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Gefragt in Linux von
Liebe Forengemeinde,

im Laufe von ca. 10 Jahren habe ich einige Erfahrung mit FreeBSD und Linux gesammelt, bin jedoch am Ende immer wieder bei Windows gelandet. Jetzt würde ich gerne meinen ungefähr 545.456.090ten Umstieg zu Linux absolvieren :).

Die Ausgangslage:
-Kein Guru, aber schon annähernd Consolen-Profi
-Ich bin bereit Geld für ein Paket oder eine Software auszugeben um dadurch einen Teil meiner Freizeit zu erhalten, da ich keinen EDV-Beruf ausübe und mir die Installation einer herkömmlichen Download-ISO zu umfangreich ist. Mit dem Installieren alleine hat man noch kein betriebsbereites OS...
-Eventuell würde ich mir für den Umstieg sogar extra neue Hardware kaufen

Problemstellung:
Man sieht immer erst nach stundenlangem Installieren und Konfigurieren, ob etwas geht oder nicht. Für Windows gibt es doch diesen schönen XP-Iso-Builder von Winfuture, mit dem man schon vor der Installation Einstellungen und Programmpakete festlegen kann, die dann auch gleich in aktuellster Version auf der CD/DVD enthalten sind. Gibt es soetwas auch für Linux...egal welcher Art?
Auswählen welche Kernelversion, auswählen welcher Bootloader, reinladen aktueller Software als Linux-Binary und abschließend unter einem laufenden MS Windows-System testen, ob es Probleme mit dieser Zusammenstellung gibt, ohne schon mitten in der Linux-Installation zu stecken? Wie gesagt: Es darf was kosten.

Ein bekanntes Problem:
Man hat eine Linux-Distribution installiert und nutzt KDE. Nun will man ein Programm öffnen und es erscheint der blinkende Warten-Cursor, der nach 15 Sekunden verschwindet. Kein Programm geöffnet, aber auch keine Fehlermeldung im KDE als Popup oder Meldung ausgegeben. Nun muss man erst in die Console wechseln und feststellen, dass das Programm nicht starten konnte, weil irgendeine Config-Datei nicht vorhanden war oder eine Hardware nicht gefunden wurde. Alle Teile einer Distri sind irgendwie einzeln und unabhängig...und das Linux selbst ist nur der Kernel. Wenn alles zusammenspielt hat man Glück, wenn nicht hat man Pech. Es ist immer schwer festzustellen, ob es sich um einen Bug oder Konfigurationsfehler, geschweige denn eine Inkompatiblität handelt...

Es soll bei Linux in den letzten Jahren sehr viele Fortschritte gegeben haben, aber bei einem Desktop-System musste ich immer mehr reinstecken als ich rausbekommen habe :-(. Egal ob bei SuSE, Gentoo oder Mandrake. Wenn ich mal einen Server installiert habe wie MySQL oder Apache, dann war meistens alles ok. Aber nicht beim Einrichten eines Desktop-Computers, dabei schätze ich Linux sehr.

Hat jemand einen Geheimtipp? Irgendeine Firma, die da was passendes anbietet?

5 Antworten

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Beantwortet von simser Experte (3.7k Punkte)
Ich habe nicht alles gelesen, aber durchaus schon:

schon annähernd Consolen-Profi


Naja, dann bist du für Linux Mint schon überqualifiziert.
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Beantwortet von hans889 Experte (3.7k Punkte)
Hi,

auf der Grundlage von Debian oder Ubuntu kannst du dir mit Remastersys eine Distribution nach deinem Geschmack basteln, inklusive Live-CD :-)
0 Punkte
Beantwortet von simser Experte (3.7k Punkte)
Linux Mint IST eine Distribution nach deinem Geschmack
- incl, Live-CD. :-)
0 Punkte
Beantwortet von tuxfreund Mitglied (373 Punkte)
Hei,
Du möchtest ein eigenes Linux bauen? Meiner Meinung nach ist das mittlerweile nicht mehr nötig, aber trotzdem eine interessante Geschichte für Hardcore-Fans. Mein Eindruck von Linux ist, das, zumindest die grossen, alle relativ sinnvoll vorkonfiguriert sind. Und dann wären wir schon fast wieder beim Streitthema Distributionssuche. Noch schlimmer ist aber die Desktopsuche. Jedenfalls beziehen sich Deine Probleme wahrscheinlich auf KDE 3.5.x. Obwohl dazumal so ziemlich das Beste, ist die Zeit nicht stehengeblieben. Doch Probleme wird es immer mal geben. Gerade bei solchen Disris, welche zwanghaft alle halbe Jahre eine neue Version herausbringen müssen. Aber wenn Du schon 10 Jahre lang reingeschnuppert hast, und noch dazu ein Konsolenfreund bist, wirst Du wohl ja eher die klassische Linie bevorzugen. Denn der aktuelle Hype wird Dich immer wieder auf Windows zurückdrücken.
Deshalb empfehle ich Dir, aufgrund Deiner Erfahrung und Lernbereitschaft, SLACKWARE. Die gewünschten Eigenschaften bringt es mit. Ein nach der Installation voll funktionstüchtiges System. Sehr UNIX-nah, und bis ins Detail konfigurierbar. Achja, wenn Du unbedingt Geld los werden willst, dann kaufe ein paar Debian Bücher. Die haben mir schon oft aus der Patsche geholfen. Deren Support ist nicht zu toppen. So, da natürlich alles reine Ansichtssache ist, hoffe ich trotzem, Dir weitergeholfen zu haben.
Viele Grüsse
0 Punkte
Beantwortet von
Guten Abend!

Ihr habt mich verstanden, das ist klasse! Ich kenne einige Menschen, die sich sofort angegriffen fühlen wenn man auch nur annähernd etwas über Linux sagt, was nicht so toll ist.

@Simser
Nach dem Linux Mint habe ich mal in Wikipedia gesucht und dort festgestellt, dass es davon Editionen gibt, die auf bestimmte grafische Oberflächen abgestimmt sind. Es gibt da etwas auf Basis von Fluxbox, auf KDE und auf Gnome. Das finde ich gut und mich würde die Fluxbox-Variante interessieren. Aber die gibt es nirgendwo bei den aktuellen Versionen - weißt Du da was genaueres oder gibt es ein anderes Linux, das sich auf eine Oberfläche festgelegt hat? Also nicht 100 Oberflächen, die alle nur halb funktionieren, sondern wo man sich bemüht hat, das Kernsystem Linux an eine grafische Oberfläche zu binden?

@hans
Danke auch Dir. Sehe ich es richtig, dass ich dazu erst ein herkömmliches Linux komplett zum Laufen bringen muss um anschließend eine Art Image zu erhalten? Hm...das ist glaube ich ein Problem, weil genau dieses einmalige Einrichten unter Real-Bedingungen und ohne Erfolgsgarantie bei mir problematisch ist.

@Tuxfreund
Die Beratung ist klasse, danke. Slackware werde ich mir einmal angucken!

Es ist Ironie. Obwohl ich viel von Linux halte, konnte es mich in der Vergangenheit nicht halten. :-) Das möchte ich gerne ändern.
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