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Welche Kosten monatlich als Selbstständiger?





Frage

Guten Abend Zur Zeit bin ich leider arbeitslos und würde mich gern im Handwerklichen Bereich selbstständig machen wollen in Form einer Ich-Ag. Jetzt meine Frage: Welche Kosten mindestens kommen monatlich auf mich zu für Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Betriebshaftpflichtversicherungen? Kennt sich jemand aus damit? Oder gibt es eine Seite wo man all diese Informationen findet?? Danke für Eure Hilfe schonmal!!

Antwort 1 von Kruzifix

Servus!

Hierüber gibt Dir das Arbeitsamt Auskunft. Und auch darüber, welche Födergelder Du erhalten kannst.

MfG - R.

Antwort 2 von Lutz1965

Antwort 3 von Hooker

Bei der Ich-AG wirst du vom Arbeitsamt dahingehend gefördert, dass mit dem Zuschuss über 2 Jahre die Kanken- und/oder Sozialversicherung abgedeckt ist.

Du kannst auch Überbrückungsgeld beantragen. Das gibt es ein halbes Jahr, du kannst darüber aber nach eigenem Gutdünken verfügen. Es bleibt dir selbst überlassen, ob du dich krankenversicherst oder nicht.
Weiterhin hast du beim Überbrückungsgeld die Möglichkeit, nach Ablauf des halben Jahres zu sagen: Leute, es hat nicht geklappt, ich möchte wieder Arbeitslosengeld/-hilfe haben.

Lass dich beim Arbeitsamt eingehend beraten, was für dich am ehesten in Frage kommt. Letztendlich liegt die Entscheidung jedoch bei dir.

H.

Antwort 4 von drago

Der Krankenversicherungsbeitrag errechnet sich
auf Grundlage des letzten Steuerbescheides.
Konkret heisst das, dass du vorläufig des Gleiche
bezahlst wie zuletzt als Arbeitnehmer.
Am Ende des Jahres, bzw. bei der nächsten Steuererklärung wird abgerechnet.
Das heisst, du musst dann den neuen Steuerbescheid
der Krankenkasse vorlegen.
Die Differenz wird dann entweder nachbezahlt oder
von der Versicherung zurückerstattet.


Diesen Monat habe ich meine erste Rechnung von der AOK bekommen.
(bin freiwillig in der gesetzlichen weiter versichert),
Die Rechnung beläuft sich auf rund 250.- Euro
für einen ganzen Monat.
(Habe vor der Arbeitslosigkeit ca. 2300.- Euro netto verdient).


Sparen kann man dadurch, dass man sich privat versichern lässt.
Privatversicherungen sind teilweise um einiges günstiger.
Diese bergen aber auch gewisse Risiken,
die man zumindest betrachten sollte.
So ist z.B. unter bestimmten Voraussetzungen
kein Zurück in die gesetzliche Versicherung mehr möglich.
Wenn dich dann keine Privatversicherung mehr
aufnehmen will, schaust du alt aus,
weil du dann überhaupt nicht mehr versichert bist,
und ALLE kosten selbst tragen musst....
(als Beispiel:
eine Herzoperation bei einem fernen
Bekannten hat mal 70 000 .- DM gekostet)



Rentenversicherung weiss ich im Moment noch nicht,
ist noch in Bearbeitung.

Arbeitslosenversicherung fällt KOMPLETT WEG.
Als Selbstständiger hast du keinen Anspruch
auf Arbeitslosengeld, dementsprechend zahlst du auch nix.
Man könnte sich jetzt fragen:
Ist das ein Segen oder ein Fluch ....
(oder umgekehrt)


Berufsgenossenschaft ist ein MUSS.
Es ist deine Unfallversicherung in deiner Selbstständigkeit.
Um diese kommst du nicht herum.
Die Kosten belaufen sich auf ca. 100.- Euro im Jahr.


Selbstständigkeit birgt hohe Risiken.
Verlangt mehr Einsatz, mehr Nerven.
Es ist immer ein Zittern und ein Bangen,
"...bekomme ich dieses Monat das hinein was ich brauche..."


Andererseits ist es ein ganz anderes Arbeiten.
Je nach Gebiet in dem man tätig ist,
kann es sehr angenehm sein.
Allein das Bewusstsein, "..ich mache es für mich.."
macht vieles Wett.

Wenn es gut läuft,
(jaaa, wenn...
wenn das Wörtchen "wenn" nicht wär'
oder:
wenn mein Opa kein Mann wäre, sondern eine Frau,
wäre er nicht mein Opa, sondern meine Oma...

dann kann es durchaus ein Angenehmes Leben werden.

Als Selbstständiger hat man wesentlich mehr
Möglichkeiten etwas zu tun,
und entsprechend mehr zu verdienen.

Steuern sind ein eigenes Thema.
Verdienst du viel, zahlst du bisschen mehr als viel.
Ich habe jedoch die Einstellung:
Von verdienten 10000.- Euro,
5000.- Euro abgeben zu müssen ist schon hart.
Aber 5000.- netto für eine relativ "normale" Arbeit,
ist schon ein Haufen Holz....

Bescheidenheit, Ehrlichkeit zu sich selbst,
gerade in der Anfangszeit,
Ansprüche beobachten und kontrollieren,
für ein ganzes Jahr oder mehr im Voraus denken,
zahlt sich aus.
Die Einnahmen können sehr stark schwanken,
von nix bis einen Haufen.

Mutlosigkeit, Resignation, Lustlosigkeit,
anhaltende Probleme können die Energien rauben.
Aufhören oder weitermachen ?
Auftrag ablehnen oder anhehmen ?

Falsche Einschätzung der Situation,
Fehler bei der Kalkulation,
unehrliche Kunden,
kindliche Kunden
("...ich habe fünf Euro bezahlt, will mindestens
3 Handys, 1 Farbfernseher, 1 Sportwagen
und eine Urlaubsreise dazu haben.
Kunde ist schliesslich König...)

Preisdrücken, Zahlungsweigerung, Zahlungsverzug etc.
können die Nerven aufreiben,
die Existenz gefährden.



Aber ehrlich gesagt, 25 Jahre in der Werkstatt
sich als "O.b.e.r.d.e.p.p" behandeln lassen,
Leistung noch und nöcher bringen - trotzdem zu wenig,
Lohnverzicht,Urlaubsverzicht, für die Firma dasein
(bla...bla...bla...bla... usw.)
sich für die Firma einsetzen,
die Firma als Lebensinhalt betrachten,
(bla...bla...bla...bla... usw.)
und dann doch gekündigt werden,
weil man keine 70 Std. Woche haben wollte
und nebenbei Abrufbereit sein , auch nachts..,
ohne Ruhetag, Samstag Wechselschicht, Sonntag Wechselschicht....

ich weiss nicht, welcher Lebensweg mir mehr
Kopfzerbrechen bereitet.....


Im Moment jedenfalls, macht mir das Arbeiten am PC daheim,
wesentlich mehr Spass,
als jeden Tag nach Maschinenöl und Stahlspäne
zu riechen, körperlich und geistig ausgelaugt.

(bin gelernter Maschinenschlosser, habe aber
die letzten Jahrzehnte hauptsächlich als
CNC-Programmierer (Im Büro und Werkstatt),
und Werkzeugmacher(Werkstatt) verbracht)
Nebenbei Meister, Techniker, Jung-Ingenieure und Umschüler ausgebildet.)

.

Antwort 5 von Nessus

Hi,

deine Anlaufstellen fürs erste:
-Arbeitsamt
-Steuerberater
-Handwerkskammer/IHK

Sicherlich gebe ich Drago recht, das eine eigenverantwortliche Arbeit einfach mehr Spaß macht. Du mußt Dir aber sicher sein, das ohne ein vernünftiges Konzept und ohne eine Branchenlücke zu finden alles in die Hosen geht. Nur weil jemand gut Tapezieren kann, heißt es noch lange nicht das er überleben kann.
Plane dein Vorhaben sehr gut durch, rechne lieber 10x, anstatt 9x.
Die Erfolgsquote der Ich-AGler ist auf Dauer gesehen sehr gering, da jedes Geschäftskonzept oftmals fehlt und mit vollmundigen Versprechungen der Arbeitsämter der Arbeitslose in die Selbstständigkeit gedrängt wird.
Oftmals ist der Bankrott der Firma aber absehbar und das bedeutet der finanzielle Ruin des privaten Lebens.

Im übrigen müssen dich die gesetzlichen Krankenkassen bei einem Wechsel ins Arbeitnehmerlager wieder aufnehmen, da Du dann wieder Pflichtversichert bist. Im übrigen mußt Du davon ausgehen, das eine 40 Stunden Woche und Urlaub in der ersten Zeit (evtl. viele Jahre) reiner Wunschgedanke ist. Familienleben ist auch immer so eine Sache.....
Meine Arbeitszeit beträgt z.Z. weit über 80 Stunden die Woche, ohne Urlaub. Dabei arbeite ich generell 6 Tage die Woche und Sonntags ist Bürotätigkeit darn.
Sicherlich verdienst Du auch mehr Geld, Du wirst aber dann das Problem bekommen, es nicht ausgeben zu können (Keine Zeit) ;-))

Also überlege Dir gut was Du machst und lasse dich von der zuständigen Kammer beraten. Dort sitzen Leute, die nur dies tun.

HTH

Nessus


Antwort 6 von M.R.

Also erstmal dankeschön für eure Antworten, und es stimmt schon was Ihr zu bedenken gebt.

Bei mir ist folgendes passiert.

Ich bin jetzt 30 jahre alt, habe mit 15 die Schule abgebrochen und bin seit dem auf baustelle gegangen, jetzt schon knapp 15 Jahre her, aber ich habe es bis jetzt nie bereut.

durch nen Unfall wurde ich arbeitslos, und möchte nicht mit dem Ar... zuhause sitzen und ein paar Kröten vom Arbeitsamt bekommen. Darum meine Idee von Ich-AG.

Was mich dazu trieb war einfach die Tatsache das ich in der letzten Firma 7 Jahre hart gearbeitet habe, und gesehen habe wieviel Geld mein Chef für unsere Arbeit bekommt und wieviel er weitergibt.
Dafür ist er auch Chef dachte ich am Anfang, aber je besser die Firma liefumso schlimmer wurde er.Da passierte es das er beispielweise vergass den Lohn zu bezahlen, statt dessen steht er Abends vor meiner Haustür und zeigte mir stolz seine neuen Alu-Felgen für seinen neu geleasten Audi A 8.Das fand ich schon ziemlich frech, das sein Auto mehr vorrang hat wie seine Arbeiter.

Dann kam der Arbeitsunfall und seine erste Frage ´nach der OP beim Besuch war " Wann bist Du wieder gesund?"

Davon habe ich jetzt die Schnau.. voll und will mich selbstständig machen. Der Architekt für den mein Chef arbeitete machte mir den Vorschlag mir genügend Aufträge zu geben um ein ordentliches Leben führen zu können. Ich dachte was soll es.
Es gibt zwei Möglichkeiten:
1. Mein Chef bekommt immer mehr Kohle und ich arbeite für die paar Kröten weiter bei Ihm, oder
2. Ich nehm ein wenig weniger Geld vom Architekt, weiss das ich allein die Kohlebekomme und gut.

Wozu soll ich für Kollegen mitarbeiten???

Ich verdiene dann M E I N eigenes Geld.

Ich kann kommen wann ich will, gehen wann ich will und fertig.

Urlaub und 40 Stunden Woche ist auf Baustelle eher selten, weshalb ich daran schon gewöhnt binund eher Anspruchslos.

Also danke für eure Tips und schönes Wochenende noch.

Mfg M.R.

Antwort 7 von Nessus

Hi,

eines ist wichtig: Du benötigst nicht nur einen Auftraggeber, weil:
1. Bist Du dann Scheinselbsständig
2. Was ist wenn der Auftraggeber Bankrott geht, keinen Lust mehr hat, oder es zu persönlichen Differenzen kommt.

Viel Glück

Nessus

Antwort 8 von M.R.

Was heißt Scheinselbstständig??

wenn ich meine aufträge von einem Architekten bekomme und die Preise etwas günstiger mache wie mein Ex-Chef, dadurch den Zuschlag erhalte und meine Arbeit korrekt abrechne, was Umsatzsteuer ect. betrifft, hat das in meinen Augen nichts mit Scheinselbstständigkeit zu tun.

Punkt zwei, da hast Du Recht, aber ich berufe mich nichtnur auf die Aussage des Architekten, sondern habe schon anderswertig Ausschau gehalten um an Aufträge zu gelangen, so das ich auch ohne diesen Architekten tätig sein könnte.

Bis jetzt habe ich nur die Zusagen, wie es aussieht wenn ich diese Ich-Ag habe kann ich ja nicht sagen, aber ich denke ohne Risiko kann ich nichts erreichen, und mit einer gründung einer Ich-Ag halteich das Risiko ja so gering wie niedrig, im Gegensatz zu einem normalem Gewerbe, denn funktioniert es wiedererwarten nicht mit der Ich-Ag kann ich diese wieder schließen und lande wieder beim Arbeitsamt.



Antwort 9 von Nessus

http://www.vnr.de/vnr/unternehmensgruendung/selbststaendig/praxistipp_00606.html

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