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Abgelaufenes "Medikament"





Frage

Hi Leute Ich hab da mal ne Frage. Ich hab hier eine Packung bzw. Box voll mit kleinen "Supradyn" Kapseln. Das ist ein "Hochdosiertes Multivitamin mit Mineralstoffen". Mein Problem ist, dass das Zeug im März 08 abgelaufen ist (steht zumindest auf der Verpackung). Muss ich da bedenken haben, wenn ich das weiterverwenden möchte? Die Sache ist eben ziemlich teuer. Danke & Gruss Nick

Antwort 1 von Marvin42

Mal von der fragwürdigen Wirksamkeit dieser Präparate abgesehen, unterliegen Arzneimittel grundsätzlich zurecht einer Haltbarkeitsbeschränkung, weil auch bei sachgerechter Lagerung irgendwann unausweichlich Zersetzungsprozesse beginnen, die das Produkt mindestens unwirksam machen.

Antwort 2 von Chris2134

Zitat:
die das Produkt mindestens unwirksam machen


Ja, das ist aber auch wirklich die einzige Gefahr, die hier besteht. Im Gegensatz zu Lebensmitteln ist keine biologische Kontamination zu befürchten.

Das aufgedruckte Haltbarkeitsdatum ist der Zeitpunkt, bis zu welchem der Hersteller die Wirksamkeit garantiert. Der wirkliche Zeitpunkt, bis zum Erreichen einer Nichtwirksamkeit liegt jedoch meist weit darüber.
Es gibt zu diesem Thema einige, in Fachzeitschriften veröffentliche, Studien, die anhand der chemischen Strukturanalyse zeigen, daß nahezu jedes Medikament problemlos noch mindestens ein Jahr nach Ablauf des vom Hersteller angegebenen Haltbarkeitsdatums sein volles pharmakokinetisches Wirkumsspektrum enthält.

Nach meiner persönlichen Meinung hat diese "vorsichtige" Wahl des Haltbarkeitsdatums seitens der Pharmahersteller auf Medikamenten einen einfachen Grund: Profit!

Abgelaufene Medikamente dürfen z.B. in Kliniken nicht mehr verwendet werden. Daher ist es allgemein Usus, daß diese an entwicklungsschwache Länder sozusagen verschenkt werden. Da bei einer Rückgabe an den entsprechenden Einkauf auch keine Gutschrift erfolgen würde.
Und die dort tätigen Mediziner berichten, daß sie keinerlei Einschränkungen in Bezug auf diese Medikamente feststellen könnten.

Also: das Schlimmste, was passieren könnte ist, daß eben nichts mehr passiert.

Gruß
Chris

Antwort 3 von Chris2134

...eines habe ich noch vergessen:
wenn Du eine Erklärung möchtest, warum die von Dir genannten Kapseln sowieso wenig Nutzen haben können, gib einfach Bescheid.

Gruß
Chris

Antwort 4 von Nick_88

Guten Abend

Danke für die Antworten... :-)

@ Chris2134, jetzt nimmt es mich doch wunder, wieso die Sachen den so wenig Nutzen? Natürlich weiss ich auch dass man keine Wunder vollbringen kann. Immerhin bezahlt man dafür doch ca. 20 EUR.

Gruss Nick

Antwort 5 von Chris2134

Ok, Du hast es so gewollt ;-)

Es ist so, daß die Resorption von Vitaminen und anderen Mineralstoffen in direktem Zusammenhang mit anderen aufgenommenen Stoffen der Nahrung abhängen.

D.h. daß viele Vitamine, wenn sie ohne andere Nahrungsbestandteile aufgenommen werden, nahezu nicht resorbiert werden können. Dies ist nicht für alle Vitamine allgemeingültig. Es gibt Vitamine, die sich besser, schlechter oder gar nicht in synthetisierter Form aufnehmen lassen.
Es werden hier zwar immer wieder Optimierungen durch verbesserte Forschungsverfahren erzielt, jedoch bewegen sich diese in einem relativ kleinen Rahmen.

Da die menschliche Physiologie für eine normale Nahrungsaufnahme vorgesehen ist, enthalten sämtliche vitaminhaltigen Nahrungsmittel auch immer die nötigen zusätzlichen Stoffe, um diese Vitamine zu resorbieren. Die Natur ist eben sehr komplex und gleichzeitig genial einfach.

Woher weiß man so etwas?
Ganz einfach! Man misst bei einer bestimmten Anzahl von Probanden die Konzentration der Vitamine im Blut einerseits bei Aufnahme durch die Nahrung und andererseits durch Vitmainpräperate.

Warum synthetisiert man dann nicht die benötigten Stoffe für die Resorption und fügt diese den Präperaten hinzu?
Weil einerseits nicht bei allen Vitaminen im Detail bekannt ist, um welche Stoffe es sich handelt und andererseits sie momentan nicht, oder nur mit extrem großem Aufwand, synthetisierbar sind.

Kurzum, die sehr gerne und teuer verkauften Vitaminpräperate können eine gesunde Ernährung keinesfalls ersetzen.

Gruß
Chris

Antwort 6 von tourist9

Zitat:

Immerhin bezahlt man dafür doch ca. 20 EUR.


Angebot und Nachfrage. solange genug da sind die 20 Eur hinlegen wird es nicht billiger..

Zitat:

Kurzum, die sehr gerne und teuer verkauften Vitaminpräperate können eine gesunde Ernährung keinesfalls ersetzen.


1x Steakhaus der ganzen Familie und ich hab den Vitaminbedarf eines halben Jahres .. nein nicht gegessen, sondern bezahlt

Antwort 7 von Marvin42

Sicher wirst du deinem Körper nach einem Steakhausbesuch trotzdem weit mehr "wirksame" Vitamine zugeführt haben, als du es mit Vitaminkapseln und Brausetabletten je könntest.


Meiner Meinung ist es übrigens nicht der Profit, der Pharmafirmen bestimmte Daten auf ein Präparat drucken lässt, sondern die Sicherheit. Gerade im Bereich der Krankenhäuser sollte man erwarten, dass die Mengen, die dort angeschafft werden, ohnehin innerhalb der Haltbarkeitsfristen aufgebraucht werden. Und das ist ja nun eher ein Bereich, wo man lieber 90% zu früh wegwirft, als 10% zu lange zu behalten.

Antwort 8 von Chris2134

@Marvin42

Zitat:
Meiner Meinung ist es übrigens nicht der Profit, der Pharmafirmen bestimmte Daten auf ein Präparat drucken lässt, sondern die Sicherheit.


Da muß ich Dir leider wiedersprechen. Den Pharamafirmen ist es natürlich durchaus bekannt, wie lange das Wirkspektrum wirklich und sicher erhalten bleibt. Diese evaluieren diese Werte schließlich selbst. Es wurde natürlich auch schon des öfteren versucht, auf diesen Umstand hinzuweisen und eine stichhaltige Argumentation von der Herstellerseite zu erhalten. Was allerdings bisher nicht gelang.

Leider ist es so, daß diese Thematik nahezu ausschließlich in medizinischen Fachmagazinen hinreichend diskutiert und angeprangert wird, welche nur den Angehörigen der entsprechenden Berufsgruppen zugänglich sind.
In einer Zeit, wo jedes Thema gerne von irgendeinem Boulevardmagazin ausgeschlachtet wird, finde ich es sehr erstaunlich, daß diese Problematik noch nicht in der breiten Öffentlichkeit diskutiert wurde.
Am Rande bemerkt handelt es sich hierbei, im Gegensatz zu anderen, noch um eine sehr harmlose Praktik der Pharmaindustrie.

Zitat:
Gerade im Bereich der Krankenhäuser sollte man erwarten, dass die Mengen, die dort angeschafft werden, ohnehin innerhalb der Haltbarkeitsfristen aufgebraucht werden


Die durchschnittliche Verweildauer pro Patient in eine bestimmten Klinik auf einer internistischen Station beträgt 4,32 Tage.
Daraus dürfte ersichtlich sein, daß sich mindestens einmal wöchentlich die vollständige Patientenstruktur ändert.
Nun weiß man natürlich nicht im Vorraus, welche Patienten die nächste Woche aufgenommen werden und natürlich auch nicht, wieviele Notfälle in dieser Zeit versorgt werden müssen.

Trotzdem ist es natürlich unbedingt notwendig, die wichtigste Basismedikation immer vorrätig zu haben, da eine Nachbestellung über den "normalen" Weg mindestens 24 Stunden in Anspruch nimmt und eine Lieferung innerhalb 1 Stunde so viel kostet wie 10 abgelaufene Medikamente.
Und daß 24 Stunden in vielen Fällen zu spät sein kann, dürfte wohl einleuchtend sein. Und daß man lieber ein paar Medikamente verfallen läßt, als den Expressversand zu bezahlen wohl auch. Die Wirtschaftlichkeit im Klinikbereich ist zur heutigen Zeit sowieso schon extrem kritisch geworden.

Hieraus ergibt sich natürlich, daß der Anteil der Medikamente, die das Verfallsdatum überschreiten, in den Abteilungen am höchsten ist, in denen die Patientenverweildauer am niedrigsten ist.

Gruß
Chris

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