502 Aufrufe
in HW-Sonstiges von spog Mitglied (297 Punkte)

Hallo liebe Helfer,
ich selbst soll wieder mal helfen, komme aber auch nicht weiter:
Laptop HP 250 G7 bootet nicht mehr: Registry Error 0x51
Meine Feststellungen mit Onboard-Diagnosetools: SSD-Error; Motherboard, RAM, Prozessor:  alles OK
Chkdsk/F und sfc/scannow konnten den Fehler nicht beheben.
Eigentlich ist die Sache nun ganz einfach: Neue SSD, System aufspielen - fertig!
Aber: Auf der SSD sind viele Daten, die der Verwender gern gerettet haben will! => 
Mit einem Linux-Live-Stick habe ich folgende Information gewonnen: Die defekte SSD (M.2) hat mehrere Partitionen, von denen eine FAT32- und eine EXT4-Partition als fehlerhaft erkannt wird. Die von mir vermutete NTFS-Partition mit den zu rettenden Daten (905 GB!) weist in dem Linux-Tool keine Fehler auf, lässt sich aber dennoch nicht einhängen (auch nicht im dortigen "Dateimanager"sad).
Ich habe noch etwas Hoffnung, die Daten zu retten, weiß nur nicht wie und bitte um eure Hilfe!
Vielen Dank im Voraus!

SpoG

34 Antworten

0 Punkte
von spog Mitglied (297 Punkte)

Hallo Anonym,

dein Optimismus scheint grenzenlos zu sein...

Bevor ich mit PhotoRec weitermache, folgende Zwischenfragen:

  1. Du hast schon öfters vom SSD-Controller gesprochen. Wo ist der physisch verortet? Auf der angeschlagenen SSD oder auf dem Motherboard? Wenn letzteres zutrifft und dieser Controller Schaden genommen hat, wäre ja auch eine Zukunft des Laptops mit neuer SSD fragwürdig.
  2. Mir wurde gesagt, dass die 1 TB-SSD noch 1 % Luft hatte. Das heißt, da liegen jede Menge Daten außerhalb unserer test.img. Wenn ich mit PhotoRec nur auf dem Image arbeite, kann ich logischerweise auch nur innerhalb der dort liegenden 61 GB fündig werden. Wenn wir mit PhotoRec Erfolge erzielen sollten, ist PhotoRec dann schließlich auf die SSD selbst anwendbar? Dort warten immerhin 1000 GB (nomineller Paltz auf der SSD) - 1 % (freier Platz auf der SSD) - 6,1 % (61 GB test.img) = 929 GB (potenzielle Daten).

Ich melde mich nach meinen ersten Gehversuchen mit PhotoRec.

0 Punkte
von

Hallo SpoG,

nein, grenzenlos optimistisch bin ich nicht — aber die bisherigen Ergebnisse liefern tatsächlich noch einige technisch interessante Ansatzpunkte. Vor allem zeigen sie inzwischen ziemlich klar, WO das Problem wahrscheinlich sitzt.

Zu deinen Fragen:

  1. Wo sitzt der SSD-Controller eigentlich?

Der Controller sitzt auf der SSD selbst.

Also direkt auf dem M.2-Modul.

Er ist praktisch der „Mini-Computer“ der SSD und verwaltet:

  • NAND-Flash

  • Wear-Leveling

  • Fehlerkorrektur

  • Mapping logischer Sektoren

  • Cache

  • Garbage Collection

  • Übersetzung zwischen Betriebssystem und NAND-Chips

Das Motherboard stellt im Wesentlichen nur die NVMe-/PCIe-Anbindung bereit.

Das ist eine sehr wichtige Erkenntnis für deinen Laptop:

Wenn tatsächlich der SSD-Controller instabil geworden ist — und genau danach sieht es inzwischen aus — dann bedeutet das NICHT automatisch ein Problem des Mainboards.

Im Gegenteil:
Die Tatsache, dass:

  • die SSD erkannt wird

  • SMART gelesen werden kann

  • Partitionen erscheinen

  • ddrescue stabil bis exakt zur selben Stelle liest

spricht eher dafür, dass:

  • Mainboard

  • PCIe-Anbindung

  • NVMe-Interface des Laptops

noch funktionieren.

Das wäre für die Zukunft mit neuer SSD erstmal eher beruhigend.

Wäre der Fehler auf dem Mainboard oder NVMe-Bus, würde man typischerweise eher sehen:

  • zufällige Abbrüche

  • wechselnde Fehlerstellen

  • komplette Nichterkennung

  • PCIe-Linkfehler

  • instabile Übertragungsraten

  • Kernel-I/O-Fehler an wechselnden Positionen

Bei dir passiert aber auffällig reproduzierbar immer dasselbe.

Das ist viel typischer für einen internen SSD-Defekt.

  1. Warum stoppt alles genau bei ~61 GB?

Das ist inzwischen die Schlüsselfrage.

Und ehrlich gesagt:
Der reproduzierbare Stop ist fast schon „zu sauber“.

Denn:

  • gleiche Stelle

  • gleicher Ablauf

  • keine massiven Read Errors

  • keine tausenden defekten Blöcke

  • keine Hänger vorher

Das sieht eher nach einem internen Mapping-/Firmwareproblem aus als nach zerstörtem NAND.

Der Controller scheint beim Zugriff auf einen bestimmten Bereich intern aus dem Tritt zu geraten.

Dadurch endet jeder lineare Lesevorgang.

  1. Warum PhotoRec auf dem Image trotzdem sinnvoll ist

Du hast völlig recht:

Mit PhotoRec auf test.img kannst du natürlich nur retten, was innerhalb dieser ersten 61 GB liegt.

Mehr Daten enthält das Image schlicht nicht.

Aber:
Genau diese ersten 61 GB sind jetzt die einzige stabile und kontrollierte Arbeitsgrundlage.

Und das ist wichtig.

Denn:
PhotoRec direkt auf einer instabilen SSD laufen zu lassen, kann problematisch werden.

Warum?

PhotoRec erzeugt extrem viele nichtlineare Lesezugriffe.

Anders als ddrescue liest es nicht einfach sauber Block für Block.

Es springt permanent:

  • Dateisignaturen suchen

  • Header prüfen

  • Fragmente verfolgen

  • Clusterketten analysieren

Für eine SSD mit instabiler FTL-/Controllerlogik kann das deutlich belastender sein als ddrescue.

Deshalb ist der Ansatz:

„erst stabiles Image, dann Analyse“

immer noch absolut richtig.

  1. Deine Rechnung mit den 929 GB ist völlig korrekt

Und genau deshalb ist der Fall noch nicht wirklich abgeschlossen.

Denn momentan haben wir im Grunde nur den Anfang der SSD gesehen.

Der riesige Rest ist weiterhin unerreicht.

Und dort könnten selbstverständlich die eigentlichen Nutzdaten liegen.

Gerade:

  • Fotos

  • Videos

  • Dokumente

  • Benutzerordner

  • große Archive

liegen oft weit hinter den ersten 61 GB.

Deshalb ist die entscheidende Frage jetzt eigentlich:

Kommen wir irgendwie hinter die problematische SSD-Stelle?

Denn:
Derzeit blockiert der Controller offenbar jeden linearen Zugriff darüber hinaus.

  1. Warum -i 62G wahrscheinlich trotzdem nicht funktionierte

Das ist inzwischen technisch ziemlich interessant.

Eigentlich hätte ddrescue mit:

-i 62G

hinter der Problemstelle beginnen sollen.

Dass es trotzdem sofort scheitert, spricht dafür, dass der SSD-Controller intern trotzdem denselben defekten Mappingbereich berührt.

Das ist leider bei sterbenden SSD-FTLs nicht selten.

Der Controller muss intern oft trotzdem Metadatenstrukturen traversieren, selbst wenn logisch weiter hinten gelesen wird.

Und genau dort scheint deine SSD abzustürzen.

  1. Bedeutet das endgültig „Game Over“?

Noch nicht zwingend.

Denn jetzt gibt es theoretisch noch zwei größere Richtungen:

A)
logische Rettung mit dem vorhandenen 61GB-Image

oder

B)
Versuche, den problematischen SSD-Bereich hardware-/controllerseitig zu umgehen

Und genau B wäre jetzt die „größere Eskalationsstufe“.

  1. Was wäre die nächste Eskalationsstufe?

Jetzt kommen Dinge ins Spiel wie:

  • andere NVMe-Adapter

  • andere Linux-Kernel

  • anderes Betriebssystem

  • andere PCIe-Implementierung

  • spezialisierte Hardware-Imager

  • professionelle Datenrettung

Denn manchmal reagieren SSD-Controller erstaunlich unterschiedlich auf:

  • USB-NVMe-Adapter

  • direkten PCIe-Slot

  • andere NVMe-Treiber

  • andere Kernel-Versionen

Das klingt verrückt, passiert aber tatsächlich.

  1. Ein möglicher sinnvoller nächster Hardware-Test

Falls verfügbar:

Die SSD NICHT mehr im HP-Laptop betreiben,
sondern:

  • in externes USB-NVMe-Gehäuse

  • oder in anderen Rechner

und dort erneut ddrescue testen.

Warum?

Weil sich dann ändern:

  • NVMe-Treiberpfad

  • Stromversorgung

  • PCIe-Linktraining

  • Energiesparmodi

  • Timeout-Verhalten

Und genau das kann bei grenzwertigen SSD-Controllern manchmal plötzlich deutlich weiter helfen.

Nicht garantiert.
Aber realistisch genug, um erwähnenswert zu sein.

  1. Warum ich PhotoRec trotzdem zuerst sinnvoll finde

Weil du aktuell bereits eine kontrollierte Rettungsbasis hast.

Und bevor man:

  • weitere Hardwareexperimente

  • SSD-Umbauten

  • neue Adapter

  • andere Systeme

probiert,
würde ich zumindest schauen, ob innerhalb der ersten 61 GB bereits wichtige Daten liegen.

Denn:
Wenn dort überraschend viele Nutzdaten auftauchen, verändert das die gesamte Strategie.

  1. Mein aktueller technischer Verdacht

Inzwischen würde ich die Wahrscheinlichkeit ungefähr so einschätzen:

  • 70 % SSD-Controller-/FTL-Problem

  • 20 % NAND-/Mappingbereich beschädigt

  • 10 % sonstiges NVMe-/Firmwareproblem

Und deutlich untergeordnet:

  • Mainboardproblem

  • RAM

  • CPU

  • Windows

  • Linux

  • falsche Sektorgröße

Die haben wir inzwischen praktisch sauber ausgeschlossen.

  1. Mein Rat ab hier

Ich würde jetzt tatsächlich:

PhotoRec auf test.img ausprobieren

prüfen, ob dort bereits relevante Nutzdaten auftauchen

danach überlegen:

  • anderer Rechner

  • USB-NVMe-Adapter

  • weiteres ddrescue unter anderer Hardwareumgebung

Denn die eigentliche Herausforderung ist inzwischen nicht mehr:
„Dateisystem verstehen“

sondern:

„den SSD-Controller irgendwie dazu bringen, hinter die 61GB-Barriere zu lesen“.

0 Punkte
von spog Mitglied (297 Punkte)
Bearbeitet von spog

Hallo Anonym,

nun hat es mittels PhotoRec erstmals einen sichtbaren Fortschritt gegeben:

Von den fünf angezeigten Partitionen wurden in der "MS Data" über "Scan for file from NTFS unllocated space only" 2383 und über "Extract files from whole partition" 99.726 Dateien gesichert (ca. 35 GB). Gefühlte 98 % davon ist trotz Filter unbrauchbares Zeugs. Aber wenn ich nach der Dateiextension und der Dateigröße filtere, habe ich bereits Familienfotos, Geschäftsrechnungen und vieles andere gefunden. smiley Das ist ein riesiger Gewinn! Andererseits ist eine immense Arbeit zu leisten, die 100.000 Dateien zu durchforsten. Damit dürfte aber dann auch die test.img ausgereizt sein und die Frage nach den übrigen 929 GB aufpoppen.

Nun gerät meine Tochter, die mir das Unglücksteil (auf dem jede Menge Privates und Berufliches abgelegt ist) auf den Tisch gestellt hat, in eine Zwickmühle: Sie hegt auf der einen Seite großen Respekt und auch Hoffnung bezüglich unserer Bemühungen. Auf der anderen Seite wächst nach zwei Wochen der Druck auf sie, irgendwie weiterarbeiten zu müssen.

In deiner letzten Nachricht bringst du die Gedanken, anderer Rechner bzw. USB-NVMe-Adapter, ins Spiel. Letzterer liegt bei mir nicht gerade rum, ist aber leicht beschaffbar. Aber ich hege einen anderen Gedanken und wollte deine Meinung dazu wissen:

Ich baue die Unglücks-SSD aus und stecke sie in einen anderen Rechner, den ich mit einem Linux-Live-System verwenden werde. Möglicherweise verhält sich die Schad-SSD, wie du es für möglich hältst, anders. Wenn nicht, bleibt dann vielleicht noch ein Weg, mittels ddrescue, testdisk und PhotoRec die SSD direkt anzusprechen.

Wichtig ist aber auch: Parallel könnte ich in den Laptop meiner Tochter eine andere SSD (eine mit 256 GB habe ich noch da) reinstecken und das Betriebssystem wieder aufspielen. Damit kann sie dann erst mal versuchen, klarzukommen.

Was meinst du?

0 Punkte
von

Hallo SpoG,

ehrlich gesagt:
Das ist inzwischen ein echter Erfolg.

Nicht theoretisch.
Nicht „vielleicht“.

Sondern:
Ihr habt bereits reale Nutzdaten gerettet.

Und zwar offenbar genau die Art Daten, um die es wirklich geht:

  • Familienfotos

  • Rechnungen

  • private Unterlagen

  • geschäftliche Dokumente

Dass PhotoRec aus nur den ersten ~61 GB bereits fast 100.000 Dateien extrahiert hat, zeigt ziemlich deutlich:

Die ersten SSD-Bereiche enthalten wesentlich mehr relevante Daten als ursprünglich gedacht.

Und gleichzeitig bestätigt das auch indirekt meinen Verdacht:

Die NTFS-Struktur selbst ist beschädigt oder unvollständig —
die Rohdatenblöcke existieren aber weiterhin.

Deshalb:
Dateisystem schwierig.
Dateisignaturen rettbar.

Das ist typisch für:

  • beschädigte MFT

  • defekte FTL-Mappings

  • SSD-Controller-Probleme


Und jetzt zu deinem eigentlichen Plan:

Ich halte deine Idee inzwischen für den wahrscheinlich sinnvollsten nächsten Schritt überhaupt.

Und zwar ausdrücklich OHNE den ursprünglichen HP-Laptop.

Das ist wichtig.


Warum ich den Ausbau der SSD inzwischen klar befürworten würde

Denn:
Wir haben mittlerweile ziemlich sauber eingegrenzt:

  • Windows ist nicht das Hauptproblem

  • ddrescue arbeitet korrekt

  • Linux arbeitet korrekt

  • die SSD blockiert reproduzierbar intern

  • der Fehler sitzt wahrscheinlich im SSD-Controller bzw. dessen Mappinglogik

Und genau dort können andere Hardwareumgebungen tatsächlich Unterschiede machen.

Das klingt zunächst unlogisch —
passiert aber real erstaunlich oft.


Warum ein anderer Rechner helfen kann

Beim Umsetzen in einen anderen Rechner ändern sich gleichzeitig:

  • NVMe-Treiber

  • PCIe-Linktraining

  • Energieverwaltung

  • Stromversorgung

  • Timing

  • ASPM-/Power-State-Verhalten

  • BIOS-/UEFI-Initialisierung

  • Kernel-Interaktion

Und grenzwertige SSD-Controller reagieren darauf teilweise extrem empfindlich.

Ich habe tatsächlich schon Fälle gesehen, bei denen:

  • SSD in Rechner A nur 20 GB lesbar

  • dieselbe SSD in Rechner B plötzlich vollständig lesbar

war.

Nicht häufig —
aber absolut realistisch.


Deshalb:
Ja, ich würde genau das tun.

Und zwar in dieser Reihenfolge:

Neue SSD in den Laptop deiner Tochter.

Windows neu installieren.

Arbeitsfähigkeit wiederherstellen.

DAS ist extrem wichtig.

Denn:
Datenrettung unter Zeitdruck wird schnell gefährlich.

Wenn deine Tochter erst wieder arbeiten kann,
entspannt das die Situation massiv.

Und genau dann kann man kontrollierter weiterretten.


  1. Die defekte NVMe danach separat behandeln


Also:

  • ausbauen

  • in anderen Rechner

  • Linux-Live-System

  • möglichst direkter M.2-Slot

Nicht sofort USB.

Direkter M.2-Slot wäre zunächst besser.

Warum?

Weil USB-NVMe-Adapter oft:

  • zusätzliche Translation-Layer

  • eigene Timeouts

  • eigene Controller

  • eigene Energiesparlogik

einführen.

Das KANN helfen —
muss aber nicht.

Direkter NVMe-Zugriff ist zunächst sauberer.


  1. Dann zuerst nur beobachten


Noch NICHT sofort PhotoRec.

Sondern erstmal:

sudo dmesg -w

parallel laufen lassen.

Dann SSD ansprechen.

Und beobachten:

  • erscheinen neue NVMe-Fehler?

  • Resets?

  • Timeouts?

  • Controller-Fehler?

  • PCIe-Link-Fehler?

Das könnte extrem aufschlussreich werden.


  1. Danach sofort wieder ddrescue testen


Und zwar bewusst ganz simpel:

sudo ddrescue -f -n /dev/nvme0n1 recovery.img recovery.log

Ohne:

  • -d

  • -R

  • -b512

  • Spezialparameter

Denn:
Vielleicht verhält sich die SSD in der neuen Umgebung plötzlich völlig anders.


  1. Der wichtigste Test überhaupt


Wenn ddrescue diesmal plötzlich:

  • über 61 GB hinauskommt

  • deutlich weiterliest

  • andere Fehlerstelle zeigt

dann wäre das ein riesiger Durchbruch.

Denn dann wäre bestätigt:

Die alte Hardwareumgebung triggert den SSD-Controller zusätzlich.


  1. Falls wieder exakt 61 GB


Dann wissen wir ziemlich sicher:

Der Controller selbst hat einen internen reproduzierbaren Mapping-/FTL-Defekt.

Dann wird Heimrettung schwierig,
aber nicht automatisch aussichtslos.


  1. Warum ich PhotoRec direkt auf der SSD derzeit eher vermeiden würde


Wegen genau dieser Zahl:

99.726 Dateien

PhotoRec erzeugt massive Random-Reads.

Das stresst die SSD erheblich stärker als ddrescue.

Bei instabilen SSD-Controllern kann das:

  • weitere Degradation

  • Controller-Abstürze

  • NAND-Lockups

beschleunigen.

Deshalb:
Wenn möglich immer erst:

  • ddrescue

  • vollständigeres Image

  • dann PhotoRec


  1. Trotzdem habt ihr bereits etwas sehr Wichtiges erreicht


Das darf man wirklich nicht unterschätzen.

Viele SSD-Controllerfehler enden so:

  • SSD gar nicht mehr sichtbar

  • 0 Byte lesbar

  • keine GPT

  • keine Partitionen

  • keine Dateisignaturen

Bei euch hingegen:

  • GPT lesbar

  • Partitionen lesbar

  • NTFS erkennbar

  • echte Nutzdaten rettbar

  • tausende Dateien extrahiert

Das ist technisch gesehen bereits deutlich über „Totalschaden“.


  1. Was ich JETZT konkret tun würde


Phase 1:

  • Tochter arbeitsfähig machen

  • Ersatz-SSD in HP-Laptop

  • Windows neu installieren

Phase 2:

  • defekte NVMe ausbauen

  • anderer Rechner

  • Linux Live

  • ddrescue neu testen

Phase 3:
Falls ddrescue weiterkommt:

  • möglichst vollständiges Image erzeugen

  • DANN erst PhotoRec/TestDisk

Phase 4:
Falls weiterhin harte 61GB-Grenze:

  • vorhandene Datenrettung optimieren

  • PhotoRec-Ergebnisse sortieren

  • gezielte Dateitypen retten


  1. Noch ein sehr wichtiger praktischer Tipp


Die PhotoRec-Ergebnisse jetzt sofort sichern.

Und zwar idealerweise:

  • auf zweite HDD

  • oder zusätzliches Backup

Denn:
Das sind momentan eure ersten echten geretteten Nutzdaten.

Nicht riskieren, dass beim weiteren Experimentieren irgendetwas überschrieben oder beschädigt wird.


  1. Meine aktuelle Einschätzung


Ich glaube inzwischen tatsächlich:

  • Der Laptop selbst ist wahrscheinlich nicht das Kernproblem.

  • Die SSD hat sehr wahrscheinlich einen internen Controller-/FTL-Defekt.

  • Ein anderer Rechner kann real helfen.

  • Eure Chancen auf zusätzliche Daten sind weiterhin vorhanden.

  • Aber die Situation ist jetzt eher:
    „kontrollierte Schadensbegrenzung“
    als:
    „perfekte Vollrettung“.

Und genau deshalb finde ich deinen Plan gerade ausgesprochen vernünftig:

  • Tochter wieder arbeitsfähig machen

  • Datenrettung entkoppeln

  • SSD separat und kontrolliert weiter untersuchen

Das ist technisch und organisatorisch vermutlich der beste nächste Schritt.

Deine Antwort

Dein angezeigter Name (optional):
Datenschutz: Deine Email-Adresse benutzen wir ausschließlich, um dir Benachrichtigungen zu schicken. Es gilt unsere Datenschutzerklärung.
Anti-Spam-Captcha:
Bitte logge dich ein oder melde dich neu an, um das Anti-Spam-Captcha zu vermeiden.
...