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Gefragt in Plauderecke von
Gau gleich in der Mehrzahl klingt verdammt ungewohnt, noch nicht vorstellbar...

Mich erinnert dieses Bild mit KKW und Hubschrauber fatal an ähnliche Bilder, wie man sie von Tschernobyl in Erinnerung hat. Mir scheint, da ist sie wieder, die gefährliche Fratze von Menschenhand entfesselter Atomenergie.

... wie gaukelten es uns die verantwortlichen Minister, Betreiber und deren gefügige Wissenschaftler seit 50 Jahren beruhigend vor: Statistisch gesehen kann der größte anzunehmende Unfall erst in 50 000 Jahren eintreten (was bereits 35 Jahre nach der kommerziellen Inbetriebnahme von AKW's wiederlegt wurde), erdbebensicher und gegen Flugzeugabstürze geschützt sollen sie sein usw. Und nun geschehen wieder Dinge, die nicht hätten passieren können: Tausende Menschen evakuiert, Kühlkreisläufe ausgefallen, Gebäudeteile abgebrochen, größere Mengen radioaktives Cäsium ausgetreten, ein gefährliches Indiz dafür, dass man die Lage wohl nicht mehr im Griff hat. Man kann nur hoffen, dass das Unmöglich erscheinende gelingt, auch und vor allem wie es danach weitergehen soll.

Gruß

55 Antworten

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Beantwortet von
Ich denke auch gerne zynisch.
Allein die Franzosen haben 58 AKWs. Da gehen wir sowieso alle hops. Wir müssen da unbedingt einmarschieren noch vor dem nächsten Megabeben und die abstellen...^^
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Beantwortet von
Merkel zu Fukushima

Das Pressestatement muss Frau Merkel (Video) wohl auf die Schnelle selbst geschrieben haben, denn der Text strotzt nur so von Unerträglichkeiten. ...........
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Beantwortet von halfstone Profi (17.8k Punkte)
Hi,

also erst mal muss ich sagen, bin ich gegen Kernschmelzen und so Zeug, was mir aber gerade wieder die Hutschnur hebt, sind die Aussagen der im Moment verantwortlichen Politiker wie Märkel und Co.

"Angesichts dieser neuen Fakten wäre es wichtig die Einstellung zur Atomkraft zu überprüfen (Atom-Moratorium)."

Interessante Einstellung, was ist denn jetzt für ein neues Risiko entstanden. Erdbeben dieser Stärke und Tsunamis haben wir hier eigentlich nicht. Was ist also passiert was man vorher so nicht voraussagen konnte.

Der Strom ist ausgefallen und darauf hin die Kühlung.

Das ist mal interessant, dass so eine lapidare Begebenheit nicht in das Risiko unserer Kernkraftwerke eingerechnet wurde, wenn doch dann bräuchten wir jetzt keine Überprüfung. Also entweder waren unsere Reaktoren bis jetzt sicher oder wenn es eine neue Überprüfung braucht dann waren sie es nicht und wir wurden von der Regierung verschaukelt.

Wenn es schon bei so etwas einfachem wie einem Stromausfall klemmt, dann frage ich mich was denen noch so alles bei der Risikobewertung durch die Lappen gegangen ist.

Versicherer aus der freien Wirtschaft haben das Risiko dieses Spiels mit dem radioaktiven Feuer als zu hoch eingeschätzt so dass kein einziges AKW auf der Welt von so einem Versicherer versichert werden konnte.

Märkel ist doch eigentlich Physikerin, die sollte doch sowas verstehen und durchschauen können.

Luke_Filewalker hat absolut recht, wenn man es nicht beherrschen kann dann darf man es erst gar nicht anfangen. In Tschernobyl konnten noch 20 000 Soldaten gezwungen werden den Betonsarg über dem GAU zu bauen und sich verstralen zu lassen. Wie sieht denn ein Plan für den Ernstfall hier in Deutschland aus, wer macht das dann, Märkel wirft sich auf die Brennstäbe, ich glaube das reicht nicht.

Also raus aus der Atomkraft und rein in erneuerbare Energien.

Gruß Fabian
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Beantwortet von
Ich wohne im Zentrum Landshut - Bayern. Isar 1 wird komplett abgeschaltet, ganz in meinem Interesse.
Der Steuerzahler trägt enorme Kosten für die Endlagerung von Atommüll. Diese sollten lieber in regenerative Energien einfließen.
Länder wie Österreich, Spanien, Italien nutzen auch keine Atomkraft und sind energietechnisch nicht am Boden.
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Beantwortet von
Also raus aus der Atomkraft und rein in erneuerbare Energien

Kein Mensch will (hoffe ich) Atomkraft über den "erforderlichen" Zeitraum hinaus. Sie wird aber derzeit noch gebraucht
Ich bin 100PRO dafür, dass alle Anlagen weltweit abgeschaltet werden, wenn die Zeit dafür gekommen ist.
Und bestenfalls in der Reihenfolge ihrer Risiken.
In Erdbebengebieten ist und war das ein NOGO!!!
Aber Japan war darauf angewiesen, und wird es auch in Zukunft sein

Ansonsten melde ich Bedenken an, dass das Abschalten der 7 Kraftwerke hierzulande etwas bringt.
Bei den 169 Atomkraftwerken in der EU gibt es bestimmt schlimmere Anlagen direkt vor unserer Haustür .
So gesehen ist das der blanke Aktionismus der Regierung.
Aber wo sind die echten Alternativen?
Gegen Windräder gibts schon genug Widerstände.
Und Holz aus dem Osten importieren für Biomasse-Anlagen, wie es heute von einem Parteivorsitzenden vorgeschlagen wurde, ist auch nur ein Ausdruck von Hilflosigkeit.
In Tschernobyl wurde damals geschlampt, in Japan wäre es auch ohne AKWs eine Jahrhundert-Katastrophe.
Mit den AKWs ist es vermutlich zu einer Jahrtausend-Katastrophe gekommen

Einen ultimativen Masterplan gibt es dennoch nicht

Traurig, aber wahr
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Beantwortet von
...wird abgeschaltet? Soso
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Beantwortet von
Aber Japan war darauf angewiesen, und wird es auch in Zukunft sein


... was ich bestreite.

Japan gab es ohne technisch genutzte Kernenergie
und wird es hoffentlich auch wieder geben.
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Beantwortet von luke_filewalker Experte (3.3k Punkte)
halfstone schrieb am 16.03.2011 um 18:39 in A23:

Märkel ist doch eigentlich Physikerin, die sollte doch sowas verstehen und durchschauen können.

Fabian, ich bin sicher das sie das auch ganz genau weiss. Allerdings gibt es auch nicht bestreitbare Notwendigkeiten:

Klartext schrieb am 16.03.2011 um 19:45 in A25:

Kein Mensch will (hoffe ich) Atomkraft über den "erforderlichen" Zeitraum hinaus. Sie wird aber derzeit noch gebraucht

Ja natürlich. Jeder der etwas anderes behauptet leidet entweder unter Realitätsverlust oder hat wirklich nicht mal ein Mindestmass an Grundwissen.

Aber Japan war darauf angewiesen, und wird es auch in Zukunft sein

Das bezweifle ich ebenfalls. Gerade Japan wäre ein perfekter Kandidat für Windkraft. Allerdings kann man dort wohl nicht ohne weiteres die gleiche Sorte Windkraftanlagen aufbauen wie z.B. bei uns wegen teilweise schwierigen Wetterbedingungen. Aber es wäre nicht unmöglich.

Ansonsten melde ich Bedenken an, dass das Abschalten der 7 Kraftwerke hierzulande etwas bringt.
Bei den 169 Atomkraftwerken in der EU gibt es bestimmt schlimmere Anlagen direkt vor unserer Haustür

Das ist eine logische Schlussfolgerung die erstmal völlig korrekt ist. Aber: Irgendeiner MUSS ja mal damit anfangen umzudenken. Na klar bringt das wenig wenn wir unsere "paar lächerlichen" AKWs abschalten, während der französische Nachbar sein Land geradezu zugepflastert hat mit AKWs. Aber wie gesagt, irgendwer muss mal anfangen...

Auf der anderen Seite wäre auch nicht gerade viel gewonnen wenn wir z.B. alle unsere AKWs abschalten und gleichzeitig das fehlende Stromkontingent beim Nachbar wieder einkaufen. Das wäre dann sogar noch eher ein Grund für die Franzosen weitere AKWs zu bauen. Und DAS wäre dann der berühmte Schuss der nach hinten losgeht. Wenn man a bisserl darüber nachdenkt stellt schnell fest wie komplex das alles ist und alles andere als trivial. Im kleinen Kreis gedacht wäre das ungefähr so; was nutzt mir ein Waffengesetz infolgedessen ich - und das völlig zu Recht keine Waffe besitzen darf, aber der Nachbar hat seine Schränke voll mit Schiessprügel? Was wäre, wenn der plötzlich austickt? Was wäre wenn bei dem eingebrochen wird und die Waffen landen sonstwo?

Aber wo sind die echten Alternativen?

Im Moment? Vermutlich nirgends. Jedenfalls wohl kaum in dem Ausmass um alle AKWs auf einen Schlag ersetzen zu können. Erst recht nicht um weltweit alle AKWs zu ersetzen. Aber genau das muss langfristig das Ziel sein. Gerade bei Atomenergie kann absolut niemand den Lokalpatrioten raushängen und meinen, was mein Nachbar macht ist mir schnurz. Denn ein havarierter Atommeiler kennt keine lächerlichen Landesgrenzen, genausowenig wie ein Erbeben oder ein Tsunami. Kurz: Es geht uns also verdammt viel an was der Nachbar auf dem Gebiet treibt. Aber bevor man hier andere kritisiert, sollten wir erstmal unseren eigenen Laden aufräumen und vor allem: im Griff haben.

Gegen Windräder gibts schon genug Widerstände.

Ja und jetzt wirds interessant. Ich hab gestern Abend das Interview des RTL Chefredakteurs mit Merkel verfolgt. Abgesehen von den üblichen ausweichenden Antworten war ein Satz interessant und ich stimme zu. Sinngemäss wurde gesagt, man kann nicht alle AKWs abschalten und gleichzeitig gegen alle Alternativen sein.

Im Ernst, sollen sie doch lieber die Meere mit WKWs zupflastern als unsere Zukunft mit nicht beherrschbarer Technik zu riskieren. Und das Alternativen erstmal einiges mehr an Geld kosten, eben weil die Strukturen ja auch erstmal geschaffen werden müssen, ist auch ein interessanter Punkt. Hier kann man dann sehen, wem die Zukunft wirklich etwas wert ist. Das Problem ist nämlich wie bei allem. Es will grundsätzliche jeder ALLES haben aber möglichst NICHTS dafür tun oder zahlen.

Das heisst, an dieser Stelle fängt das Umdenken nicht erst bei den Politikern an, sondern bei uns "kleinen". Wie weit würden wir gehen um die AKWs loszuwerden? Was können wir ändern um den Strombedarf soweit zu verringern, dass - nach Schaffung von Alternativen - AKWs wirklich überflüssig werden? Ich hab mit Freunden im kleinen Kreis schon hitzige Diskussionen geführt und es sind durchaus die eine oder andere Idee dabei rausgekommen wie man das lösen könnte. Das Problem dabei ist - neben aller Notwendigkeit von Strom Kraftwerken - die menschliche Bequemlichkeit und der Wunsch nach Komfort. Ein einzelner kann hier nichts ausrichten oder verändern. Aber wie so oft können sehr viele dagegen eine ganze Menge ausrichten.

Meine Zukunft muss keine strahlende sein. Eine halb beleuchtete würde auch reichen.
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Beantwortet von
Hallo Luke!
Danke für die kompetente Rückmeldung. Und ich bin mir fast sicher,
dass viele sog. Volksvertreter nicht annähernd deinen Wissens-Stand haben ;-)
Wohl dem, der die Debatte heute im Bundestag nicht miterlebt hat...
Blablabla...., quer durch alle Fraktionen

Gerade Japan wäre ein perfekter Kandidat für Windkraft

Hmm, diesbezüglich melde ich Zweifel an. Zumindest sollte es unter Einbeziehung der örtlichen Gegebenheiten/Risiken schwierig werden.
Ich meine das aber ausdrücklich nicht im Hinblick darauf, die drittgrösste Volkswirtschaft bleiben zu wollen.

Ansonsten ist der Begriff "Beherrschbarkeit" so eine Sache.

Angeblich haben japanische Wissenschaftler jetzt herausgefunden, dass es im 9 Jahrhundert eine ähnlich Katastrophe gab., natürlich damals noch ohne AKWs.
Das untermauert aber die Theorie, dass es sich tatsächlich um ein Jahrtausendereignis gehandelt hat. Das sollte man bei den momentanen Überlegungen einbeziehen.
Zugegeben ein unpassender Einwand bei der momentanen Hysterie.

Das alles ändert trotzdem nichts an der meiner grundsätzlichen "Atomkraft - Nein Danke"- Einstellung, aber alles zu seiner Zeit

PS: Ich lege auch keinen Wert auf eine "strahlende" Zukunft
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Beantwortet von
Die AKW-Betreiber und die Reaktorsicherheit! Monitor! die Bananenrepublik :

Da die CDU sich jetzt als Atomabrüstungspartei hinzustellen versucht, sei nochmal auf diesen Panorama-Bericht von Ende 2011 hingewiesen. Röttgens Zuständiger für Atomsicherheit war vorher Manager in der Atomindustrie.
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