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Hat jemand den Sportbootführerschein See?





Frage

Moin moin, ich suche Kontakt zu jemandem der Erfahrung hat im Bereich 3 Seemeilenzone (Küsten Deutschland bis Portugal). Eine "Schnapsidee" soll wirklichkeit werden ;-) Da wir Verwandschaft in Lissabon haben, kam uns eines Tages die Idee das man ja "eigentlich nur " den Rhein runter, links abbigen, bis Lisabon und wieder links den Tejo ein paar km rauf müsste... Mir ist klar das es sooo einfach nicht ist. Z.Zt. suche ich eine passende Schule für die benötigten Scheine, aber ich habe keine Ahnung welches Boot geeignet ist für so ein Unterfangen. Gruss Micha

Antwort 1 von TinTin

Das ist in der Tat nicht ganz einfach.

Den Führerschein kannste in jeder Segel- oder Motorbootschule machen. Einfach mal in den Gelbenseiten oder dem Internet schauen, welche in deine Nähe liegt.

Überleg dir aber gut, ob dieser Tripp was für Anfänger ist.

Ich habe mal ein Segelboot von Kopenhagen nach Mallorca (über Lissabon) überführt. An Bord waren einige sehr erfahrene Segler. Im Englischen Kanal und den starken Gezeiten vor St. Marlo haben wir dennoch ganz schön bammel gehabt.

Und der Rhein mit seiner Strömung und dem hohen Verkehrsaufkommen ist denke ich auch nicht ohne.

Miete doch mal ein Motorboot in Holland (Friesland) Da benötigt man keinen Führerschein und bekommt mal ein Gefühl für so ein Boot. Ausserdem sind da nicht so viele Berufschiffe. Für Anfänger sicher besser geeignet als die Nordsee oder die Biskaya.

Antwort 2 von Gummikuh

Hallo TinTin,
klar, es soll nicht gleich die erste Fahrt soweit runter gehen.
Der Tripp nach Lisboa wird erst nach reichlich "Übungsfahrten" gemacht. Wir gehen davon aus, das ich erst Sommer nächsten Jahres den Führerschein nutzen werde. Nach Kauf eines Bootes wird 1 Jahr "geübt". Ich denke, dass ein Liegeplatz am Rhein (ggf. toter Seitenarm o.ä.) ein idealer Anfang ist. Von dort aus können wir uns über quasi stehendes Gewässer, dann (vorsichtig) in fliessendes und dann in befahrenes Wasser "vortasten". Mit der gewonnenen Erfahrung dann die ersten Fahrten den Rhein erst teilweise, dann ganz runter bis zur See. Nächte und schlechtes Wetter werden im nächstgelegenen Hafen "ausgesessen".
Ich denke das ich in dieser Zeit auch den ein oder anderen "alten Haasen" kennen lernen werde.
Wir liebäugeln mit einem Kajütboot um ca. 8m, da wir ggf. zu viert fahren wollen. Tendenziell würde ich eher einen Aussenbordmotor bevorzugen, da dieser einfach in die Werkst. gebracht werden kann. Ausserdem soll ein Echolot, GPS sowie ein vernünftiges Funkgerät vorhanden sein (oder nachgerüstet werden). Damit die Fahrt nicht komplett zur reinen Geduldsprobe wird, sollte der Motor (die Motoren?) das Boot bis auf ca. 30 Knoten bringen können.
Was hälst Du von dieser Wahl?
Gruss
Micha

Antwort 3 von 7Monde

Ich hab zwar nur den Sportbootführerschein Binnen (mit Segelteil), aber ein paar Dinge fallen mir dennoch zu Deinen Plänen ein:

1. Ein 8m Boot dürfte ein wenig zu klein sein, insbesondere wenn es sich um ein Motorboot handelt. Das hängt mit der unterschiedlichen Rumpfform zusammen, die bei Seglern eher schlank ist. Mit einem Motorboot nimmst Du jede Welle schön mit, statt durch sie hindurch zu schneiden. Deshalb sind Segler immer deutlich seetauglicher.
Und tagelang über die Reling hängen um die Fische zu füttern ist ja auch nicht soo toll....
Wie lang so ein Motorboot sein sollte kann ich auch nicht sagen, aber mit einem Segelschiff würde ich mich nicht unter 10-12m auf so einen Törn machen.
Die Biscaya ist ne stürmische Gegend, und auch wenn ihr Euch nur in der 3SM Zone bewegen wollt, herrscht da oft ne rauhe Dünung.

2. Außenborder: Zur seetauglichkeit kann ich nix sagen, aber solltest Du auch den Spritverbrauch mit einrechnen und wenn Du ein Boot auf 30Knoten beschleunigen willst, dann sollte es auch die entsprechende Rumpfform dafür haben.Das geht mit nem Sportboot problemlos, aber mit nem Kajütboot wir das schwierig. Da braucht man viele viele Pferdestärken und muss ein gleitfähiges Boot haben, besonders bei Seegang.

3. Wenn Du ein Funkgerät betreiben willst, brauchst Du ein Funksprechzeugnis, erklärt dir aber jede Sportbootschule.
Vielleicht solltest Du um Erfahrung zu sammeln eine Schule mit Ausbildungstörns wählen.

4. Schon mal über Alternativen nachgedacht? Wie wärs mit nem Binnentrip durchFrankreich (Canal du Midi), um sich die Nordsee und den Ärmelkanal zu sparen?

Gruss Marc

Antwort 4 von TinTin

Das mit dem Tripp durch Frankreich ins Mittelmeer hatte ich ich auch im Hinterkopf.

Und ein Funkzeugnis benötigst du auch. Für Binnengewässer (Rhein) den UBI und für die See den SRC Schein. Für den Rhein benötigst du auch noch einen Sportbootführerschein Binnen. Irgendwie gabs auch ein Rheinschifferpatent ... ob es das immer noch gibt und ob man das benötigt wird dir eine Bootsschule sagen können.

Ich bin nu kein Motobootfahrer. Aber selbst bei einem Segelboot würde ich ein solche Tour nicht mit einem Aussenboardmotor machen. Beim Seglerboot wäre 8m die absolute Untergrenze für solch einen Törn.

Aber ich denke deine Idee am Rhein o. Nebenarm zu üben ist nicht schlecht. Du wirst da schon sehen, was du dir zutrauen kannst und wo deine Grenzen sind.

Der Englische Kanal ist das anspruchsvollste Gewässer, dass ich bisher besegelt habe. Und ich bin schon lange (25 Jahre) Mitsegler und selber Schiffsführer auf Ijsselmeer, Nord- und Ostsee.

Antwort 5 von seebaer

Die Rumpfgeschwindigkeit ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit des vom Schiff selbst erzeugten aus Bug- und Heckwelle bestehenden Wellensystems. Bei Rumpfgeschwindigkeit ist das Schiff zwischen seiner Bug- und Heckwelle „gefangen“. Die Rumpfgeschwindigkeit beträgt für einen Rumpf mit einer Länge der Konstruktionswasserlinie

von 10 Metern etwa 7,7 Knoten,
von 100 Metern etwa 24 Knoten,
von 300 Metern etwa 42 Knoten.

Formel: Quadratwurzel der Wasserlinienlänge in Metern multipliziert mit dem Faktor 2,3

Motorboot mit Aussenborder für die Tour? Niemals!

Du brauchst den SBF Küste, auf dem Ozean - ausserhalb der Hoheitsgewässer - gibt es keine Führerscheinpflicht.

Antwort 6 von TinTin

http://www.dsv.org/

http://www.dmyv.de/

diese beiden Links sollten weiterhelfen.

Und nicht erschrecken. Die Verbände verstehen es mit den Scheinen ganz gut Geld zu verdienen. Wenn du also so nach und nach vier Scheine benötigst, kommen da ganzschön Kosten auf dich zu.

Antwort 7 von Gummikuh

Hallo,
danke erstmal für die vielen Antworten (hab´ ich ehrlich gesagt gar nicht mit gerechnet ;-)

Ich habe mich etwas schlau gemacht über die div. Führerscheinklassen. Es ist wohl praktikabel zuerst den "Seeschein" zu machen weil der fast alles für den Binnenschein beinhaltet. Der Binnenschein wird dann als Zusatzprüfung abgelegt, was unterm Strich einiges an Kosten spart.
Die benötigten Funkscheine werden in aller Regel mittlerweile (da seit geraumer Zeit Pflicht) von den meisten "Fahrschulen" mit angeboten.
Zitat:
Der Englische Kanal ist das anspruchsvollste Gewässer, dass ich bisher besegelt habe.

Ich glaube das es mit einem Motorboot einfacher ist als zu Segeln. Im Zweifelsfall fahre ich langsam und auf Sicht hinter einem großen Boot her bis ich da raus bin, oder ich fahre wirklich dicht unter der Küste...Möglich?
Zitat:
Motorboot mit Aussenborder für die Tour? Niemals!

Was spricht konkret gegen einen Ausenb., oder für einen Innenb.-Motor?
Zitat:
Schon mal über Alternativen nachgedacht? Wie wärs mit nem Binnentrip durchFrankreich (Canal du Midi), um sich die Nordsee und den Ärmelkanal zu sparen?


Sorry, ich habe in Erdkunde nicht so aufgepasst, ist es möglich auf dem Wasserweg vom Rhein an´s Mittelmeer zu kommen? Rhein deshalb, weil ich den vor der Haustüre habe ;-)

Antwort 8 von 7Monde

Wie man genau vom Rhein an den Canal Du Midi kommt weiss ich nicht, aber da gibts auf jeden Fall ne Verbindung.
Und der Canal Du Midi ist wohl eine der schönsten Wasserstrassen der Welt!

http://de.wikipedia.org/wiki/Canal_du_Midi

Der Ärmelkanal ist natürlich schwierig, da man da auch durch Gezeiten verursachte Strömung hat. Ob man sich auch nah an der Küste bewegen kann und wie es da mit gefährlichen Strömungen und untiefen zu tun hat: Keine Ahnung, aber für so was gibts ja Seekarten....

Auch zu Außenbordern kann ich net so viel sagen, könnte mir aber vorstellen dass es bei stärkerem Seegang Probleme gibt, z.B. eindringendes Wasser, oder dass der Propeller bei ungünstiger Dünung aus dem Wasser taucht.
Werden Außenborder eigentlich mit Diesel betrieben? Verbrauchsmässig dürften sie aber über nem soliden Schiffsdiesel vergleichbarer Stärke liegen.

Antwort 9 von TinTin

Zitat:
Ich glaube das es mit einem Motorboot einfacher ist als zu Segeln. Im Zweifelsfall fahre ich langsam und auf Sicht hinter einem großen Boot her bis ich da raus bin, oder ich fahre wirklich dicht unter der Küste...Möglich?


Ob es mit Motor einfacher ist weiss ich nicht. Das mit dem großen Boot klappt nicht. In dem Fahrwasser darfst du im Zweifel nicht fahren.

Der Kanal ist so schwierig, weil er die befahrenste Wasserstrasse der Welt ist. Dort gelten allerlei Sonderregeln, was Sportboote dürfen und was nicht. Ausserdem gibt es dort erhebliche Gezeitenströmungen. Sowohl was die NAvigation, als auch was die Bootsführung angeht kann dass sehr, sehr kniffelig werden und unerfahrene Bootsführer schnell zur Panik führen.

Und ausserdem kann man dort ordenlich Probleme mit dem Wetter bekommen und die bekommt ein Motoboot im Zweifel noch schlimmer ab, als ein Segler.

Windstärke 7 Welle von vorne und dann mit einem Motorboot durch ... Prostmahlzeit

Zitat:
Was spricht konkret gegen einen Ausenb., oder für einen Innenb.-Motor?


Wie schon gesagt, ich bin kein Motorspezialist. Aber Aussenboarder kenn ich vorallem aus Binnengewässern. Auf der offenen See bringen die die Leistung nicht mehr. Für lange Touren sollte es schon mehr als so ein Miefquierl sein. Da würde ich mein Leben lieber einem ordenlichen Schiffsdiesel anvertrauen mit einer festen Schraube, einem ordenlichen Getrieb und und und. Da hast dann auch einen Festen Tank, in den genug Sprit für so eine Tour rein geht. Anders als beim Auto hat man ja nicht dauern eine Tankstelle in der nähe. Ausserdem bekommst du Diesel in jedem Hafen.. Gemisch oder was auch immer in einen Aussenboarder kommt bekommst vorallem in Yachthäfen.

Zitat:
Sorry, ich habe in Erdkunde nicht so aufgepasst, ist es möglich auf dem Wasserweg vom Rhein an´s Mittelmeer zu kommen? Rhein deshalb, weil ich den vor der Haustüre habe ;-)


Wie der Weg genau ist weiss ich auch nicht. Aber es geht. Freunde von mir haben ein Segelboot von Holland ins Mittelmeer gebracht über Rhein (Mosel?) und Rhone (dawischen gibts irgendwelche Verbindungskanäle).

Wir haben damals diesen Weg nicht genommen, weil wir segeln und nicht motoren wollten, im Binnenland ist man aber deutlich Wetter unabhängiger.


und hier noch ein Link http://www.elwis.de/

Antwort 10 von TinTin

Vielleicht erkundigst du dich mit deinen Fragen mal hier:
Zitat:
http://forum.boote-magazin.de/
. Dort bekommst du sich noch etwas fundiertere Antworten auf deine Fragen ...

Antwort 11 von seebaer

Du planst Durch den Kanal und die Biskaya zu fahren, Du stellst Dir vor, wenn das Wetter mal schlechter wird in den nächsten Hafen zu fahren oder hinter einem grossen her zu tuckern.

mit einem 8 Meterboot mit Aussenborder...

Bei einer Wellenhöhe von 1,5 Meter hängt Dein Aussenborder die hälfte der Zeit in der Luft, wird nicht ordentlich gekühlt und verabschiedet sich nach etwa 15 sm. Ich brauche hier nicht für und wider des Aussenborders zu beschreiben, es geht einfach nicht!

Ich habe eine ähnliche Tour ab Hamburg mit einer 15m Segelyacht (Swan) gemacht, im Kanal ganz softe und nett in der Biskaya mit rund 10 BFT und einer Kreuzsee (lange Welle aus dem Atlantik kreuzt kurze Welle im 45 ° Winkel). In Nordwestspanien steigerte sich der Wind auf Orkanstärke. Die Biskaya ist berühmt dafür, suche mal nach dem Fastnet-Race; da geht man hin, wenn man lernen will, sich, die Crew und das Boot zu beherrschen. Unsere Begleitboot, eine 18m Helmsman hat bei dem Spass den Mast versenkt.

Das Schöne ist, mit einem Segelboot hast Du dabei noch eine gute Chance, Heil und mit dem Gefühl, ein richtiges Abenteuer erlebt zu haben aus der Sache rauszukommen.

Mit dem Motorboot deiner Vorstellungen sind die Prognosen weniger schön.

Rechne mal nach der Formel von oben die Rupfgeschwindigkeit von Deinem Motorboot aus und überlege Dir, wie lange Du einem grossen Boot hinterherfahren kannst.

Dein Gedanke, wenns Wetter schlechter wird an Land zu fahren ist schön, so lange das Wetter noch gut ist.
Am sichersten wettert man einen Sturm aber auf hoher See ab, ohne Felsen, Brandung oder enge Hafeneinfahrten.

Kannst Du Dir Vorstellen, was aus einer angenehmen, 300m langen Atlantikwelle passiert, wenn die in der Biskaya ankommt?
Wenn sich die Wassertiefe von weit über tausend Meter auf 50m verringert?
Die wird gestaucht wie Dein Auto beim Crashtest, wird kurz, steil und hoch... Man kanns es sich kaum vorstellen, aber man hat kein Land in Sicht und trotzdem Sand im Boot - vom Grund !

Ich wünsche Dir viel Spass bei der Tour, aber solltest noch einiges an Seemannschaft lernen und praktische Erfahrungen mit einer guten Crew sammeln.

Im Moment planst eher einen Vatertagsausflug im Baggersee mit 3 Kisten Bier, auf See herrschen aber andere Regel. Schau Dir einfach mal die Küste zwischen Biaritz und La Coruna an, zähle die Anzahl der Häfen bzw. die Möglichkeit an Ufer zu kommen ohne das Boot an den Felsen zu zerfetzen und Vergleiche die Distanz dieser Möglichkeiten und Deiner Höchstgeschwindigkeit...

Wie schnell läuft Dein 8m-Boot gegen Wind, Welle und Strömung? Vielleicht noch die Hälfte der Rumpfgeschwindigkeit?

mir fehlt die Zeit, Käptn Blauauge

Antwort 12 von Gummikuh

Guten Morgen (oder morgen?) zusammen
Hallo Seebaer,
die Info wieder den Aussenborder reicht mir, damit hast Du alles erklärt. Ich wollte halt nur wissen warum nicht.
Was hälst Du denn von TinTin´s Idee durch Fluesse und Kanaele erst in´s Mittelmeer und von da aus Richtung Portugal.
Kann man diese Route (natuerlich ist das pauchalisiert) als ungefaehrlicher bezeichnen?
Bei den Überlegungen zur Bootslaenge habe ich mich an Fischerbooten orientiert, welche ueblicherweise an der West wie Suedkueste Portugals verwendet werden.
Deinen (und anderen) Ausfuehrungen entnehme ich das ein Seegelboot konstruktionsbedingt besser im Wasser "liegt", bzw. sicherer im Handling ist (vorausgesetzt man weis was was man macht)?
Was waere denn aus Deiner Sicht ein passendes Boot?
Wie gesagt, ich hatte mich (vorerst) auf ein Kajütboot (Halbgleiter) eingeschossen.
Gruss
Micha

Antwort 13 von seebaer

nach meinem Eindruck bist Du fest entschlossen, die Tour zu machen und es dürfte mittlerweile klar sein, dass die Aktion einige Wochen dauert.
Wenn Du, wie ich annehme einen Job hast, werden dafür mindestens zwei Jahresurlaube drauf gehen.

Du musst:

1. die Seemannschaft (alles was zu sicheren Führen eines Bootes gehört) lernen
Dazu reicht die Führerscheinausbildung nicht, die solltest zwei bis drei, zweiwöchige Törns mit einer erfahrenen Crew unternehmen, am besten in einem vergleichbaren Revier.
Spätestens nach zwei Wochen weisst Du, ob das Bootsleben etwas für Dich ist. Auch, ob Du eher Segler oder Motorbootfahrer bist. Persönlich würde ich immer zum Segeln raten, aber eher ein Boot chartern als kaufen (zumindest für so eine Tour)

2. Aufgrund der Erfahrungen wirst Du zu einer Meinung kommen, mit WEM Du eine längere Reise auf einem Boot machen willst. Neben dem seemännischen werden einige soziale und psychologische Probleme auftreten, wenn man einige Wochen auf engstem Raum unter Bedingungen lebt, die nicht dem individuellen zivilisatorischen Ansprüche genügen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass auf Freunden Feinde werden ist viel grösser als umgekehrt. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie sehr sogar die besten Freunde nerven können.

Andererseits kann aus einer Schnapsidee ein Traum werden und den soll man auch verwirklichen.

Ob es ein Traum oder Alptraum wird, hängt im wesentlichen von der Vorbereitung ab.
Erfahrungen sammeln und die eigenen Grenzen ausloten würde ich aber mit Profis.

Es gibt sehr teure interessante Törns, aber auch die Möglichkeit, gegen geringe Unkostenbeteiligung an einer Überführung (z.B. Karibik-Europa) teilzunehmen.

Den Binnenweg finde ich langweilig.

Interessant wäre vielleicht, wenn Du Dich mit Deiner Verwandschaft einer Überführung (Hamburg-Portugal) anschliessen würdest.

Antwort 14 von TinTin

Zitat:
Den Binnenweg finde ich langweilig.


Als Segler gebe ich dir da absolut recht. Mit dem Motorboot ist es sicherer, gemütlicher und zumindest bis ans Mittelmeer auch einfacher.


@Gummikuh

ich würde an deiner Stelle mal Motorbooturlaub auf einem gecharteten Boot machen.

Es gibt viele Kanäle und Flüsse auf denen Sowas angeboten wird (Holland, Themse, Shannon in Irland, Venedig..) http://www.nautic-tours.de/index.html


Ich bin und bleibe Segler. Du benötigst allerding zum Segln noch mehr Erfahrung um "außenrum" nach Spanien zu kommen. Das ist eine Erfahrung die man nicht in ein oder zwei Jahren sammelt. Ich kenn Segler, die segeln seit 10 Jahren in Holland und trauen sich immer noch nicht auf die Nordsee. Ohne die nötige Sicherheit und Erfahrung wird der Törn ein Glücksspiel und du bringst dich und was schlimmer ist auch andere in Lebensgefahr.

Antwort 15 von Rudger

Noch was zum Bootstyp: Bin selber einige Jahre auf der Adria gefahren (Gleiter/Halbleiter). Solche Bootstypen sind nur was für schönes Wetter und einigermassen ruhige See.Bei kurzen und hohen Wellen leidet die Bandscheibe ganz heftig. Ein Verdränger ist für solch ein Vorhaben besser geeignet. Die sind zwar erheblich langsamer, haben aber meist sehr kräftige Diesel und man kommt bei mittlerer Motordrehzahl auch recht weit mit einer Tankfüllung. Aber trotzdem würde ich solch eine Tour nicht als Anfänger wagen.

Rudger

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