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"We need more bass - on all frequencies"





Frage

Zitate wie obenstehend, sagt man ja eher im Gemüsefachhandel, wenn die letzten Melonen, Kürbisse oder Chiligurken ausverkauft sind und man als Vegetarier sich mit schwachen Salatherzchen und Cocktailtomaten übers Wochenende retten muss. Dazu noch eine Probierpackung Chinagewürze mitgehen lassen und man denkt sich: "Wie schwach." Aber die Läden sind am Freitag schon leergeräumt, die guten Sachen weg und selbst fühlt man sich ja auch nicht mehr so fit. An der Kasse stehen, mit Cocktailtomaten, einer Büchse Thunfisch und bischen Creme Fraiche. Nachdenken über ein Rezept mit diesen Zutaten und warum man immer zu spät einkaufen geht. Sich über die Frage der Kassenschlampe wundern, "ob das alles wäre". Ja, bei Kaiser's einkaufen heißt gefragt zu werden, ob man alles hat. Eigentlich ein toller Service. Der alkoholisierte Mann im Trainigsanzug hinter mir verströmt den betörenden Duft von Schweiß und Doppelkorn. Die nette Dame an der Kasse schielt mir ins Gesicht als ich feststelle daß ich kein Geld bei mir habe. "Was solls", denke ich mir. "Wenn ihr nicht das habt, was ich kaufen wollte, kann ich ebensogut mit dem, was ich nicht bezahlen kann, verschwinden." Ich tue so, als ob ich nach einer EC-Karte kramte und klemme dabei die Cocktailtomaten unter den Arm. Ich überreiche ihr umständlich eine blaue Eintrittskarte zu dem OpenAir-Konzert, auf dem ich letzten Monat war. Sie merkt's. Aber ich habe den Thunfisch schon in der Jackentasche verstaut. Schnell die Gewürze zwischen die Zähne geklemmt, umgedreht und auf die Tür zustürmen. Beim Umdrehen dem Mann im Trainingsanzug aus Versehen den Ellenbogen in den Bauch gerammt aber ich bin in Eile. Die Oma vor mir, die wie in Zeitlupe ihre Einkäufe einpackt, auf den Fuß getreten. Mein linker Arm bleibt an ihrer Tasche hängen. Ich schlage mit der Schläfe hart gegen die noch geschlossene Ausgangstür. Nichtmal drei Meter von der Kasse bis zum Ausgang und ich versau' es. Die Gewürze fallen mir aus dem Mund, ich rutsche an der sich öffnenden Tür runter, reiße meinen linken Arm nach oben und die Träger der Tasche wickeln sich um meinen Hals. Die Oma schreit und reisst an ihrer Tasche. Ich ringe nach Luft. Sekunden bei Kaiser's. Stunden für mich. Der Mann hinter mir zieht an meiner Jacke, als ich versuche aufzustehen. Er schlägt mir aus Versehen seinen Fuss in die Leiste. Kann er aber nix für, schließlich kratze ich mit meiner rechten Hand schon über den Asphalt hinter der Ausgangstür. Er musste mich daran hindern zu entkommen. Als der Filialleiter die Polizei ruft, weil er sonst nichts zu tun hat und die Oma auf mich einprügelt, wirds mir fast zuviel. Ich schließe die Augen und denke an das, was mich hierher zog: Ein schönes, gut abgehangenes Rinderfiletstück, Rukolasalat, Parmesankäse und frisches Brot. Aber ich kam zu spät und musste büssen. Zum kotzen. spectral

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