Hallo SpoG,
das klingt tatsächlich nach einem typischen „Windows ist kaputt, Daten aber vielleicht noch rettbar“-Fall — und die Chancen stehen gar nicht schlecht, solange die eigentliche NTFS-Datenpartition noch lesbar ist.
Der Registry Error 0x51 bedeutet meist:
Dass:
…spricht oft dafür, dass entweder:
-
die NTFS-Metadaten beschädigt sind
-
die Partition „dirty“/inkonsistent ist
-
oder die SSD bereits physische Lesefehler entwickelt.
Wichtig:
Jetzt möglichst nichts mehr auf die SSD schreiben.
Kein chkdsk mehr auf der Originalplatte.
Kein Windows-Reparaturversuch mehr.
Jeder Schreibzugriff kann die Lage verschlimmern.
Mein Vorgehen wäre jetzt ganz klar dieses:
1. Zuerst Zustand der SSD prüfen
Unter Linux im Terminal:
sudo smartctl -a /dev/nvme0n1
Falls smartctl fehlt:
sudo apt install smartmontools
Wichtig sind:
-
Media Errors
-
Critical Warning
-
Percentage Used
-
Unsafe Shutdowns
-
Read Errors
Wenn dort viele Fehler stehen:
SOFORT klonen, bevor weiterprobiert wird.
2. KEIN direktes Arbeiten auf der SSD
Stattdessen:
1:1-Image erstellen.
Das ist der wichtigste Schritt überhaupt.
Ideal:
Dann:
sudo ddrescue -f -n /dev/nvme0n1 rescue.img rescue.log
Falls Lesefehler:
später nochmal:
sudo ddrescue -d -r3 /dev/nvme0n1 rescue.img rescue.log
Warum ddrescue?
Weil normale Kopierprogramme bei sterbenden SSDs oft abbrechen.
Das Log erlaubt späteres Fortsetzen.
3. Erst DANACH Datenrettung auf dem Image versuchen
NICHT auf dem Original.
Image einbinden:
sudo losetup -Pf rescue.img
Dann prüfen:
lsblk
Dort erscheinen dann Partitionen wie:
/dev/loop0p1
/dev/loop0p2
...
4. NTFS reparieren (nur auf dem Image!)
Sehr oft reicht schon:
sudo ntfsfix /dev/loop0pX
(X = große NTFS-Partition)
Danach mounten:
sudo mkdir /mnt/rettung
sudo mount -t ntfs-3g /dev/loop0pX /mnt/rettung
Wenn das klappt:
SOFORT Daten kopieren.
5. Falls NTFS weiter nicht mountet
Dann TestDisk einsetzen.
Das ist vermutlich dein bester Freund in diesem Fall.
Unter Linux:
sudo apt install testdisk
sudo testdisk
TestDisk kann:
Gerade bei:
„Partition sichtbar aber nicht mountbar“
ist TestDisk oft extrem erfolgreich.
6. Wenn TestDisk scheitert → PhotoRec
Gehört zu TestDisk.
Das rettet Dateien roh:
-
Bilder
-
PDFs
-
Office-Dateien
-
ZIPs usw.
Nachteil:
-
keine Ordnerstruktur
-
Dateinamen oft weg
Aber besser als Datenverlust.
7. EXT4/FAT32-Fehler sind vermutlich Nebenkriegsschauplätze
Die FAT32-Partition ist wahrscheinlich:
EXT4 könnte sein:
-
Linux-Überbleibsel
-
HP-Diagnose
-
Recovery-Umgebung
Die wichtige Sache ist die große NTFS-Partition.
Dass Linux dort „keine Fehler“ meldet, ist ein gutes Zeichen.
8. Ein typischer versteckter Fall bei Windows-SSDs
Windows-Hibernation/Fast Startup.
Dann mountet Linux NTFS manchmal nicht.
Teste:
sudo ntfsfix /dev/nvme0n1pX
oder:
sudo mount -t ntfs-3g -o remove_hiberfile /dev/nvme0n1pX /mnt/rettung
ACHTUNG:
remove_hiberfile entfernt den Windows-Ruhezustand.
Normalerweise OK, aber nur machen, wenn Windows ohnehin nicht mehr startet.
9. Wenn die SSD hardwareseitig stirbt
Typische Symptome:
Dann:
nicht weiter herumprobieren.
Sofort ddrescue-Image ziehen.
10. Meine Einschätzung
Die Chancen stehen ehrlich gesagt noch recht ordentlich, weil:
-
große NTFS-Partition erkannt wird
-
kein kompletter Totalausfall
-
SSD noch ansprechbar
-
Diagnose nur SSD-Fehler meldet
Das riecht eher nach:
…und nicht zwingend nach komplett toter NAND-Hardware.