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Gefragt in Plauderecke von hallogen Experte (1.5k Punkte)
hallol
Werni,was der Vater von mein Kumpel Ossi ist,
hat sich vor 2,5 Jahren ein elektrisches Fahrrad gekauft.
Jetzt wo er noch die letzten Altweibersomer-Touren unternehmen wollte,
hat sich das Ladegerät für die Akkus verabschiedet.
Garantie ist nicht mehr und Kulanz wurde vom Hersteller abgelehnt.
Also hat der örtliche Fahrradhändler ein Ersatz bestellt und bischen was vom Preis nachgelassen.
Das alte Ladegerät habe ich aus purer Neugier und Entdeckerfreude aufgeschraubt.
Leiterplatte sieht auf einer Seite aus wie ein Motherbord.
Auf der anderen Seite sind alle Bauteile mit einer Silikonmasse verschmiert
Trotzdem bin ich erstmal mit der Nase drübergeschrammt, aber kein Brandgeruch.
An den Steckeranschlüssen gewackelt , wie der Laie das so macht...auch nix.
Mit Uhrmacherlupe hab ich dann etwas gefunden.
Ein längliches kleines rundes  Dings unter schwarzem Schrumpfschlauch, verborgen vor unkundigen Blicken,
Der Aufdruck: T3 15A 250V. Multimessgerät rausgekramt..kein Durchgang.
Solche Fuse gibts  für wenige Cent.
Das neue Ladegerät hat  150 Euro gekostet

Laut Aussage des Besitzers stellt sich der Havariefall so dar,
daß das Ladegerät just in dem Moment versagte als die Steckdosensicherung auch den Stromfluß unterbrach.
Stellt sich mir nun die Frage , welche Sicherung hier nun was schützt und wie es zu diesem Szenario kommen kann.
Danke.

5 Antworten

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Beantwortet von computerschrat Profi (24.8k Punkte)
Hallo hallogen,

jetzt wäre noch interessant zu wissen, ob die Feinsicherung im Primärkreis (230V Seite) des Ladegerätes sitzt oder im Sekundärkreis, also auf der Ausgangsseite zum Akku.

Bei der Dimensionierung mit 15A scheint es mir wahrscheinlich, dass sie auf der Akkuseite sitzt. Andernfalls ginge der Hersteller des Ladegerätes davon aus, dass das Ladegerät rund 2000 Watt Leistungsaufnahme haben kann und das halte ich für zu hoch.

Wenn sie aber auf der Sekundärseite ist, könnte es ein Problem mit dem Akku gegeben haben. Kurzschluss im Akku als Extremfall würde dafür sorgen, dass die Sicherung auslöst.

Wenn aber sowohl die Feinsicherung im Ladegerät, als auch die Netzsicherung für die Steckdose gleichzeitig ausgelöst haben, dann hat es vielleicht in der Nähe einen Blitzeinschlag gegeben. Dann kann es zum Sicherungsausfall kommen, leider auch gelegentlich viel mehr.

Ersetze die Feinsicherung durch eine Sicherung gleichen Typs, also wieder träge mit 15A Auslöseschwelle. 250 Spannungsfestigkeit haben die 5x20mm Feinsicherungen immer.
Vielleicht ist dann wieder alles ok.

Gruß
computerschrat
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Beantwortet von hallogen Experte (1.5k Punkte)
Die Sicherung ist das erste Bauteil  auf der primären Seite.
Parallel mit so einem kleinen,runden ,blauem Bauteil (Varistor ?).
0 Punkte
Beantwortet von computerschrat Profi (24.8k Punkte)
Hallo hallogen,

vermutlich eher in Reihe zu dem Varistor.
Normalerweise kommt vom Netz her eine Sicherung und danach quer der Varistor.

[code]
Netz --[SICHERUNG] ---------------> Elektronik
                             V
                             A
                             R
                             I
                             S
                             T
                             O
                             R
Netz -----------------------------> Elektronik
[/code]

Der Varistor soll im Falle schädlicher Überspannungen (z.B. durch Blitzeinschlag ins Netz) die Überspannung ableiten und die Sicherung zum Auslösen bringen. Dann müsste der Varistor eine aufgedruckte Spannung haben, die deutlich größer ist, als 250V.

Sieht der Varistor so aus, als wäre er mal warm geworden?

Gruß
computerschrat
0 Punkte
Beantwortet von hallogen Experte (1.5k Punkte)
Wie auf deiner Skizze.
Es sind allerdings zwei Varistoren ,je 400Volt ohne sichtbaren Brandschaden.
Auf einer Seite  schließt sich die Sicherung an , wäre dann also hinter den Varistoren. Danach  ein NTC. Auf der anderen Seite noch  ein größerer Varistor und dann verschwindet alles weitere unter Silikon und Kühlkörpern.
 Ich könnte ja einfach mal die kaputte Sicherung überbrücken. Entweder gibts Rauchzeichen oder die auf dem Typenschild zugesicherten 42 Volt am Ausgang.
Na mal sehn.
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Beantwortet von computerschrat Profi (24.8k Punkte)
Einfach überbrücken solltest du die Sicherung auch für einen Test nicht. Bei einer mit 16A abgesicherten Steckdose würde es im Fehlerfall mehr als einfach nur Rauchzeichen geben.

Eine passende Feinsicherung bekommst du in jedem Elektroladen oder Baumarkt.

Gruß
computerschrat
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