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Porträts mit Photoshop retuschieren und bearbeiten

Schön und doch natürlich – so sollte ein gutes Porträt aussehen. Hier erfahren Sie, wie das mit Photoshop geht.

Auch wenn Porträts noch so gut gelungen und fotografisch optimal gemacht sind, missfällt den meisten Menschen ihr eigenes Porträt. Vor allem, wenn sich der Fotografierte schon im fortgeschrittenen Alter befindet. Denn eine Kamera ist unbarmherzig und hält jede noch so kleine Falte fest. Je schärfer das Porträt, umso auffälliger sind solche kleinen Zeichen des Alterns, die den meisten doch missfallen. Daher geht es bei der Porträtretusche nicht nur darum, fotografische Fehler auszumerzen, sondern vor allem, kleine Hautunreinheiten und Fältchen zu retuschieren und eine gleichmäßigere Haut zu erzeugen.

Grundlegende Schritte im Überblick

Zu einem optimalen Ergebnis kommen Sie in der Regel mit wenigen Schritten. Zunächst zeichnen Sie Hautpartien weich und sparen dabei die Teile des Gesichts aus, die unbedingt Schärfe haben sollen, wie Lippen und Augen. Anschließend zeichnen Sie die Augen und Haare, eventuell auch die Lippen noch etwas schärfer, wenn die Schärfe nicht optimal ist. Sollten dann immer noch Hautstellen unschön aussehen, bessern Sie die eventuell noch mit dem Kopierstempel nach.

Um bspw. den Haaren mehr Glanz zu geben, können Sie dann partiell helle Töne aufhellen und dunkle weiter abdunkeln, um nur in den Haaren mehr Kontrast zu erzeugen.

(Zur Darstellung in Originalgröße Abbildungen anklicken)
00-vorher-nachher-Vergleich-470.jpg

Hautpartien partiell weichzeichnen

Zunächst sollten Sie die Hautpartien optimieren. Gehen Sie dazu folgendermaßen vor:

1. Öffnen Sie das Bild in Photoshop.

2. Duplizieren Sie dann die Ebene, indem Sie in der Ebenenpalette die Hintergrundebene mit der rechten Maustaste anklicken, und "Ebene duplizieren" auswählen.

01-Die-Hintergrundebene-duplizieren-470.jpg

3. Es erscheint ein Dialogfeld, das Ihnen ermöglicht den Namen der Ebene einzugeben. Schließen Sie es mit "OK".

4. Die neue Ebene ist nun aktiviert und Sie können sie jetzt bearbeiten. Zeichnen Sie sie weich, indem Sie "Filter/Weichzeichnungsfilter/Gaußscher Weichzeichner" auswählen.

5. Es erscheint jetzt ein Dialogfeld mit den Einstellungen des Filters und dem Vorschaubild. Für den Gaußschen Weichzeichner gibt es nur eine Einstellung, den Radius. Er legt fest, wie groß der Radius der Fläche in Pixeln sein muss, innerhalb dessen die Pixel farblich angeglichen werden. Je höher der Wert für den Radius ist, desto stärker wird das Bild weichgezeichnet. Das Ergebnis wird im Vorschaubild angezeigt. Ziehen Sie den Regler auf den gewünschten Wert und schließen Sie das Dialogfeld mit "OK".

02-Waehlen-Sie-den-Radius-fuer-die-Staerke-des-Gausscchen-Weichzeichners-470.jpg

6. Zoomen Sie nun soweit in das Bild ein, dass Sie Details gut erkennen können. In der Regel ist eine Anzeigegröße von 80% bis 100% zu empfehlen. Klicken Sie dazu auf das Symbol "Einzoomen" in der Symbolleiste und dann so oft auf das Bild, bis es in der gewünschten Größe angezeigt wird.

03-Einzoomen-in-das-Bild-ermoeglicht-praeziseres-arbeiten-470.jpg

7. Wählen Sie aus der Werkzeugleiste links, das Radiergummi-Werkzeug aus.

04-Waehlen-Sie-das-Radiergummi-Werkzeug-aus-470.jpg

8. Öffnen Sie nun die Werkzeugeinstellungen (1.) und wählen Sie einen geeigneten Hauptdurchmesser aus, indem Sie den Regler (2.) nach rechts ziehen, um den Radius zu vergrößern oder nach links, um ihn zu verkleinern. Der Radius sollte so groß sein, dass Sie damit relativ zielgenau die Augen, Augenbrauen und den Nasenrücken bearbeiten können. Sie erkennen die aktuell eingestellte Größe des Werkzeugs am Durchmesser des Mauszeigers.

05-Legen-Sie-den-Durchmesser-fuer-den-Radierer-fest-470.jpg

06-Der-Cursor-gibt-Auskunft-ueber-den-gewaehlten-Durchmesser-470.jpg

9. Setzen Sie die Härte (3.) auf 0. Damit erreichen Sie einen weichen Übergang des weichgezeichneten zu scharfen Bereichs, der durch das Radieren entsteht.

10. Wenn Sie noch einen weicheren Übergang erzielen möchten, setzen Sie die Deckkraft auf einen Wert von ungefähr 50%.

07-Legen-Sie-die-Deckkraft-auf-ca-50-Prozent-fest-470.jpg

11. Radieren Sie nun mit dem Werkzeug die Bereiche in der weichgezeichneten Ebene weg, die scharf erscheinen sollen. In einem Porträt sollten das Augen, Augenbrauen, Nasenrücken, Lippen, Haare, Haaransatz und Bekleidung sein. Gerade für größere Flächen, wie die Haare und die Bekleidung sollten Sie den Hauptdurchmesser des Radiergummi-Werkzeugs etwas vergrößern. Haben Sie die Deckkraft reduziert, müssen Sie mehrmals mit dem Werkzeug über die entsprechenden Stellen fahren. Damit können Sie dann aber einen schönen weichen Übergang zur Unschärfe erzielen. Im Bild wurde zur Verdeutlichung die untere Ebene ausgeblendet, so dass die ausradierten Bereiche hier gerastert dargestellt werden.

08-Die-gerasterten-Bereiche-sollten-ausradiert-werden-470.jpg

12. Entfernen Sie nun noch verbleibende Hautunreinheiten mit dem Kopierstempel. Wählen Sie dazu das Kopierstempelwerkzeug aus.

09-Waehlen-Sie-das-Kopierstempelwerkzeug-aus-470.jpg

13. Stellen Sie oben über die Symbolleiste einen Durchmesser ein, der ausreichend ist den zu reparierenden Bereich gerade zu überdecken.

10-Stellen-Sie-den-Durchmesser-fuer-das-Werkzeug-ein-470.jpg

14. Klicken Sie bei gedrückter "Alt"-Taste mit der Maus auf eine Stelle, die der zu reparierenden in Farbe und Struktur möglichst ähnlich ist (1.). Klicken Sie danach auf die zu reparierende Stelle (2.).

11-Kopieren-Sie-eine-optimale-Hautstelle-auf-die-zu-reparierende-stelle-470.jpg

15. Verbinden Sie nun beide Ebenen, indem Sie "Ebene/Auf Hintergrundebene reduzieren" auswählen.

Augenbereiche und Haare bei Bedarf scharf zeichnen

<img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/58a50831842144dcb3c4f1f5c961c9fd" alt="" width="1" height="1" />

Wenn das Ausgangsbild auf Haaren, Haaransatz und Augen keine optimale Schärfe hatte, sollten Sie nun hier noch dezent nachschärfen.

1. Wählen Sie aus der Werkzeugleiste das Scharfzeichner-Werkzeug aus.

12-Waehlen-Sie-das-Scharfzeichner-Werkzeug-aus-470.jpg

2. Stellen Sie wieder über die Symbolleiste den Durchmesser des Werkzeugs aus. Er sollte in etwa der Größe der kleinsten zu bearbeitenden Stelle entsprechen.

3. Fahren Sie nun mit dem Werkzeug über die nachzuschärfenden Stellen, einmal oder mehrfach je nach Bedarf.

Lichtreflexe in Haaren hervorheben

Gerade Haare wirken oftmals auf Bildern stumpfer als sie wirklich sind. Und selbst wenn sie real nicht sonderlich stark glänzen, können Sie da ganz einfach nachhelfen.

1. Wählen Sie das Zoom-Werkzeug aus der Werkzeugleiste aus und klicken Sie oben in der Symbolleiste auf die Schaltfläche "Ganzes Bild".

13-Waehlen-Sie-das-Zoom-Werkzeug-aus-470.jpg

2. Wählen Sie aus der Werkzeugleiste das Abwedler-Werkzeug aus. Damit können Sie Teiles des Bildes, helle Farben, Mitteltöne oder dunkle Töne aufhellen.

14-Waehlen-Sie-das-Abwedler-Werkzeug-aus-470.jpg

3. Wählen Sie in der Symbolleiste für das Werkzeug den Bereich "Lichter" aus, um die hellen Farbtöne etwas aufzuhellen und wählen Sie einen relativ großen Werkzeugdurchmesser aus.

15-Waehlen-Sie-den-Bereich-Lichter-aus-470.jpg

4. Fahren Sie nun mit dem Werkzeug über die Partien in den Haaren die aufgehellt werden sollen.

5. Um die dunklen Töne etwas weiter abzudunkeln, wählen Sie nun das Nachbelichter-Werkzeug aus. Wählen Sie in der Symbolleiste den Bereich "Tiefen" aus.

16-Waehlen-Sie-das-Nachbelichter-Werkzeug-aus-470.jpg

6. Fahren Sie nun mit dem Werkzeug über die Teile der Haare, die sie abdunkeln möchten.

7. Speichern Sie das Ergebnis mit "Datei/Speichern".

Von |2018-07-25T14:33:27+00:00Februar 21st, 2011|Kategorien: Bildbearbeitung|3 Kommentare

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3 Comments

  1. Tom1000 16. August 2011 um 13:56 Uhr

    Danke für die Erkärung, hab lang gesucht und Dein Tipp ist so einfach,… ein Traum 🙂 Danke!

  2. Ronnella 10. Januar 2012 um 19:28 Uhr

    Leider hast du das Bild schlimmer gemacht, als es vorher war.
    Überbelichtet, unscharf und keinerlei Retusche, was Hautfalten o.ä.
    betrifft. Dazu hätte man das Bild gut noch beschneiden können, dass
    es einen ordentlichen Anschnitt bekommt.

    Tut mir leid – aber bevor du Tutorials ins Netz stellst, solltest du dir
    selbst noch eine Menge anschauen!

    Ich hoffe, du nimmst es dir zu Herzen und nutzt die Chance einer
    ehrlichen Kritik zur Verbesserung.

  3. halfstone 10. Januar 2012 um 19:56 Uhr

    Hallo Ronnella,

    ich finde das Tutorial sehr gut und verstehe deine Kritik nicht ganz. Könntest du mal genauer werden und am besten gleich erklären was und wie du es besser machen würdest, das würde uns allen weiterhelfen.

    Gruß Fabian

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