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Barrierefreiheit - Anteil behinderter Internetuser
Frage
Ich bin in einem Artikel zur Gestaltung von Formularen ohne Tabellen, insbesondere hinsichtlich einer barrierefreien Umsetzung, auf eine Aussage gestoßen, die mich wiederum am Sinn und Zweck des Ganzen zweifeln läßt. Dort ging es darum, dass mach ein Browser CSS falsch interpretiert und wie das zu umgehen ist. Weiterhin wird folgendes erwähnt:
[i]"In den Statistiken spielen diese Browser mit weniger als 0,2% Marktanteil zum Glück keine Rolle mehr, so dass sie hier zu vernachlässigen sind ..."[/i]
Im Klartext heißt das: Browser mit einem kleinen Anteil am Gesamtvolumen können "unter den Tisch fallen".
Im Hinblick auf Barrierefreiheit wird immer wieder darauf hingewiesen, dass u.a. die Betroffenen häufig keinen "normalen" Browser benutzen (können), sondern auf spezielle Produkte angewiesen sind (z.B. Screenreader). Ich habe allerdings erheblich Zweifel, dass diese "Spezialbrowser" einen größeren Marktanteil als die o.g. 0,2% ausmachen. Ich glaube nicht einmal, dass überhaupt der Anteil der körperlich oder sonstwie eingeschränkten Internetnutzer an diese Marke heranreicht. Und wenn ich damit richtig liege, wird doch auf der betreffenden Webseite, die es sich ja eigentlich zur Aufgabe gemacht hat, gerade diesen Personenkreis zu unterstützen, genau zum Gegenteil aufgerufen. Und das wäre doch zumindest der Sache nicht förderlich.
Gibt es dazu aktuelle Statistiken, denen man ungefähre Zahlen entnehmen kann?
Antwort 1 von ducky
Hallo,
ich verstehe das etwas anders: hier ging es doch im Speziellen um den Netscape in älteren Versionen. Die Probleme treten meistens dann auf, auch beim IE, wenn der Browser nicht standardkonform programmiert wurde. Nun kann man glaube ich mit gutem Recht davon ausgehen, dass "Spezialbrowser" (i.e. screenreader) und die neueren Versionen der Gecko-Engine sich weitgehend an Standards halten, womit deine Befürchtung zerstreut wäre. Zumindest muss man das hoffen. Die Anzahl der Seiten, die wegen Browser-Inkompatibilitäten nicht nutzbar sind, liegt vermutlich weit unter der, die durch Nichtbeachtung der BITV ganzen Gruppen von Menschen mit Handicaps verschlossen bleiben. Abgesehen davon gibt es ja auch noch die vielen User, denen der Admin Einschränkungen auferlegt (kein Javascript, kein ActiveX usw.).
Zu den Statistiken: die meisten Logfiles ermitteln, welche Browser die website besucht haben. Sicher wird es auch eine Gesamtübersicht geben. Ich google mal, wenn ich was gefunden habe, schreib ich es hier rein.
Ciao
ich verstehe das etwas anders: hier ging es doch im Speziellen um den Netscape in älteren Versionen. Die Probleme treten meistens dann auf, auch beim IE, wenn der Browser nicht standardkonform programmiert wurde. Nun kann man glaube ich mit gutem Recht davon ausgehen, dass "Spezialbrowser" (i.e. screenreader) und die neueren Versionen der Gecko-Engine sich weitgehend an Standards halten, womit deine Befürchtung zerstreut wäre. Zumindest muss man das hoffen. Die Anzahl der Seiten, die wegen Browser-Inkompatibilitäten nicht nutzbar sind, liegt vermutlich weit unter der, die durch Nichtbeachtung der BITV ganzen Gruppen von Menschen mit Handicaps verschlossen bleiben. Abgesehen davon gibt es ja auch noch die vielen User, denen der Admin Einschränkungen auferlegt (kein Javascript, kein ActiveX usw.).
Zu den Statistiken: die meisten Logfiles ermitteln, welche Browser die website besucht haben. Sicher wird es auch eine Gesamtübersicht geben. Ich google mal, wenn ich was gefunden habe, schreib ich es hier rein.
Ciao
Antwort 2 von ducky
Hi,
ich wieder:
http://www.webhits.de/deutsch/index.shtml?/deutsch/webstats.html
Aktuelle Browserverteilung...
ich wieder:
http://www.webhits.de/deutsch/index.shtml?/deutsch/webstats.html
Aktuelle Browserverteilung...
Antwort 3 von rfb
Zitat:
Aktuelle Browserverteilung...
trau keiner Statistik ...Aktuelle Browserverteilung...
Wenn verschiedene Browser über die gleiche Proxy zugreifen wird nur der erste erfasst, Opera tarnt sich voreinstellungsgemäß als IE - schon mal 2 Fehlerquellen, sicher gibts noch mehr.
Antwort 4 von Wolter
Zitat:
Opera tarnt sich voreinstellungsgemäß als IE
Opera tarnt sich voreinstellungsgemäß als IE
Das stimmt so nicht. Opera schreibt seinen eigenen Namen immer dazu. Ganz egal, welche Option man auswählt. Allerdings erweckt die Beschreibung in den Einstellungen tatsächlich diesen falschen Eindruck.
Antwort 5 von sutadur
@ducky: Meine "Befrüchtung" bezieht sich eher darauf, dass eine Seite, die Barrierefreiheit zum Thema hat, kein Problem darin sieht, Minderheiten vom Besuch einer Seite auszuschließen.
Antwort 6 von rfb
Zitat:
Allerdings erweckt die Beschreibung in den Einstellungen tatsächlich diesen falschen Eindruck.
und die entsprechenden Abfragescripte teilen diesen Eindruck ;-)Allerdings erweckt die Beschreibung in den Einstellungen tatsächlich diesen falschen Eindruck.
Ich nutze diese Funktion sehr oft erfolgreich gegen dumme Browserabfragen.
Zahlenmaterial zum Thema "Barrieren im Internet" gibts hier
http://www.bsi.bund.de/fachthem/egov/download/4_Barriere.pdf,
die Auflistung schließt mit
Zitat:
... ist ein barrierefreies Internet für erheblich mehr als 8% der Nutzer zumindest zeitweise von Bedeutung.
... ist ein barrierefreies Internet für erheblich mehr als 8% der Nutzer zumindest zeitweise von Bedeutung.
ergänzend kann ich nur diesen link empfehlen, der zeigt wie schnell jedeR auf barrierefreie Seiten angewiesen sein kann:
http://www.einfachfueralle.de/artikel/kinder-und-barrierefreiheit/
Antwort 7 von ducky
Hi,
wir sind uns doch glaube ich einig, dass Barrierefreiheit nicht 100% funktionieren kann. Alles für alle unbegrenzt zugänglich zu machen stößt an Grenzen, und seien es finanzielle.
Und die Fundstelle bezog sich doch auf ältere Netscape-Versionen. Ich gehe davon aus, dass die Nutzer heute nicht mehr zwingend auf diese Versionen angewiesen sind, sondern sich mit neuen versorgen können. Ich glaube nicht, dass die Zugangshilfen für Menschen mit Behinderungen noch auf diesen Uralt-Browsern aufsetzen, zumal Netscape 4 ja noch nie den besten Ruf hatte.
wir sind uns doch glaube ich einig, dass Barrierefreiheit nicht 100% funktionieren kann. Alles für alle unbegrenzt zugänglich zu machen stößt an Grenzen, und seien es finanzielle.
Und die Fundstelle bezog sich doch auf ältere Netscape-Versionen. Ich gehe davon aus, dass die Nutzer heute nicht mehr zwingend auf diese Versionen angewiesen sind, sondern sich mit neuen versorgen können. Ich glaube nicht, dass die Zugangshilfen für Menschen mit Behinderungen noch auf diesen Uralt-Browsern aufsetzen, zumal Netscape 4 ja noch nie den besten Ruf hatte.
Antwort 8 von rfb
Zitat:
ältere Netscape-Versionen. Ich gehe davon aus, dass die Nutzer heute nicht mehr zwingend auf diese Versionen angewiesen sind, sondern sich mit neuen versorgen können.
ältere Netscape-Versionen. Ich gehe davon aus, dass die Nutzer heute nicht mehr zwingend auf diese Versionen angewiesen sind, sondern sich mit neuen versorgen können.
Du übersiehst da einiges:
auch unter den Menschen mit Behinderungen sind viele, die dir auf die Frage nach dem Browser (oder der Textverarbeitung oder ...) die Antwort "Windows" geben. Warum (und wie) sollten die die Browser wechseln, updaten oder was auch immer?
Gerade in Behörden ist NS4 durchaus noch verbreitet, da die Systemadmins in solchen Systemen nicht immer die schnellsten beim Updaten der Systeme und Nachschulen der MitarbeiterInnen sind. Und unter letzteren gibts durchaus auch Behinderte.
Da NS4 hauptsächlich Probleme mit CSS hat (nicht umsonst stammen die Tabellenlaouts aus der NS4-Zeit) ist es aber ein leichtes auch diesen Browser zu berücksichtigen: einfach das stylesheet so einbinden, dass NS4 es nicht findet
<style type="text/css" media="all">
<!--
@import "stylesheet.css";
-->
</style>(evtl. noch ein primitives nach der alten Syntax zusätzlich) und schon klappt es mit den alten und den neuen Browsern.
Antwort 9 von Mich
Hallo !
Zur ursprünglichen Frage:
Ich vernachlässige natürlich auch die Benutzer von nicht-CSS-kompatiblen Browsern, mache aber alles mir Mögliche, um meine HP barrierefrei zu gestalten.
Der Grund ist ganz einfach:
Ein NS4-Benutzer kann seinen "Zustand" ganz leicht ändern, ein Blinder nicht.
Gruß
Mich
Zur ursprünglichen Frage:
Ich vernachlässige natürlich auch die Benutzer von nicht-CSS-kompatiblen Browsern, mache aber alles mir Mögliche, um meine HP barrierefrei zu gestalten.
Der Grund ist ganz einfach:
Ein NS4-Benutzer kann seinen "Zustand" ganz leicht ändern, ein Blinder nicht.
Gruß
Mich
Antwort 10 von rfb
Allerdings solltest du den Begriff barrierefrei nicht nur für Sehbehinderte reservieren, auch wenn diese Gruppe meist als Beispiel herangezogen wird.
Antwort 11 von Mich
@ rfb
natürlich !
Mich
natürlich !
Mich

