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Gefragt in Plauderecke von halfstone Profi (16.8k Punkte)
Kurze Geschichte was mir die Tage passiert ist und die Frage an euch, wie reagiert man da?

Also ich morgens auf dem Weg zur Arbeit (ist nur um die Ecke) kommt mir ein Typ entgegen (Kopf größer als ich) und spuckt mir gekonnt direkt vor die Füße.

Ich natürlich gleich „sag mal geht’s noch?“ worauf hin er sich gleich umdreht und sehr nach auf mich zukommt und meint „WAS IST LOS?“. Ich also gesagt, dass es nicht ok ist wenn er mich anspuckt darauf hin er „Ich hab dich nicht angespuckt, kann ich aber gleich noch machen wenn du willst“ und schupst mich dabei schon 1-2 m von sich weg.

Ich dachte schon, so Fabi jetzt wirst du das erste Mal in deinem Leben so richtig verprügelt, da ich nicht damit gerechnet habe so einen Psycho, der eindeutig Streit suchte, wieder runter zu bekommen.

Ich meinte dann nur noch, dass es 9 Uhr morgens sei und ich um diese Uhrzeit sicher keinen Stress brauchen würde und konnte mich mit einer beschwichtigenden Geste aus der Gefahrenzone verabschieden und meines Weges gehen.

Als alter Berliner denkt man sich, ok einer dieser Psychos mehr auf der Straße und ist ja eigentlich nichts passiert, also haken wir das unter dem ganz normalen Berliner Wahnsinn ab.

Mein Problem jetzt, gestern kam mir der Typ wieder entgegen. Ich hab ihn schon von weitem erkannt und bin extra einen Bogen gelaufen aber wieder spuckt er mir direkt vor die Füße und murmelt dabei noch sowas von Fot…ze zu mir.

Da ich diesmal den Mund gehalten hab (was mir wirklich schwer fällt in solchen Fällen) ist auch weiter nichts passiert.

Also der Typ hat sie einfach nicht mehr alle und er hat eine Grenze überschritten als er mich angefasst hat.
Was macht man jetzt als überzeugter Pazifist mit so einem Typ, dem man sicher noch öfter begegnen wird und der einem wie eine Zeitbombe vorkommt.

Anzeigen wird keinen Sinn machen, da die Berliner Polizei sowas nicht verfolgt.

Auf eure phantasievollen Vorschläge bin ich gespannt.

Gruß Fabian

58 Antworten

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Beantwortet von halfstone Profi (16.8k Punkte)
Hi,

inzwischen ist es eher eine theoretische Betrachtung geworden, da er mit nicht wieder begegnet ist.

Ich finde aber die grundsätzliche Betrachtung von kalauer1960 aus Antwort 48 sehr gut.

Gruß Fabian
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Beantwortet von ralfb Experte (6.9k Punkte)
alles klar Netzwerkpsycho1 ....ich empfehle einige Jahre in einem guten Aikido-Dojo, dann bekommst Du vieleicht eine klitzekleine Ahnung wovon ich überhaupt rede.

*lol*

Ralf
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Beantwortet von mixmax Experte (2.2k Punkte)
„sag mal geht’s noch?“ ist auch sowas von unanständig und agressiv, da ist ja kein wunder das jemand sofort n halfi verprügeln möchte...

Jemanden die andere Wange hinhalten ist bei den kapputen Volk was auf der Straße rumläuft oft schlecht für die Gesundheit. Sind schon leute für weniger gestorben nur weil jemand einfach spaß daran findet mal jemanden aufs maul zu geben und etwas übertrieben hat.

Diese Dojo-Mentalität funktioniert so lange wie man durch Kampftechnik der Überlegenere ist und für den Fall der Fälle schon vorher weis, dass der andere einem unterlegen wäre wenn er was versucht.
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Beantwortet von netzwerkpsycho1 Experte (1.4k Punkte)
ralfb, ich habe mir jetzt mit meiner Antwort Zeit genug gelassen und bin
zu dem Entschluss gekommen, deinen geistigen Erguss
unkommentiert zu lassen.
Er spricht für sich ganz alleine.
MfG:NWP1
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Beantwortet von nostalgiker6 Experte (7.1k Punkte)
DAS nenne ich 'friedfertig'!
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Beantwortet von fritz-rudolf Experte (3.3k Punkte)
Das Grundprinzip der Aikido-Bewegungen besteht darin, die
Lebensenergie (Ki) zu entfalten.... Aufmerksamkeit, Atemkraft,
intuitives Erspüren und harmonisches Reagieren (Ai).
...Ziel ist es, diese Prinzipien ins tägliche Leben zu übertragen
um damit Angst und Aggression in Lebensmut und Lebensfreude
zu verwandeln.


Klingt gut, aber tut - wenn man es irgendwann mal kann - trotzdem weh. Also friedfertig ist das auch nicht, Kampfsport bleibt Kampfsport, egal ob Abwehr oder Angriff. Außerdem wollte Fabian wissen, was er heute dagegen machen soll, nicht wie er nach 10 Jahren Training damit umgeht. Und ob er mit einem sanften Handhebel und Armverdrehen den Spucker in den Schneematsch legt oder mit eine Faustschlag, ist letztendlich egal. Es sei denn er wehrt sich nicht. Aber auch das kann zu Ärger führen. Denn ein überlegenes " Angst-in-Lebensfreude-Gesicht" kann auch zum Streit führen, vorallem wenn das Gegenüber darauf aus ist.

Gruß FR
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Beantwortet von Experte (1.9k Punkte)
Es ist schon wahr; diese Gutmenschhaltung und Laber-den-Streß-weg funktioniert nicht (oder äußerst selten).
Auf der Schule hatte ich so ein paar Rüpel; und es war scheißegal, ob man versucht hat, sich zu wehren, oder man denen mit Tätschel Tätschel Käffchen und "Duuu, das find ich jezz nich so guuut" kam.
Am nächsten Tag gings von vorne los.
Zumindest bei einem endete es endlich, als ich ihm ein Messer vor die Nase hielt - sicher, das hätte auch anders ausgehn können.
Auch später, im Beruf, gab es so einen. Es war Elektromontage in einer Halle, wo Kabinen für den Einbau elejtischer geräte vorbereitet wurden, und plötzlich floigen da Sachen immer heftiger durch die Gegend, von Muttern bis hin zu kleinen Elöektromotoren. Den Leiter hats einen Scheiß interessiert. Das endete erst, als mein Vertrag auslief.
Diskothek - da hab ich mal gearbeitet. Streßtypen rugiglabern - ha haaaaa. NEVER. Sicher, man hats versucht, manche waren uneinsichtig und fligen direkt raus, manche wollten schlau sein und warteten, bis die "Respektspersonen" sich umgedreht hatten; wörtlich als auch im übertragenen Sinne - Ruhe gegeben hatten die wenigsten.

Ich bin auch der Meinung, daß man mit gesundem Menschenverstand etwas erreichen müsste; was aber zwangsläufig scheitern muß, wenn auf der anderen Seite kein oder ein verkorkster Verstand steht. Ergo hilft Labern da nix.
Und wenns dann schepern muß, dann aber mit Krawumm, daß kein gedanke an erneutes Aufmucken aufkommt.

Das war die Theorie; in der Praxis wird eben mehr geredet und an Vernunft appelliert.

Übrigens kann auch das ruhigste Diskussionsverhalten einen aggressiv machen. Denn so einige fallen in einen Ton, als würden sie mit einem doofen Kleinkind reden. Und das gefällt auch nciht jedem (gerne sehe ich sowas in den Sendungen, wo Autofahrer "belehrt" werden ;) )
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Beantwortet von ralfb Experte (6.9k Punkte)
Hi,

...au weia, da habe ich ja was losgetreten.


Das mit dem Aikido war wirklich wie meine vorherigen Antworten gemeint, ...zu lernen welchen Anteil meine eigenen Verhaltens- und Denkweisen bei destruktiven Eskalationen haben und gleichzeitig konstuktive Wege (für alle Beteiligten) zu entdecken eine Eskalation zu beenden oder päventiv gar nicht erst entstehen zu lassen. Aber das geht natürlich nur wenn der gängige Konfrontationskurs, den die meisten spontan einschlagen - also so was wie "Zahn um Zahn" - in Frage gestellt wird. Das ist "die Faust im Kopf", die ich meine.

Ich sage noch mal deutlich ...es gibt einen dritten Weg zwischen den Extremen, also aufs Maul kriegen weil man a) wehrlos ist oder im Gegenteil b) sofort selber zuschlägt.

Und wenn ich es einfach nur anders mache bedeutet es mitnichten Wehrlosigkeit, Passivität oder gar weglaufen ...das kann ganz im Gegenteil kompromisslos offensiv sein! Wie man das erlent, ist auch völlig wuppe. Ich bin dem Aikido begegnet ...aber es gibt sicher noch viel mehr Wege dorthin ...wenn man danach sucht.


Wer sich geistig noch in den Sackgassen a) / b) bewegt, wird natürlich auch Kommentare á la "Gutmenschlaberei" absondern ...aber ist OK, sie wissen es ja nicht anders ...ist mir letztendlich völlig Latte, werde ich auch nicht weiter drauf eingehen.

Ich wollte einfach mal eine andere Sichtweise vorstellen, die völlig andere Lösungen bringen kann und das Feld nicht den Leutchen überlassen, die nur auf der Ebene "wie Du mir, so ich Dir" diskutieren.

Wer was damit anfangen kann ...supi!
Wer nicht, kriegt wahrscheinlich weiter aufs Maul.

;))

Ralf
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