisch nachgesehen, wozu auch der Chef der eben vom Geselle angerufen wurde nochmal hinzukommt.
Rapportzettel schreiben, unterschreiben lassen, diverse Kundenfragen dazu noch beantworten und jetzt geht es in die Werkstatt.
Unterwegs noch tanken usw.
Fahrzeit im Berufsverkehr.....
Angekommen, das nicht mehr benötigte Restmaterial wieder raus, Werkzeuge sauber machen, Wagen wieder mit Grundsätzlichkeiten bestücken.
Rein zum Chef, Zettel abgeben, evtl. Probleme oder Auffälligkeiten durchdiskutieren.

Fertig.

So, das alles fällt unter "Anfahrt".

Schon mal drüber nachgedacht das die paar Euro das überhaupt nicht abdecken können?

Gruß
Locke

Antwort 29 von tschonn

@locke: so ein käse, erstens schreibtkein anwalt nen brief mitn kugelschreiber und zweitens bezahlst du in diesem fall die zeit. und selbst wenn dein ominöser kugelschreiber wirklich im preis mit dri ist, so ist er wirklich in den gemeinkosten und wird nicht nochmals extra auf der rechnung eufgeführt und einzig und allein darum ging es ja.
und zu deinem ausführlichen rest: das interessiert mich doch gar nicht. wenn mir ein handwerksmeister und betriebsinhaber ein angebot unterbreitet, da sag ich doch nicht zu ihm, dass er sich alles nochmals überlegen und durchkalkulieren soll, denn ich will mehr bezahlen. er ist der fachmann und wenn er der meinung ist, dass bei dem kalkulierten festpreis wirklich noch gewinn macht, dann ist das sein bier. und wenn sein geselle und der azubi (die grössten melkkühe der handwerkerschaft) 4 stunden im stau, zwei stunden beim grosshändler stehen und der stift am ende des tages super beifrei statt diesel tankt und die mühle während der geselle sein bier auf der weiteren heimfahrt trinkt, vererckt, dann sag ich nur : c´est la vie und das wars.

Antwort 30 von Nessus

@tschonn
Du bist echt Merkfrei und Überzeugungsresistent.
Wenn dich die Mühe die sich Locke mit seiner Ausführung gemacht hat, nicht überzeugt, kann man dir nicht helfen.

Nessus

Antwort 31 von Locke

Mir fällt dabei auf das er garnicht gemerkt hat was ich eigentlich aussagen wollte.

Das ist die Aufschlüsselung der pauschal abgerechneten "Anfahrt" und hat mit dem Angebotspreis garnix zu tun.

Zitat:
und zu deinem ausführlichen rest: das interessiert mich doch gar nicht

Und genau deswegen, weil das pauschal berechnet wird, muss Dich das auch nicht interessieren.

Zitat:
und zweitens bezahlst du in diesem fall die zeit.

Nur nochmal so nebenbei, die Anfahrt umfasst auch nix anderes als die benötigte Zeit incl. Vorbereitung um Dein Anwesen zu erreichen.

Gruß
Locke

Antwort 32 von peterc

hallo,habe euren schriftwechsel überflogen,
habe selber ein anwesen in der eifel und habe es
von grundauf renoviert.
da mein vater vor 5 jahren eine ungarin kennengelernt und später geheiratet hat,haben mir bei der arbeit,auch ungaren geholfen.

und ich kann dazu nur sagen,das auch ohne sprachliche verständigung alles super geklappt hat.

vor allem,haben sie sehr sauber und zuverlässig
gearbeitet.




gruß

peter