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Gefragt in Plauderecke von
Gau gleich in der Mehrzahl klingt verdammt ungewohnt, noch nicht vorstellbar...

Mich erinnert dieses Bild mit KKW und Hubschrauber fatal an ähnliche Bilder, wie man sie von Tschernobyl in Erinnerung hat. Mir scheint, da ist sie wieder, die gefährliche Fratze von Menschenhand entfesselter Atomenergie.

... wie gaukelten es uns die verantwortlichen Minister, Betreiber und deren gefügige Wissenschaftler seit 50 Jahren beruhigend vor: Statistisch gesehen kann der größte anzunehmende Unfall erst in 50 000 Jahren eintreten (was bereits 35 Jahre nach der kommerziellen Inbetriebnahme von AKW's wiederlegt wurde), erdbebensicher und gegen Flugzeugabstürze geschützt sollen sie sein usw. Und nun geschehen wieder Dinge, die nicht hätten passieren können: Tausende Menschen evakuiert, Kühlkreisläufe ausgefallen, Gebäudeteile abgebrochen, größere Mengen radioaktives Cäsium ausgetreten, ein gefährliches Indiz dafür, dass man die Lage wohl nicht mehr im Griff hat. Man kann nur hoffen, dass das Unmöglich erscheinende gelingt, auch und vor allem wie es danach weitergehen soll.

Gruß

55 Antworten

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Beantwortet von
ach gott, immer denen hinterher die am lautesten brüllen!
1. ich bin für atomenergie,
weil es billig ist und ich nicht in unmittelbarer nähe wohne.

2. ich bin für erneuerbarer energie,
weil es billig ist und ich nicht in unmittelbarer nähe wohne.

ähhh, irgendwas stimmt jetzt nicht!
ja genau, weil es gegen erneuerbarer energie auch wieder proteste gibt, von denen die betroffen sind.


am besten ist wir bauen unter der erdoberfläche, da ist das klima konstant und das licht fangen wir in eimern ein und bringen es nach unten ;-)

ps: und warum schreiben hier alle (bis auf zwei leute) nicht unter ihrem nickname? da wird wohl jeder seine gründe haben ;-)
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Beantwortet von luke_filewalker Experte (3.3k Punkte)
@oehmmm
Danke für den Link. 20 Milliarden für die nötige Aufrüstung? Das spricht nicht dafür die AKWs aufzurüsten sondern eher dafür diese sukzessive still zu legen und das Geld in Alternativen zu investieren.

Klartext schrieb am 17.03.2011 um 22:49 in A29:

Das untermauert aber die Theorie, dass es sich tatsächlich um ein Jahrtausendereignis gehandelt hat. Das sollte man bei den momentanen Überlegungen einbeziehen.
Zugegeben ein unpassender Einwand bei der momentanen Hysterie.

Wie war das noch im Eingangspost von wegen statistisch gesehen alle 50.000 Jahre? Mal davon abgesehen das solche Statistiken grundsätzlich schwachsinnig sind. Es bewegt sich einfach viel zu viel in extrem kurzer Zeit und kein Mensch kann wirklich irgendwelche zuverlässigen Prognosen erstellen. Schon gar nicht wenn es um Technik geht - egal welche - denn diese ist defakto unsicher. Und erst recht nicht wenn es um die Natur geht, die hat ihre ganz eigenen Gesetze und der Mensch kann ja nicht mal zuverlässig eine Woche im voraus das Wetter berechnen. Von daher gesehen erlaube ich mir meinen ganz eigenen Standpunkt zu den Statistiken von irgendwelchen Formelgeilen Mathematikern.

Gehen wir mal davon aus es war ein Jahrtausendereignis. Was hilft das JETZT dem japanischen Volk? Was würde uns das helfen wenn bei uns - oder beim Nachbarn - irgendein saudummer Zufall für eine nicht vorhersehbare Kette von widrigen Umständen sorgen würde und wir dadurch auf die eine oder andere Weise als Endergebnis unser höchst persönliches Tschernobyl oder Fukushima bekommen? Sicher nicht auf die gleiche Weise wie bei den beiden genannten. Aber ehrlich gesagt ist es mir auch völlig Wurscht auf welche Weise ein AKW komplett ausser Kontrolle gerät, denn das Ergebnis ist immer das gleiche: die Umgebung (vorsichtig formuliert) wird nachhaltig für verdammt lange Zeit unbewohnbar und unbenutzbar.

Was die Hysterie angeht: Sagen wir mal so. Wenn man die aktuellen Bilder sieht und Infos liest, dann erinnert das alles doch sehr an Tschernobyl. Und wer sich alleine damit mal beschäftigt hat, dem dürfte klar sein was Fukushima jetzt bedeutet. Alleine die nackten Zahlen von Tschernobyl sollten jedem Menschen mit halbwegs Verstand gehörigen Repekt einflössen um es vorsichtig auszudrücken. Wobei Angst das korrektere Wort wäre.

dagegensein schrieb am 19.03.2011 um 20:52 in A31:

ja genau, weil es gegen erneuerbarer energie auch wieder proteste gibt, von denen die betroffen sind.

Mein ganz persönlicher Standpunkt: Lieber habe ich 10 WKWs in unmittelbarer Umgebung stehen als 1 AKW. Diese Proteste werden sich übrigens ganz schnell ins Gegenteil verkehren, wenn wir an der Reihe sind mit unserem ersten höchsteigenen GAU. ;-)

ps: und warum schreiben hier alle (bis auf zwei leute) nicht unter ihrem nickname? da wird wohl jeder seine gründe haben

Mein Standpunkt dazu behalt ich des lieben Friedens willen für mich, da er alles andere als schmeichelhaft wäre. Ooops, jetzt hab ich ja doch Stellung dazu bezogen. Vielleicht sollte ich es mal in der Politik versuchen.
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Beantwortet von halfstone Profi (17.8k Punkte)
Hi,

da weder die Endlagerung noch die Behandlung eines GAUs geklärt sind, bin ich dafür die Profiteuere wie Betreiber und die Politiker, die für Kernkraft sind zwangszuverpflichten in einem Störfall den Reaktor mit Wasserwerfern persönlich zu kühlen.

Dann muss man auch keine freiwilligen Feuerwehrmänner suchen, die diesen tödlichen Job übernehmen müssen.

Gruß Fabian
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Beantwortet von tomham Mitglied (407 Punkte)
Hallo Leute.
Ich gebe Luke und halfstone vollkommen recht.
Man könnte sicher die ganze Energie durch Wasserkraft bzw. Windkraft erzeugen.
Für was gibt es Gezeitenkraftwerke ? Was ist mit den ganzen Offshore-Anlagen in der Nordsee ?
Wir haben in Österreich auch nur Wasserkraft und Windkraft und können damit sehr gut leben (ok, wir kaufen 10% Atomenergie zu aus Deutschland)
Klar haben sies bei uns auch mal versucht (Zwentendorf), aber das wurde von der Bevölkerung per Volksbefragung abgelehnt (obwohl die Anlage schon fertig gebaut war).
Und trotzdem hängen wir da genauso drin wenn in Deutschland oder Frankreich oder wo auch immer ein "GAU" ist ...

Aber auch die Wasserkraft kann man nicht immer beherrschen ... Was ist mit der Schneeschmelze wo Millionne Liter Wasser "ungenutzt" durch die Schleusen fließen da sonst der Damm bricht ?
Windenergie ist auch unberechenbar ... klar kann man bis Windstärke 8 garantieren dass das Windkraftwerk stabil ist ... aber was passiert wenn dann ein Sturm mit Stärke 10 kommt ??

Ihr seht es gibt auch bei den "erneuerbaren Energien" Probleme, die sind aber überall da ...
So wie Luke geschirben hat ist es nicht eine Frage des "Ob" sondern eine Frage des "WANN" ...

Oder Solarenergie ... Klar kann man damit wunderbar Wasser erhitzen, das durch eine Turbine jagen und dadurch Strom erzeugen ... oder direkt durch die Photovoltaik ... aber was macht man wenns ne Woche lang regnet ? Was wenn sich der Himmel aufgrund eines Vulkanausbruchs und der damit verbundenen Aschewolke verfinstert und keine Sonnenstrahlen durchkommen ?

Ihr seht es muss immer ein Kompromiss gefunden werden ... Wir müssten alle mal selber damit anfangen Energie zu sparen ... Den Fernseher komplett vom Strom nehmen und nicht Standby ... den Radio mal ne Spur leiser machen ... statt ner 100W-Birne ne 60W-Birne reindrehen ... ein einzelner kann da nicht viel machen, aber aufgerechnet auf 1.000.000 Haushalte würde man da schon wieder genug sparen um evtl. ein AKW abzuschalten (wobei dann wieder die Frage ist wohin mit dem radioaktivem Müll)

Also nicht sofort den Politikern die Schuld an allem geben, sondern auch mal selber an der eigenen Nase nehmen und mal daheim schaun wo man Strom sparen kann, was man abschalten kann, ob das Bier im Kühlschrank wirklich 4°C haben muss oder obs 8°C auch tun oder ob der PC wirklich Tag und nacht durchlaufen muss ...
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Beantwortet von luke_filewalker Experte (3.3k Punkte)
Achja, ausgerechnet ein Test der zeigen sollte das auch bei Wegfall der externen Stromversorgung die Sicherheitssysteme (Notstromgeneratoren) die Versorgung aufrecht erhalten können, hat den Tschernobyl-GAU überhaupt erst ausgelöst. Wenn es nicht so tragisch wäre, könnte man die Ironie an diesem "Witz" kaum noch überbieten. Ich erinnere mich noch wie mir damals ein Freund (Physiker) einige Zeit später grob erklärte was passiert ist. Genaueres erfuhr man ja erst später.

Und auch schon damals wurden aufgrund dessen die deutschen AKWs einer Prüfung unterzogen. Und ebenfalls erhitzten sich damals verständlicherweise die Gemüter.

Wer sich wirklich ernsthaft mit dem Thema befassen möchte, dem sei u.a. der entsprechende Artikel zu Tschernobyl in Wikipedia empfohlen. Er beleuchtet Ursachen und Folgen ziemlich ausführlich. Wer das gelesen hat, der sieht Fukushima höchstwahrscheinlich aus einem ganz anderen Blickwinkel. Auch wenn die beiden Fälle nicht direkt vergleichbar sind, so geht doch auch von Fukushima die Gefahr eines ähnlichen Endergebnisses aus.

Im Artikel ist auch von einzelnen Mahnmale die Rede. Für mich ist jedoch ganz Tschernobyl/Prypiat und Umgebung ein einziges Mahnmal der Atomenergie. Es zeigt in voller Deutlichkeit was-wäre-wenn.

@Fabian
Nachvollziehbarer Gedanke. Aber es ist doch wie immer und egal auf welchem Gebiet; die tatsächlichen Profiteure kriegt man nicht zu fassen und erst recht nicht in die Verantwortung. Auf der anderen Seite hat ein qualvoller und langsamer Tod - oder je nach Intensität auch recht schneller Tod - durch die Folgeschäden tödlicher Strahlung wirklich kein Mensch verdient. Ich kann mir jedenfalls kaum etwas schlimmeres vorstellen.
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Beantwortet von luke_filewalker Experte (3.3k Punkte)
tomham schrieb am 21.03.2011 um 15:38 in A34:

Und trotzdem hängen wir da genauso drin wenn in Deutschland oder Frankreich oder wo auch immer ein "GAU" ist ...

Das ist der springende Punkt in der Diskussion bez. AKWs in den Nachbarländern. Eine solche Katastrophe kennt keine Landesgrenzen.

Und logisch gibt bei jeder Energiegewinnung unterschiedliche Risiken. Ich denke aber wir sind uns einig das alle Risiken und selbst Unfälle der Alternativen Peanuts sind im Vergleich zu einer nachhaltig verstrahlten Landschaft inklusive Nach- und Nebenwirkungen für die nächsten paar Jahrhunderte oder gar Jahrtausende. Ganz zu schweigen von den Einflüssen auf Mensch und Natur die vielleicht erst in einigen Jahrzenten oder Jahrhunderten erkennbar werden.

Wenn bei einem Wasserkraftwerk der Damm bricht z.B.: Je nach Fall kann das viele Menschen das Leben kosten. Aber die Schäden an der betroffenen Gegend wären mit viel Arbeit behebbar. Was macht man dagegen nach einem atomaren GAU mit der betroffenen Gegend? Totalschaden! Zaun drumherum, Tor schliessen und Schlüssel wegwerfen.

Wir müssten alle mal selber damit anfangen Energie zu sparen ... Den Fernseher komplett vom Strom nehmen und nicht Standby

Fernseher, DVD-Player, Stereoanlage, Spielekonsole(n) usw. Und das kann man sogar auch noch richtig komfortabel mit Funksender lösen. Für uns seit ca. 8 Jahren völlig selbstverständlich. Alleine der Standby-Verbrauch unserer Geräte im Wohnzimmer läge sonst bei 25-30 Watt. Das 365 Tags im Jahre bei soundso vielen Millionen Haushalte... da kommt was zusammen. Der Funkschalter verbraucht übrigens weniger als 1 Watt. Das heisst ich weiss es nicht wieviel genau. Mein Stromverbrauchsgerät fängt leider erst bei 1 Watt an.

Bei den PCs das gleiche. Alleine unsere beiden PCs verbrauchen zusammen im Standby 30 Watt. Das Netzteil des Lappis nochmal 18. Dann der Netzwerk-Drucker mit 5 Watt, der Switch mit 2 Watt, die Monitore mit jeweils 4 Watt, das Surround-System, der aktive USB-Hub... usw. usf. Selbst wenn man klassisch einen normalen PC pro Haushalt rechnet, was da alles an Standby zusammen kommt alleine für den PC, Stereoboxen und Monitor.

Das sind alles Szenarien bei denen völlig unnötig Strom verbraucht wird. Wenn man das alles reduziert und auf die Geräte beschränkt, die wirklich permanent am Stromnetz bleiben müssen wie z.B. Videorekorder, Wecker, Kühlschrank usw. und wenn das alle - oder zumindest sehr viel mehr als jetzt - machen würden, könnte man den Strombedarf immens senken.
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Beantwortet von luke_filewalker Experte (3.3k Punkte)
Mein Stromverbrauchsmessgerät sollte das heissen.
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Beantwortet von nostalgiker6 Experte (7.1k Punkte)
Zum Thema Energie-Sparen: Mein PC lief immer von morgens bis spät abends, ging zwischendurch allenfalls nach längerer Zeit ins Standby. Zufällig habe ich schon kurz vor Fukushima umgestellt:
Jetzt geht die Kiste auf Knopfdruck in den Ruhezustand - mehr oder weniger egal, was gerade läuft. Und auf erneuten Knopf- oder Tastendruck ist er in knapp über einer halben Minute wieder betriebsbereit. (Das Passwort jetzt wird nur noch nach einem 'richtigen' Neustart verlangt - bevor ich für längere Zeit weggehe oder gar verreise, werde ich das Gerät also 'richtig' herunterfahren.)
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Beantwortet von tomham Mitglied (407 Punkte)
Und das kann man sogar auch noch richtig komfortabel mit Funksender lösen.

Das hab ich nun bereits seit 2 Jahren so ... wenn ich Abends ins Bett gehe drück ich auf einen Knopf und mein gesamtes "Home-Entertainment" schaltet auf Null ... Statt bei knapp 70 Watt lande ich so bei 0,7 Watt ...
Von meinem Stand-PC habe ich mich schon vor langer Zeit getrennt ... alles was ich zu tun habe kann ich am Laptop genauso gut machen ...
Beleuchtungstechnisch habe ich großteils bereits auf LED umgerüstet (spar mir da ganze 180 Watt in der Wohnung ...) und mein Kühlschrank ist Energieklasse A++ ...
Ebenso verwende ich keinen Geschirrspüler, bleiben wieder paar Watt übrig und auch Wasser wird dadurch gespart ...

Wenn bei einem Wasserkraftwerk der Damm bricht z.B.: Je nach Fall kann das viele Menschen das Leben kosten. Aber die Schäden an der betroffenen Gegend wären mit viel Arbeit behebbar.

Je nach Schwere kann es hier auch Jahrzehnte dauern bis das Land wieder nutzbar ist ... aber im Vergleich zu einem atomaren Unfall sind das wirklich Peanuts ... sieht man ganz schön in Tschernobyl wo heute noch immer ganze Städte abgesperrt sind weil es einfach zu gefährlich wäre sich dort aufzuhalten ...
Wenn man allerdings wieder schaut, hat jeder von uns ein Handy mit ... Das ist auch Strahlung ... genauso Rundfunk für Radio und Fernsehen ... oder im Autoradio ... Was ist mit Funkstrahlen ?
Auf jedem zweiten Haus steht ein Handymast, damit wir schnell überall surfen können und überall beste Sprachqualität haben ... Auch diese Strahlung ist gefährlich, aber davon redet komischerweise niemand ...
Ist man z.B. der Strahlung eines Handymast direkt durchgehend für eine Stunde ausgesetzt, kann dies schon genügen um den menschlichen Körper schwer zu schädigen (klar, wer stellt sich auch schon eine Stunde neben nen Handymasten ...) ... Aber dennoch ist diese Strahlung da. Man sieht sie nicht, man hört sie nicht, man riecht sie nicht, man spürt sie nicht ... Und trotzdem wird unsere Natur mit Strahlung überdeckt, sogar noch gewollt ...

Ich bin jetzt nicht jemand der an Wahrsagerei oder an Prophezeihungen glaubt, aber leider muss ich zugeben dass sich der Mensch wirklich selber auslöschen wird ...
Sei es jetzt durch Naturkatastrophen, Super-GAUs oder Krieg ... der Mensch wird früher oder später von der Bildfläche verschwinden ... die Frage ist nicht OB sondern WANN ...
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Beantwortet von nostalgiker6 Experte (7.1k Punkte)
Kurz zusammengefasst: Jeder erfolgreiche Schädling vernichtet seine Lebensgrundlage - warum sollte das mit dem Menschen anders sein?
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