Supportnet / Forum / NW-Sonstiges
Neues Netzwerk, altes Haus.....
Frage
Hallo,
ich wohne in einem dreistöckigen Haus BJ 1969. Die Kinderzimmer sind oben unterm Dach, die Wohnung ist im ersten Stock. In meinem Büro in der Wohnung hatte ich bis jetzt mehrere Rechner über Patchkabel und Switch vernetzt. Den Laptopanschluss im Wohnzimmer hatte ich mit Netzwerkdose<->Cat5 Kabel<->Netzwerkdose<->Patchkabel<->Switch realisiert. Alles lief problemlos. Um endlich ein größeres Büro zu bekommen habe ich nun noch einen Raum im Erdgeschoss angemietet. Dort sollen meine PCs, die Telefonanlage, Splitter, DSL-Modem, Router usw. hin. Bei dieser Gelegenheit will ich auch gleich das ganze Haus vernetzen, also die PCs der Kinder im Obergeschoss mit ans Netzwerk anbinden, sowie Telefonleitungen in alle Raüme im ersten und zweiten Stock legen. Ich habe mir auch schon Cat7 Kabel und Cat7 Patchfeld für ein Gigabit-Netz, sowie Cat.5e S-FTP Kabel für Isdn und analoge Telefonleitungen gekauft.
Da in diesem neuen Büroraum ein Vormieter an der Elektrik gefummelt und dann beim Auszug einfach alle Kabel abgeschnitten hatte, hat mein Vermieter einen Elektriker kommen lassen um das wieder in Ordnung zu bringen und mir für meine Rechner gleich einen Brüstungskanal mit mehreren Steckdosen setzten lassen. Der Elektriker hat mir dann erklärt, die alten Steckdosen im Raum seien noch mit zwei Drähten angeschlossen, diese solle ich doch bitte nicht für PC, USV o. Ä. verwenden. Er habe für dafür extra neue Dosen mit drei Drähten (also echten Schutzkontakt) ab dem Unterverteiler angeschlossen. Da ich im Internet schon viel viel über Probleme mit Potentialausgleich und deren Gefährlichkeit gelesen habe, habe ich den Elektriker gefragt, ob ich da irgendwas beachten müsste, da ja die Rechner oben noch an den alten Steckdosen angeschlossen, nun via Netzwerk mit den Rechnern unten, an den neuen Dosen verbunden werden. Nach kurzem Überlegen sagte mir dieser: "Es ist ja alles im selben Haus und die Unterverteilungen der Wohnung sowie die des neuen Büros laufen doch im Keller sowieso auf den selben Hauptanschluss. Es gibt daher keine Potentialunterschiede."
[b]Hat der Mann Recht?[/b]
Ich bin in der EDV-Branche tätig und bisher mit dem Thema Netzwerk eigentlich recht locker umgegangen. Auch wenn ich bei unseren Kunden den verschiedenen Elektrikern beim ziehen der Netzwerkkabel zugeschaut habe, ist mir nie aufgefallen, dass die da irgend eine Erdung oder Potentialausgleich angeschlossen hätten. Einfach Kabel gelegt, vorne und hinten Dose drangepatcht, fertig. Egal ob quer durch den Laden oder über mehrere Stockwerke, meist noch im Kanal mit 220V NYM Kabeln. Einmal sogar Freiluftleitung von 150mtr. zum Nachbargebäude (einfach Dose, 60mtr. Kabel, Switch, nochmal 90mtr. Kabel, Dose dran fertig). Nach dem ich mich aber nun etwas im Internet umgeschaut habe, bin ich doch recht verunsichert. Da gibt es die tollsten Theorien, von einseitig erden über zweiseitig erden, bis zu dem Tip generell ungeschirmte Kabel zu verwenden (dies sei eh nur in Deutschland üblich und mache nur Probleme, in den USA gebe es trotz weitaus stärkerer Vernetzung keine geschirmten Kabel), ist alles dabei. Selbst brennende Netzwerkke soll es wegen Potentialunterschieden schon gegeben haben. Ja selbst bei meiner selbstangeschlossenen Sat-Schüssel habe ich nun ein schlechtes Gewissen (ich hab das Ding an die Hauswand geschraubt, Loch durch die Wand, Kabel durch fertig), denn auch hier heist es einmal, die Halterung erden, die Kabelschirmung auf keinen Fall (macht Störungen), andererseits aber heisst es, jedes Kabel das ins Haus kommt muss zwingend mit 4mm² Kupferdraht an den Potentialausgleich angeschlossen werden.
[b]Bitte helft mir, ich kann mir keinen "Elektro dipl. Ing." zur Verlegung von ein paar Kabeln leisten.[/b]
[b]Was muss ich bei folgender Aufgabenstellung beachten:[/b]
Im neuen Büro soll eine USV an die neuen Steckdosen angeschlossen werden, von dort will ich dann mehrere Kabel (evtl über 10 mtr. im selben Kanal mit den Netzwerkkabel) zu Steckdosen am Schreibtisch verlegen. Dort sollen dann mehrere Rechner, Telefonanlage, Switch, ect. angeschlossen werden. Drucker und andere Verbraucher werden direkt an den neuen Steckdosen eingesteckt.
Vom Obergeschoss will ich drei Netzwerkkabel und drei Telefonkabel sowie aus der Wohnung ein Netzwerkkabel sowie zwei Telefonkabel und ein Isdn-Kabel nach unten ins Büro legen. Die Netzwerkkabel laufen dann dort auf ein Patchfeld, welches dann mit dem Switch verbunden wird. Die Telefon und Isdn-Kabel logischerweise zur Telefonanlage. Die Rechner im Büro werden direkt über Patchkabel auf den Switch gesteckt.
Weder in der Wohnung noch im neuen Büro gibt es FI oder sonstiges, nur ganz normale 16A Haushalts-Sicherungsautomaten.
Im Voraus schon mal besten Dank.
Antwort 1 von hehe
Hallo,
für deine Vernetzung suche was über die strukturierte Verkabelung- wenn du es richtig machen willst.
Zum USV, informiere dich darüber- es gibt mehr als nur eine Sorte, damit du das richtige auswählen kannst.
"Bitte helft mir, ich kann mir keinen "Elektro dipl. Ing." zur Verlegung von ein paar Kabeln leisten."
Du könntest zumindest einen Fachmann holen der so einen Plan (was zum machen wäre und was an Materialien nötig ist) erstellt, normalerweise sowas bei einem Kostenvoranschlag dabei sein sollte- so könntest du auch sehen, ob es von dir durchführbar ist.
für deine Vernetzung suche was über die strukturierte Verkabelung- wenn du es richtig machen willst.
Zum USV, informiere dich darüber- es gibt mehr als nur eine Sorte, damit du das richtige auswählen kannst.
"Bitte helft mir, ich kann mir keinen "Elektro dipl. Ing." zur Verlegung von ein paar Kabeln leisten."
Du könntest zumindest einen Fachmann holen der so einen Plan (was zum machen wäre und was an Materialien nötig ist) erstellt, normalerweise sowas bei einem Kostenvoranschlag dabei sein sollte- so könntest du auch sehen, ob es von dir durchführbar ist.
Antwort 2 von Gummikuh
Hallo Brainstormer,
mit der fehlenden Erdung, das verwundert mich, weil es (meines Wissens) auch 1969 bereits vorgeschrieben war, allerdings waren die Farben der Adern damals noch anders! Ich habe selbst in Häusern der frühen Nachkriegszeit Leitungen gelegt, und auch dort war bereits 3-Aderig gearbeitet worden (mit AlU-Mantel und Textilisolierung der Adern).
Also wird zumindest bis zur Etagenverteilung (Zählerkasten?) eine Erdfe mitliegen.
Gelegentlich hat man wirklich die Erde eingespart und den Null-Leiter mittels eines Drahtes auf den Erd-Anschluss mit aufgelegt (nennt sich Nullung und ist seit Jahrzehnten verboten).
Sollte das so gemacht worden sein, dann geht es noch, da (Heutzutage) Null und Erde im Hausanschlusskasten (oder auf der Zählertafel) auch gebrückt sind.
Somit hast (mehr oder weniger) auch einen Schutzleiteranschluss. Dein Elektriker hat also recht.
Was den Potentialausgleich im Lan angeht, ist alles ok., da innerhalb der Dose der Schirm jeweils elektrisch leitend mit dem metallischen Gehäuse verbunden wird. Durch deine Patchkabel (ebenfalls geschirmt) wird dann die Verbindung über einen el. Leitenden Teil des Steckers hergestellt. Zu diesem Thema noch ein paar Info's von Dätwyler (einer der führenden Hersteller von CATx-Leitungen)
http://dks.daetwyler.net/d/forum/read.php?f=1&i=11&t=10
Cat5e Leitung diverser Hersteller sind bereits für 1000MBit ausgelegt. An Deiner Stelle würde ich keine "gemischte" Verkabelung anfangen. Die papar Euro die Du sparst...
Mit einer "Neutralen" Verkabelung bist Du immer auf der richtigen Seite.
Lege überall die gleiche Leitung, mach überall Catx-Dosen, und dann alles auf ein Patchfeld, so kannst Du Hausintern auch "umziehen" ohne Probleme.
Ich würde Dir auch empfehlen (monität vorausgesetzt ;-) Dir (wenn standorttechnisch möglich) einen kleinen 19" Schrank neben
den Schreibtisch zu stellen. Oder willst du das Patchfeld an die Wand, unter den Kanal schrauben und alle sonstigen Geräte dazu (Switch, TK usw?)
Da kannst Du dein Patchfeld, die USV, Switch ,TK-Anlage usw. einfach und ordentlich unterbringen, ggf auch 1 oder mehrere Rechner.
Viele Midi-Tower lassen sich quer auf einen 19" Boden legen, es muss nicht direkt ein Rack-Gehäuse sein. Es gibt passende Steckdosenleisten die kannst Du an Deine USV anstöpseln, und dort dann die eigentlichen Verbraucher einstecken.
TK-Anlage, Switch und ggf. 2 Rechner an einer Steckdose sind kein Problem.
Je nach USV ist sogar ein Telefonschutz integriert (2 RJ11 oder 12 Ansch. Tel. rein-> Tel. raus)
Viel Erfolg
Gruss
Micha
mit der fehlenden Erdung, das verwundert mich, weil es (meines Wissens) auch 1969 bereits vorgeschrieben war, allerdings waren die Farben der Adern damals noch anders! Ich habe selbst in Häusern der frühen Nachkriegszeit Leitungen gelegt, und auch dort war bereits 3-Aderig gearbeitet worden (mit AlU-Mantel und Textilisolierung der Adern).
Zitat:
Er habe für dafür extra neue Dosen mit drei Drähten (also echten Schutzkontakt) ab dem Unterverteiler angeschlossen.
Er habe für dafür extra neue Dosen mit drei Drähten (also echten Schutzkontakt) ab dem Unterverteiler angeschlossen.
Also wird zumindest bis zur Etagenverteilung (Zählerkasten?) eine Erdfe mitliegen.
Gelegentlich hat man wirklich die Erde eingespart und den Null-Leiter mittels eines Drahtes auf den Erd-Anschluss mit aufgelegt (nennt sich Nullung und ist seit Jahrzehnten verboten).
Sollte das so gemacht worden sein, dann geht es noch, da (Heutzutage) Null und Erde im Hausanschlusskasten (oder auf der Zählertafel) auch gebrückt sind.
Somit hast (mehr oder weniger) auch einen Schutzleiteranschluss. Dein Elektriker hat also recht.
Was den Potentialausgleich im Lan angeht, ist alles ok., da innerhalb der Dose der Schirm jeweils elektrisch leitend mit dem metallischen Gehäuse verbunden wird. Durch deine Patchkabel (ebenfalls geschirmt) wird dann die Verbindung über einen el. Leitenden Teil des Steckers hergestellt. Zu diesem Thema noch ein paar Info's von Dätwyler (einer der führenden Hersteller von CATx-Leitungen)
http://dks.daetwyler.net/d/forum/read.php?f=1&i=11&t=10
Cat5e Leitung diverser Hersteller sind bereits für 1000MBit ausgelegt. An Deiner Stelle würde ich keine "gemischte" Verkabelung anfangen. Die papar Euro die Du sparst...
Mit einer "Neutralen" Verkabelung bist Du immer auf der richtigen Seite.
Lege überall die gleiche Leitung, mach überall Catx-Dosen, und dann alles auf ein Patchfeld, so kannst Du Hausintern auch "umziehen" ohne Probleme.
Ich würde Dir auch empfehlen (monität vorausgesetzt ;-) Dir (wenn standorttechnisch möglich) einen kleinen 19" Schrank neben
den Schreibtisch zu stellen. Oder willst du das Patchfeld an die Wand, unter den Kanal schrauben und alle sonstigen Geräte dazu (Switch, TK usw?)
Da kannst Du dein Patchfeld, die USV, Switch ,TK-Anlage usw. einfach und ordentlich unterbringen, ggf auch 1 oder mehrere Rechner.
Viele Midi-Tower lassen sich quer auf einen 19" Boden legen, es muss nicht direkt ein Rack-Gehäuse sein. Es gibt passende Steckdosenleisten die kannst Du an Deine USV anstöpseln, und dort dann die eigentlichen Verbraucher einstecken.
TK-Anlage, Switch und ggf. 2 Rechner an einer Steckdose sind kein Problem.
Je nach USV ist sogar ein Telefonschutz integriert (2 RJ11 oder 12 Ansch. Tel. rein-> Tel. raus)
Viel Erfolg
Gruss
Micha

